OTS0179 5 AI 0267 GRP001 II Mo, 22.Mär 1999
Tschechien / Österreich / Atomenergie ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

Greenpeace begrüßt Aufschub der Temelin-Entscheidung durch Prager Regierung!

Österreichische Regierung muß im morgigen Ministerrat Temelin-Sofortmaßnahmenpaket beschließen

Wien/Prag (OTS) - Greenpeace begrüßt die Entscheidung der tschechischen Regierung nach Beratung des Endberichtes der internationalen Expertenkommission zwei Energieszenarien pro und kontra Temelin in Auftrag zu geben. Diese sollen von fünf Ministern (unter ihnen Industrieminister Gregr und Umweltminister Kuzvart) erstellt werden und die Folgen der Fertigstellung des AKW bzw. eines Projektabbruches untersuchen. Somit wird die endgültige Entscheidung zu Temelin bis Ende April vertagt. ****

Greenpeace fordert die österreichische Bundesregierung auf, im Ministerrat am Dienstag, den 23.4.1999, ein Sofortmaßnahmenpaket gegen Temelin zu beschließen: "Tschechien muß mit aller Klarheit signalisiert werden, daß es auf massive österreichische Hilfe bei einem Temelin-Ausstieg zählen kann.", fordert Alexander Egit, Sprecher von Greenpeace Österreich.

Greenpeace fordert nun von der österreichischen Regierung im Rahmen des Ministerrates folgendes 5-Punkte Sofortmaßnahmenpaket zu beschließen:

- Ausstiegshilfen für die tschechische Regierung aus dem AKW-Projekt Temelin

- Finanzhilfen für mögliche Nachnutzungskonzepte, wie schon von Umweltminister Kuzvart vorgeschlagen

- Bereitstellung von personellen Ressourcen für eine Entwicklung von Energie-Alternativszenarios unter besonderer Berücksichtigung erneuerbarer Energieträger

- Initiative für ein trilaterales Treffen (Österreich/ Tschechien/ Deutschland) zur Initiierung zwischenstaatlicher Hilfestellungen, sowie von Unterstützungsmaßnahmen der EU

- Know-How Transfer bzw. Unterstützung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, wie z.B. Kraft-Wärme Koppelung

"Ein klarer Beschluß der österreichischen Regierung stellt eine Nagelprobe für die Ernsthaftigkeit der österreichischen Anti-Atompolitik dar. Das Ausscheren einzelner Minister, wie Wirtschaftsminister Farnleitner, aus der Anti-Temelin-Allianz wäre vollkommen inakzeptabel.", warnt Greenpeace ausdrücklich vor Versuchen, Österreichs Anti-Temelin-Kurs zu torpedieren.

Weitere Informationen: Mag. Alexander Egit, Greenpeace Österreich,

Tel.: 0664/3262555
Bettina Tasser, Pressesprecherin Greenpeace
Österreich,
Tel.: 01-5454580-29 oder: 0664/2407075

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