• 16.11.2023, 09:17:00
  • /
  • OTS0040

LH Mikl-Leitner: „Dürfen Intolerante nicht tolerieren“

Festrede beim Empfang zum Landesfeiertag: „Kampf gegen den Antisemitismus ist Teil unserer historischen Verantwortung“

Utl.: Festrede beim Empfang zum Landesfeiertag: „Kampf gegen den
Antisemitismus ist Teil unserer historischen Verantwortung“ =

St.Pölten (OTS) - „Die Ereignisse in Israel drohen zu einem
Flächenbrand antisemitischer Attacken zu werden. Die ersten Flammen
greifen bereits auf Österreich über. Daher ist es mir gerade an
unserem Landesfeiertag wichtig, unmissverständlich festzuhalten: Der
Kampf gegen den Antisemitismus und für die Sicherheit unserer
jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie für das Existenzrecht
des Staates Israel sind Teil unserer historischen Verantwortung und
unverrückbare Bestandteile unserer Republik. Wer daran zweifelt, wer
das nicht akzeptiert, wer meint, antisemitische Übergriffe werden in
diesem Land toleriert, der ist bei uns fehl am Platz“, sagte
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gestern, Mittwoch, im Zuge ihrer
Festrede anlässlich der Festveranstaltung zum niederösterreichischen
Landesfeiertag im Festspielhaus St. Pölten. Man werde „Angriffe auf
das friedliche Zusammenleben in unserer Gemeinschaft ganz sicher
nicht akzeptieren“, betonte sie dabei: „Wir müssen endlich damit
beginnen, die Intoleranten nicht länger zu tolerieren.“

Darüber hinaus wies die Landeshauptfrau auch auf die Bedeutung von
Vertrauen und Respekt für das Zusammenleben hin: „Diese Eskalation
auf der großen Weltbühne, diese rohe Gewalt, finden wir im Kleinen
leider immer öfter auch bei uns: Die Verrohung im Umgang miteinander.
Wenn es an gegenseitigem Respekt fehlt, wenn das Vertrauen verloren
geht, dann geht auch jede Grundlage für vernünftige Gespräche
verloren, dann fällt es immer schwerer, sich auf einen gemeinsamen
Nenner zu verständigen.“ Und weiter hielt sie dazu fest: „Dabei
sollten wir es doch aus unserer eigenen Geschichte wissen: Hass und
Unversöhnlichkeit, radikale Gegnerschaft, führen genauso ins
Verderben wie blinde Gefolgschaft.“ Daher brauche es „einen
Grundkonsens“, forderte sie „Vertrauen, Respekt und Wertschätzung
füreinander“. Dies sei nicht nur „die Grundlage unseres
Zusammenlebens“, sondern auch „die Grundfeste unserer Demokratie“.

Auch die Bedeutung der Wissenschaft für das Land Niederösterreich
wurde von der Landeshauptfrau in ihrer Festrede hervorgehoben:
„Niederösterreich ist ein Magnet für Spitzenforscherinnen und
Spitzenforscher – und das soll auch so bleiben. Denn Wissenschaft,
Forschung und Innovation spielen für uns eine zentrale Rolle – eine
bessere Zukunftsvorsorge gibt es nicht.“ Die Ergebnisse der
Wissenschaft seien „unsere Antworten auf die Herausforderungen der
Zukunft“, betonte sie und bezeichnete das ISTA in Klosterneuburg als
„unseren höchsten, internationalen Leuchtturm“ in diesem Bereich.
Diese Einrichtung besitze „internationale Anziehungskraft für die
besten Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt“, aktuell
arbeiteten dort über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus rund
80 Ländern. Mikl-Leitner: „Niederösterreich ist und bleibt der beste
Standort für Forschung. Dafür werden wir auch in Zukunft sorgen, denn
wer auf Wissenschaft, Forschung und Innovation setzt, der führt sein
Land in eine gute Zukunft. Wer meint, er komme gut ohne neue Ideen,
Erfindungen und Entwicklungen aus, der hat schon verloren, der ist
bald Vergangenheit“.

Als Gastredner des festlichen Empfanges zum Landesfeiertag fungierte
heuer der Präsident des ISTA Klosterneuburg, Martin Hetzer. In seinen
Ausführungen unter dem Titel „Das Innovationsparadoxon. Vom Wissen
und Unwissen“ ging er u. a. auf die Bedingungen ein, die
Spitzenforschung brauche. Dabei nannte er etwa „intellektuellen Mut“
in Form von Pionierdenken und Kreativität, Langfristigkeit, denn
„Forschung auf höchstem Niveau benötigt Zeit“ und „eine Kultur des
Risikobewusstseins“. Das ISTA in Klosterneuburg strebe u. a. auch
danach, „eine Organisation zu schaffen, die inspiriert und
motiviert“, „wo die Neugierde freien Lauf hat“ und wo man die
Freiheit habe, „den Forschungsbetrieb neu zu denken“.

Der Festliche Abend in St. Pölten ist der traditionelle Schluss- und
Höhepunkt des Niederösterreichischen Landesfeiertages am 15.
November. Auch heuer trafen sich wieder zahlreiche Gäste aus Politik,
Wirtschaft, Gesellschaft, Sport, Kirche, Kultur und Wissenschaft im
Festspielhaus, um den Festtag des Landespatrons Sankt Leopold zu
begehen. Die künstlerische Gestaltung des Abends erfolgte durch
niederösterreichische Nachwuchstalente, wie etwa das
Volksmusikensemble des Musikschulverbandes Region
Sonntagberg-Ostarrichi, die Volkstanzgruppe Herzogenburg und
Tänzerinnen des Gemeindeverbands der Musikschule Prinzersdorf, die
von David Kaltenbrunner vom Gemeindeverband der Musikschule Ybbsfeld
am Schlagwerk begleitet wurden. Weiters spielten Chiara Zoccola auf
der Flöte (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Jakob
Postl am Schlagwerk (Josef Matthias Hauer Musikschule der Stadt
Wiener Neustadt) sowie Sophie und Emilia Heim am Klavier
(Musikschulverband Waidhofen/Ybbstal). Für den schwungvollen
Abschluss sorgte ein Blechbläserensemble des Jugendorchesters
Niederösterreich.

Für die Kulinarik sorgten die Top-Wirte 2023/24 aus den
niederösterreichischen Tourismusdestinationen gemeinsam mit Georg
Loichtl vom Flieger-Catering: das Landgasthaus Essl aus Rührsdorf
(Top-Wirt Niederösterreich und Top-Wirt Donau), das Gasthaus Kolm aus
Arbesbach (Top-Wirt Waldviertel), Pollak`s Wirtshaus – der
Retzbacherhof aus Unterretzbach (Top-Wirt Weinviertel), der
Krumbacherhof aus Krumbach (Top-Wirt Wiener Alpen in
Niederösterreich) und Hueber der Wirt in Bründl aus St. Georgen an
der Leys (Top-Wirt Mostviertel).

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NLK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel