OTS0276 5 WI 0283 NEF022 Do, 21.Okt 1999
Landwirtschaft / Zuckerrüben ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

Rübenbauern: Agrana-Beteiligung bitte warten !

RBB-Deal würde Rübenbauern wirtschaftlich hart treffen

Wien (OTS) - Die Zuckerrüben-Produzenten im Verband der landwirtschaftlichen Betriebe finden ihre seit langem geübte Kritik am AGRANA-Beteiligungsmodell des (RBB) Rübenbauernbundes vollständig bestätigt. An den Verband werden in diesem Zusammenhang vermehrt wirtschaftliche und rechtliche Bedenken über die Sinnhaftigkeit dieser Transaktion herangetragen.

Die Beteiligung an der neu gegründeten Genossenschaft erweist sich

  • durch die hohen Kosten (öS 13.600/ha plus hohe jährliche Mitgliedsbeiträge) auf der einen Seite und
  • die sehr niedrige Rendite (2,5%) auf der anderen Seite als wirtschaftlich höchst uninteressant.

Durch die eingeschränkte und mit dem Anteilskauf verknüpfte Handelbarkeit entsteht zudem eine bedenkliche Rechtslage (freie Handelbarkeit ist EU-Grundsatzrecht), die darüber hinaus in eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft" mit Beteiligten und Nicht-Beteiligten im Rübenbau führt.

In vielen Fällen ist es Angst und nicht Überzeugung, die zum Entschluß führt, Genossenschafts - Anteile zu zeichnen. Niemand kann genau abschätzen, ob eine "Nicht-Beteiligung" in weiterer Folge vielleicht doch zu einer Ausgrenzung führt. Verwiesen sei dabei in weiterer Folge auf mögliche Änderungen der EU - Zuckermarktordnung. Der Rübenbauernbund hat es nämlich bisher verabsäumt klarzustellen, ob auch in Zukunft die Interessen aller Rübenbauern (Pflichtmitgliedschaft) hinsichtlich Lieferrecht, Andienungsrecht, Rübenpreis etc. sichergestellt sein werden.

Ziel des Verbandes landwirtschaftlicher Betriebe Österreichs ist es nun, jene die sich nicht beteiligen wollen, vor möglichen Konsequenzen und Schlechterstellungen zu schützen.

Es wird darüber hinaus zu hinterfragen sein, mit welcher Kompetenz der Rübenbauernbund-Vorstand fast eine 1/4 Milliarde freimachen konnte, ohne sich abzusichern, daß das schwächste Glied der Kette -die Bauern - dies auch bezahlen wollen.

Eine vorläufige Empfehlung kann aus unserer Sicht also nur sein:
Abwarten, momentan nicht zeichnen und alle Fristen bis zur Neige ausschöpfen.

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OTS0276 1999-10-21/17:51