- 09.06.2026, 12:30:32
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Flächendeckendes Darmkrebs-Screening in Wien startet
540.000 Wienerinnen und Wiener erhalten Einladungsschreiben für kostenlose Vorsorgeuntersuchungen für daheim
Mit dem heutigen Tag startet das Darmkrebs-Screening in Wien, durch das die Früherkennung dieser Krebsart deutlich verbessert werden soll. 540.000 Wienerinnen und Wiener zwischen 45 und 75 Jahren werden in den nächsten 11 Monaten ein Einladungsschreiben erhalten, mit der Möglichkeit an diesem Programm teilzunehmen. Das Programm soll keinen Ersatz für die bestehenden Möglichkeiten der Abklärung im niedergelassenen Bereich darstellen, sondern ebendieses sinnvoll ergänzen, um die Teilnahme durch die Wienerinnen und Wiener an Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen deutlich zu erhöhen.
„Gesundheit ist unser höchstes Gut und die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener steht für uns in der Stadtregierung an oberster Stelle. Gesund zu sein bedeutet mehr als nur frei von Krankheit zu sein. Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass wir Wien zur Vorsorgehauptstadt machen. Mit dem heutigen Start des flächendeckenden Darmkrebs-Screenings ist uns ein weiterer Meilenstein dorthin gelungen. Das alles in engster Kooperation zwischen Wien, der Sozialversicherung und der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. Nutzen Sie dieses neue und kostenlose Angebot, denn nur so lassen sich zahlreiche Fälle von Darmkrebs rechtzeitig entdecken und schwerwiegende Erkrankungen vermeiden.“
, so Bürgermeister Michael Ludwig.
Für 700.000 Wienerinnen und Wiener ist Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung empfohlen
Bei diesem Screening-Programm folgt man der Empfehlung der EU-Kommission einen fäkalen immunochemischen Stuhltest (FIT) anzubieten. Eine weitere Grundlage ist die Empfehlung des Nationalen Screening Komitee für Krebserkrankungen, die ein Darmkrebs-Screening-Programm mittels Koloskopie alle 10 Jahre oder FIT alle 2 Jahre für Personen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren vorsieht. In Wien fallen rund 700.000 Personen in diese Altersgruppe. Zieht man jene Personen ab, die in den letzten Jahren bereits eine Koloskopie durchgeführt haben, dann ergibt sich eine Zielgruppe von ca. 540.000 Menschen, die in den kommenden Monaten ein Einladungsschreiben erhalten werden.
Teilnahme an Wiener Darmkrebs-Screening ist freiwillig und kostenlos
Die Teilnahme an dem Test ist freiwillig und für die Teilnehmenden kostenlos. Das Programm ist vorerst für zwei Jahre finanziert; die Kosten werden sich auf rund 7,5 Millionen Euro pro Jahr belaufen und zwischen dem Wiener Gesundheitsfonds und den Krankenversicherungsträgern zu gleicher Hand geteilt. „Ich freue mich sehr, dass alle wichtigen Stakeholder im Wiener Gesundheitsbereich an einem Strang ziehen, und dieses eminent wichtige Vorsorgeangebot flächendeckend in ganz Wien zur Anwendung kommt. Durch dieses Screening werden Leben gerettet, Leid verhindert und letztlich auch teure Behandlungs- und Folgekosten gespart.“
, so der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.
„Das Darmkrebs-Screening ist für die Österreichische Gesundheitskasse ein wesentlicher Bestandteil moderner Vorsorgemedizin. Darmkrebs verursacht im Frühstadium oft keine Beschwerden, weswegen die Früherkennung so entscheidend ist. Durch regelmäßige Untersuchungen können Vorstufen wie Polypen rechtzeitig erkannt und entfernt werden, noch bevor daraus eine Krebserkrankung entsteht. Davon profitieren unsere Versicherten unmittelbar. Denn Vorsorge schützt nicht nur Gesundheit und Lebensqualität, sondern vermeidet auch belastende und kostenintensive Behandlungen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Jeder Euro, der in Prävention investiert wird, spart vielfach höhere Kosten in Therapie und Nachsorge. Als ÖGK sehen wir es als unseren gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrag, Gesundheitsvorsorge aktiv zu fördern, vermeidbare Todesfälle zu reduzieren und die Menschen dabei zu unterstützen, möglichst lange gesund und arbeitsfähig zu bleiben.“
, unterstreicht Agnes Streissler-Führer, die Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK in Wien.
