• 12.12.2022, 09:30:12
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willhaben-Analyse: So geht der österreichische Arbeitsmarkt mit der Teuerung um

Markus Zink, Head of Jobs bei willhaben
Österreich (OTS) - 



Aktuelle Marktforschung unter Jobsuchenden zeigt: Mehr als 40 Prozent der ArbeitgeberInnen leisten zusätzliche finanzielle Hilfestellungen
Ein Drittel der befragten Arbeitsuchenden hat sich bereits aktiv nach einem besser bezahlten Job umgesehen
Mehr zu arbeiten oder einen zweiten Job anzunehmen kommt für jeweils die Hälfte in Frage

Ende November 2022 waren hierzulande laut offizieller Stellen rund 330.000 Menschen als arbeitslos oder in Schulungen registriert. Das heißt auch: Österreich hatte heuer mit 6,2 Prozent die niedrigste November-Arbeitslosenquote seit 15 Jahren. Zeitgleich geht die weiterhin steigende Inflation auch am heimischen Arbeitsmarkt nicht spurlos vorbei. Im Rahmen der regelmäßigen Erhebung zum Thema Jobsuche haben willhaben und das Markt- und Meinungsforschungsinstitut marketagent ermittelt, wie österreichische ArbeitgeberInnen sowie ArbeitnehmerInnen auf Jobsuche mit der Teuerung umgehen. „Fest steht: Die Inflation stellt den heimischen Arbeitsmarkt auf die Probe und führt sowohl bei Unternehmen, als auch bei ArbeitnehmerInnen zu einem Umdenken“, so Markus Zink, Head of Jobs bei willhaben.

Fast die Hälfte der ArbeitgeberInnen leistet zusätzliche finanzielle Unterstützung

Im Rahmen der aktuellen Marktforschung haben willhaben und marketagent erhoben, welche Maßnahmen ArbeitgeberInnen ergreifen, um ihre MitarbeiterInnen in Zeiten der Teuerung zu unterstützen. Dabei zeigt sich, dass fast die Hälfte der Befragten auf finanzielle Hilfestellungen ihrer DienstgeberInnen zählen können. ArbeitnehmerInnen erhalten heuer zum Beispiel Sonderzahlungen/Boni (17,2 Prozent), Gutscheine (16,1 Prozent) oder andere Formen der Unterstützung (6,2 Prozent). Knapp ein Fünftel der Befragten weiß aktuell (noch) nicht, welche Maßnahmen ihre ArbeitgeberInnen hier ergreifen werden; 1,3 Prozent geben indes an, dass sie erst im kommenden Jahr mit finanziellen Hilfestellungen rechnen. Mit Blick auf Gesamt-Österreich erklären beinahe 40 Prozent der ProbandInnen, heuer keine monetäre Unterstützung zu erhalten – ein Wert, der im Bundesland-Vergleich in Wien am niedrigsten (30,6 Prozent geben an, keine finanzielle Hilfestellung zu erhalten) und in Niederösterreich/Burgenland am höchsten (48,7 Prozent geben an, keine finanzielle Hilfestellung zu erhalten) ist. Auffallend ist zudem, dass laut der Befragung Personen mit einem Nettoeinkommen von 2.500 Euro und mehr häufiger von Sonderzahlungen sowie Boni, Gutscheinen und weiteren Formen der finanziellen Unterstützung profitieren, als Personen in niedrigeren Gehaltsklassen.

Ein Drittel hat bereits Maßnahmen gesetzt, einen besser bezahlten Job zu finden

Des Weiteren haben willhaben und marketagent ermittelt, ob die Teuerung ArbeitnehmerInnen in die Lage bringt, einen Job- bzw. Branchenwechsel oder gar über die Aufnahme eines Zweitjobs in Betracht zu ziehen. Auch hier zeigt sich deutlich, dass die Inflation massive Auswirkungen auf den heimischen Arbeitsmarkt hat. Markus Zink, Head of Jobs bei willhaben, erklärt: „Für rund ein Drittel der befragten ÖsterreicherInnen auf Jobsuche, war die Steuerung ein Anstoß, sich aktiv nach einem besser bezahlten Job in derselben Branche umzusehen, weitere etwa 40 Prozent haben zumindest darüber nachgedacht. Aber: Nicht nur ein Job-, sondern auch ein Branchenwechsel kommt in diesen Tagen für viele ÖsterreicherInnen in Frage – rund 30 Prozent der Befragten haben hier bereits konkrete Schritte gesetzt. Generell spielt die aktuelle Wirtschaftssituation bei Männern, jüngeren ArbeitnehmerInnen und vor allem WienerInnen eine überdurchschnittlich große Rolle bei der beruflichen Zukunft."

Mehr Wochenstunden oder ein Zweitjob sind für jeweils die Hälfte der Befragten eine Option

„Zusätzlich zum Wechsel in einen besser bezahlten Job oder in eine besser bezahlte Branche ziehen immer mehr ÖsterreicherInnen in Betracht, mehr zu arbeiten – entweder an ihrem aktuellen Arbeitsplatz, oder in einem zusätzlichen Zweitjob“, sagt Markus Zink. 23,5 Prozent der StudienteilnehmerInnen haben schon konkrete Maßnahmen ergriffen, mehr Wochenstunden zu leisten, weitere 24,9 Prozent haben zumindest darüber nachgedacht. Ähnlich verhält es sich mit Blick auf die Aufnahme eines Zweitjobs – mehr als 22 Prozent hat die Suche danach bereits aktiv in die Wege geleitet, ein beachtliches Drittel hat dies in Erwägung gezogen. Überdurchschnittlich hoch sind diese Werte bei den 15 bis 19-jährigen sowie bei den 20 bis 29-jährigen ArbeitnehmerInnen, Personen die in Teilzeit arbeiten, bei Nicht-AkademikerInnen und Alleinerziehenden.

„Unsere Erhebung zeigt, dass die aktuelle wirtschaftliche Situation Druck in den heimischen Arbeitsmarkt bringt. Dabei eröffnen sich den Jobsuchenden jedoch auch zahlreiche, vielversprechende Perspektiven. Denn auch das zeigt unsere Marktforschung: Drei Viertel der befragten Personen haben im Rahmen ihrer Jobsuche bereits potenziell passende Angebote für die berufliche Zukunft entdeckt“, konstatiert Zink abschließend.

Methodik

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut marketagent hat im Auftrag von willhaben im Herbst 2022 insgesamt 1.050 Interviews zum Thema „Jobsuche“ durchgeführt. Befragt wurden Personen im Alter zwischen 15 und 59 Jahren, die aktuell auf Jobsuche sind bzw. in den letzten 12 Monaten auf Jobsuche waren. Das Sample steht repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

Rückfragen & Kontakt

Gerlinde Giesinger
PR Managerin / willhaben
Tel.: 0699/1003 1570
E-Mail: presse@willhaben.at

Andreas Pucher
PR Manager / willhaben
Tel.: 0699/1303 1518
E-Mail: presse@willhaben.at

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