OTS0052 5 WI 0292 VOA001 II Do, 14.Okt 1999
Telekommunikation / Geheimnummer / Krammer ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

Wie geheim sind Geheimnummern wirklich ? - Volksanwältin Krammer fordert Verbesserung der Geheimhaltung

Wien (OTS) - Telefonterror ist ein allgemein bekanntes
Phänomen. Wer glaubt, sich dagegen mit einer Geheimnummer schützen zu können, kann mitunter eine böse Überraschung erleben. Das zeigte sich anlässlich eines Prüfverfahrens von Volksanwältin Christa Krammer. In einem speziellen Fall, der die Post und
Telekom Austria AG (PTA) betraf, konnte die Volksanwältin feststellen, dass jemand trotz Geheimnummer und sogar nach mehrmaligem Wechsel der Nummer immer wieder durch Anrufe belästigt wurde. Der Belästiger hatte offenbar keine Schwierigkeiten, die jeweilige Geheimnummer innerhalb kürzester Zeit
herauszufinden.****

Volksanwältin Krammer zu den Ergebnissen des Prüfverfahrens:" Im vorliegenden Fall war es so, dass jeder Bautrupp der PTA in Salzburg und Oberösterreich sowie die halbe Direktion der PTA in Linz theoretisch die Möglichkeit gehabt hätte, die Geheimnummer des Beschwerdeführers aus Salzburg zu erfahren. Es ist zwar klar, dass bestimmte Mitarbeiter der Bautrupps Zugang zu den
Geheimnummern haben müssen, um Beschaltungen korrekt durchführen zu können; auch für verschiedene Tätigkeiten in den Direktionen ist die Kenntnis von Geheimnummern erforderlich. Klar ist auch,
dass die betreffenden Mitarbeiter das Fernmelde- und
Datengeheimnis zu wahren haben. Andererseits sind "undichte"
Stellen aber niemals auszuschließen. Ich bin daher der Meinung, dass der Kreis der zugriffsberechtigten Mitarbeiter bei der PTA weiter eingeschränkt werden sollte, denn je größer - und damit unübersichtlicher - der Kreis der Zugriffsberechtigen ist, umso schwieriger ist es Personen, die unbefugt Daten weitergeben
dingfest zu machen."

Der für die PTA zuständige Bundesminister Caspar Einem schloss sich der Meinung der Volksanwältin an. Der Minister hat die PTA nunmehr ersucht, die Zugriffsberechtigungen zu den Geheimnummern
zu überprüfen und die Anzahl der Zugriffsberechtigten auf die unbedingt notwendige Gruppe zu reduzieren.

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Volksanwältin Dr. Christa Krammer
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Volksanwaltschaft

OTS0052 1999-10-14/09:18