„Die beste Behandlung ist jene, die gar nicht erst notwendig wird. Deshalb brauchen wir mehr Prävention statt Reparaturmedizin. Das kostenlose Darmkrebs-Screening für zuhause ist ein wichtiger Schritt, um Erkrankungen früher zu erkennen und die Heilungschancen deutlich zu verbessern. Jeder verhinderte Krebsfall bedeutet weniger Leid für Betroffene und eine Entlastung unseres Gesundheitssystems.“
, so NEOS-Wien-Gesundheitssprecherin Jing Hu.
Bei positivem Stuhltest ist Termin für Darmspiegelung innerhalb von 14 Tagen garantiert
Sollte ein Befund positiv sein, dann wird unmittelbar ein Termin im niedergelassenen Bereich gesucht. Sollte kein Termin ab Terminsuche innerhalb von 14 Tagen verfügbar sein, dann übernimmt automatisch das Projektkonsortium – Endomed Wien Mitte und Franziskusspital – und stellt einen Termin zur Verfügung.
Wie gestaltet sich der Ablauf des Darmkrebs-Screenings im Detail
- Die Personen der Zielgruppe erhalten ein Einladungsschreiben mit der Möglichkeit, wie schon bisher zwischen einer Vorsorge-Koloskopie im niedergelassenen Bereich oder der Bestellung eines FIT zu wählen.
- Die Bestellung des FIT kann entweder telefonisch über die Gesundheitsberatung 1450 oder online über www.darmgesundheit.wien erfolgen.
- Der FIT wird zu Hause durchgeführt. Der Test ist schmerzfrei und hochsensitiv. Er wird mit einem vorfrankiertem Rücksendekuvert übermittelt und die Probenummer ist eindeutig der Testperson zugeordnet.
- Der FIT wird in einer der 667 Wiener Postfilialen oder Postpartner von der Testperson abgeben und an das Labor geschickt – eine Sendungsverfolgung ist möglich.
- Die Laborauswertung erfolgt innerhalb weniger Tage.
- Bei einem auffälligen FIT-Ergebnis wird wie oben beschrieben eine Abklärungskoloskopie innerhalb von längstens 14 Tagen zur Verfügung gestellt. Das kann entweder wie gewohnt über die Fachärztin bzw. den Facharzt des Vertrauens oder über das Wiener Darmkrebs-Screeningprogramm erfolgen.
- Der Termin für die Koloskopie wird vorrangig über die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Wien gesucht. Nur, wenn bei den niedergelassenen Ärzt*innen kein Termin innerhalb von 14 Tagen gefunden werden kann, wird ein Termin über die Projektpartnerinnen Endomed Wien Mitte und Franziskusspital gebucht.
- Während des gesamten Prozesses gibt es eine zentrale Servicestelle, welche über 1450 erreichbar ist, mit der Möglichkeit einer telemedizinischen Beratung bei einem auffälligen FIT.
Erste Schreiben werden bereits heute an die Wienerinnen und Wiener versandt
Im Juni 2026 startet die Pretest-Phase, in der u.a. alle Prozesse getestet werden. In dieser Phase wird an 5.000 Personen ein Einladungsschreiben geschickt. Ab Juli 2026 wird über 10 Monate die gesamte Zielgruppe eingeladen; d.h. es erhalten pro Monat rund 50.000 Personen ein Einladungsschreiben. Die Schreiben werden alphabetisch absteigend nach Nachnahmen versandt. Sie werden mehrsprachig verfasst – neben Deutsch in Englisch, Türkisch und Bosnisch-Kroatisch-Serbisch.
Mit dem nun startenden Programm bekommt Wien erstmals ein durchgehend organisiertes, qualitätsgesichertes Darmkrebs-Screening; das alle wesentlichen Versorgungsstufen unter einem Dach vereint; von der Einladung über den FIT von zuhause bis zur Abklärungskoloskopie und Histopathologie.
Fachliche Begleitung erfolgt über eigens eingerichtetes Advisory Board
In einem begleitenden Advisory Board sind folgende Institutionen vertreten und geben fachlichen Input: Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie, Ärztekammer Wien, Wirtschafskammer Wien, Krebshilfe Wien, Bundesverband Selbsthilfe Österreich, Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft sowie die Senior*innenbeauftragte der Stadt Wien.
Rückfragen & Kontakt
Mario Dujakovic
Mediensprecher Bürgermeister Michael Ludwig
Telefon: +43 1 4000 81859
E-Mail: [email protected]
Mag. Norbert Schnurrer
Mediensprecher Stadtrat Peter Hacker
Telefon: +43 1 4000 81233
E-Mail: [email protected]
Österreichische Gesundheitskasse
Michaela Glauninger
E-Mail: [email protected]
NEOS Wien Rathausklub
Christoph Pflug
Telefon: +43 664 849 15 50
E-Mail: [email protected]
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