OTS0077 5 WI 0770 NRK007 Mi, 07.Jul 1999
Arbeitsmarkt / Ederer ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

Ederer: Territorialer Beschäftigungspakt Wien zeigt Wirkung

Weniger Arbeitslose - mehr Beschäftigte

Wien, (OTS) Der Territoriale Beschäftigungspakt Wien wurde im Herbst 1998 auf Initiative der Gemeinde Wien auf Grundlage des "Nationalen Aktionsplans für Beschäftigung" der Bundesregierung mit den Wiener Sozialpartnern abgeschlossen. Die Programme werden vom Arbeitsmarktservice Wien und dem Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds (WAFF) gemeinsam umgesetzt. Insgesamt stehen für den territorialen Beschäftigungspakt Wien für 1999 730 Mio. zusätzlich zur Verfügung. Davon trägt die Gemeinde Wien 200 Mio. Insgesamt sollen 1999 im Rahmen des Beschäftigungspaktes rund
8.500 arbeitslose Wiener und Wienerinnen in verschiedene Maßnahmen eingebunden werden. Wesentliche Zielgruppen sind
Langzeitarbeitslose oder Personen, die von
Langzeitarbeitslosigkeit bedroht sind. Mindestens 50 % der Teilnehmerinnen sollen Frauen sein.

Nach den ersten sechs Monaten kann Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer eine erfolgreiche Zwischenbilanz ziehen: "Erstmals seit Jahren sinkt auch in Wien
die Arbeitslosigkeit. Die Zahlen bestätigen eindeutig, daß der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf verstärkte Arbeitsaufnahmen durch bisher arbeitslose Personen zurückzuführen ist. Die zusätzlichen Qualifizierungs- und Aktivierungsprogramme des Beschäftigungspaktes haben sich als Instrumente zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt bewährt", sagte sie am Mittwoch in einem Pressegespräch.****

Mehr Beschäftigte - Zahlen im Detail

Ende Juni 1999 waren in Wien 63.393 Personen arbeitslos gemeldet. Das ist gegenüber Juni 1998 ein Rückgang um 10,6 Prozent ( -7.492 Personen). Die Arbeitslosenquote im Mai 1999 betrug 7,8
%. Vorläufige Berechnungen zeigen, daß die Arbeitslosenquote im Juni 1999 weiter sinkt. Der Beschäftigungsstand in Wien betrug per 30. Juni 778.773 (361.471 Frauen) Personen gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr 770.314 (358.070 Frauen). Das ist eine Steigerung der Beschäftigten von 1,1 % (0,9 % Frauen). Von der Arbeitslosigkeit in Beschäftigung konnten im Monat Juni 5.124 Personen übernommen werden. Dies bedeutet plus 2 % gegenüber Juni 1998.

Halbjahresbilanz Territorialer Beschäftigungspakt Wien

Mit Stichtag 1. Juni 1999 wurden mehr als 4.000 Personen in Maßnahmen des territorialen Beschäftigungspakt Wien einbezogen. In vom WAFF getragenen oder geförderten Maßnahmen nehmen 651 Personen (davon 63 % Frauen) und 3.409 Personen (davon 52 % Frauen) bei Maßnahmen des AMS teil.

"Der WAFF verfolgt mit dem Beschäftigungspakt zwei
wesentliche Ziele: Einerseits die Entwicklung und Umsetzung absoluter Qualitätsprogramme für arbeitslose Menschen und andererseits versuchen wir mittelfristig eine stärkere Verbindung zwischen aktiver Arbeitsmarktpolitik mit den Instrumenten der Wirtschaftsförderung zu erreichen" stellt der Geschäftsführer des WAFF, Fritz Meißl, fest. "Beispielsweise bieten wir mit der ‘Frauenarbeitsstiftung’ und mit dem Programm ‘Dynamo’ eine umfassende Unterstützung für Arbeitslose: Neben der Möglichkeit zur beruflichen Neuorientierung und der Hilfe bei der Jobsuche stehen vor allem Qualifizierungsmöglichkeiten für die TeilnehmerInnen im Mittelpunkt."

FAST bietet 350 Frauen, die maximal ein Jahr arbeitslos gemeldet sind, Möglichkeiten zum Erwerb neuer und höherer Qualifikationen, hilft den Abbau von Barrieren zum Arbeitsmarkt
und strebt dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeiten an.

Dynamo ist eine Maßnahme für Langzeitarbeitslose und NotstandshilfebezieherInnen und gilt als besondere Möglichkeit des Neueinstiegs. Dynamo bietet 300 Personen Qualifizierungsmöglichkeiten für einen erfolgreichen Wiedereinstieg.

Wiener Unternehmen haben bereits für rund 1.500 Personen Förderungen aus der BESEP erhalten. Wesentliche Kriterien für diese Förderungsmöglichkeit sind: Ältere, Langzeitarbeitslose oder auch Personen, die akut von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen
sind. Diese Beihilfe wird für die Dauer des Arbeitsverhältnisses bis zu einem Jahr lang gewährt.

Die von WAFF und Wiener Wirtschaftsförderungsfonds gestartete Initiative "Vienna Calling" ist ein erstes Beispiel für die Verbindung von Arbeitsmarkt - mit Wirtschaftsförderung. Meißl dazu: "Es geht um neue und zusätzliche Arbeitsplätze am Standort Wien. Der WAFF hat eine eigene Jobbörse eingerichtet und organisiert und koordiniert spezielle Ausbildungsmaßnahmen für zukünftige MitarbeiterInnen in Call Centers". Zusätzlich unterstützt der WAFF in Kooperation mit dem AMS Wien Unternehmen
im Call Center Bereich bei der Suche und Auswahl von MitarbeiterInnen.

Eine Vielzahl unterschiedlicher Qualifizierungsmöglichkeiten z. B. vom Bürokurs bis zum Speziallehrgang Internet werden vom AMS im Rahmen des Territorialen Beschäftigungspaktes für Wien geboten. "Wenn da und dort behauptet wird, durch aktive Arbeitsmarktpolitik werden nur Arbeitslose in Maßnahmen versteckt, dann sollen sich diese selbsternannten Experten einmal die Fakten genauer
anschauen. Es nützt einem arbeitslosen Stahlbauschlosser oder
einer arbeitslosen Buchhalterin gar nichts, wenn z. B. Telekommunikationsunternehmen dringend Techniker suchen oder
andere Unternehmen Personal mit SAP-Kenntnissen benötigen. Nur durch gezielte und auf den Bedarf der Unternehmen ausgerichtete Umschulungsprogramme kann für viele Arbeitslose eine neue Chance
am Arbeitsmarkt eröffnet werden", stellt Ederer klar.

"Wir sind vorsichtig optimistisch, daß die nun eingeleitete Trendwende am Wiener Arbeitsmarkt anhält", bleibt die Stadträtin trotz der Erfolge zurückhaltend. "Neben der konjunkturellen Entwicklung wird es auch darauf ankommen, daß die zukünftige Bundesregierung weiterhin entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Die Stadt Wien wird jedenfalls auch weiterhin alles dafür tun, daß die positive Entwicklung des Wiener Arbeitsmarktes anhält und neue Chancen für Wiener Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen geschaffen werden", schloß die Finanz- und Wirtschaftsstadträtin. (Schluß) sto

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