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ORF-„matinee“ am Feiertag: Janáček-Oper „Kát’a Kabanová“ von den Salzburger Festspielen, davor Porträt Regisseur Barrie Kosky

Außerdem: Spieldoku „Das Große Welttheater – Salzburg und seine Festspiele“, „Ikonen Österreichs – Die Knopferlharmonika“

Wien (OTS) - Die Feiertags-„matinee“ zu Mariä Himmelfahrt, am Montag, dem 15. August 2022, blickt ab 9.05 Uhr in ORF 2 einmal mehr nach Salzburg zu den Festspielen, schließlich findet dort derzeit, wie es in der zu Beginn stehenden Dokumentation heißt, „Das Große Welttheater“, statt. Beate Thalbergs Hochglanzproduktion – eine als Spieldoku angelegte filmische Zeitreise mit Burg- und Filmschauspieler Florian Teichtmeister als Diener einer speziellen Tischgesellschaft – beleuchtet die bewegte Festivalgeschichte. Danach steht in der Reihe „Ikonen Österreich“ (10.00 Uhr) die Knopferlharmonika im Mittelpunkt, gefolgt vom Porträt „Monsieur Butterfly – Barrie Kosky, Opernmagier“ (10.10 Uhr). Der Film von Felix von Boehm stellt den australisch-deutschen Regisseur ins Rampenlicht, der heuer die Neuinszenierung von Leoš Janáčeks Oper „Káťa Kabanová“ in der Felsenreitschule übernommen hat. Als Abschluss des von Peter Schneeberger moderierten ORF-Kulturvormittags präsentiert ORF 2 eine Aufzeichnung der Neuproduktion (11.05 Uhr) des selten gespielten Spätwerks des mährischen Komponisten.

„Monsieur Butterfly – Barrie Kosky, Opernmagier“ (10.10 Uhr)

Der Kunst der Oper verfiel der gebürtige Australier Barrie Kosky im zarten Alter von sieben Jahren, als seine jüdisch-ungarische Großmutter ihn erstmals in eine Aufführung von Puccinis „Madama Butterfly“ mitnahm. Heute ist er als Regisseur an allen bedeutenden Opernbühnen der Welt zu Hause und zudem Intendant der Komischen Oper Berlin, die unter seiner Leitung zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt wurde. Koskys künstlerisches Schaffen umfasst dabei das gesamte Spektrum von der leichten Operettenkunst, die er am eigenen Haus wiederentdeckt hat, bis hin zum Giganten Richard Wagner, dessen „Meistersinger“ er im Sommer 2017 in Bayreuth auf die Bühne brachte. So wird Barrie Kosky auch in diesem Film nicht müde, seine Ablehnung einer Unterscheidung in ernste und unterhaltende Kultur zu betonen. Das Filmporträt folgt dem in jeder Hinsicht unterhaltsamen Ausnahmeregisseur und Opernmagier durch ein turbulentes Jahr, in dem er sowohl den Bizet-Klassiker „Carmen“ am Opernhaus Frankfurt als auch Schostakowitschs „Nase“ im Londoner Covent Garden aufführt und sich gleichzeitig auf eine ebenso radikale wie politische „Meistersinger“-Inszenierung auf Bayreuths Grünem Hügel vorbereitet.

„Káťa Kabanová“ von den Salzburger Festspielen 2022 (11.05 Uhr)

1921 in Brno uraufgeführt, steht „Káťa Kabanová“ am Beginn von Leoš Janáčeks letzter Schaffensdekade. Das Libretto zu dieser Oper – das beklemmende Porträt einer in kleinbürgerlichen Konventionen eingesperrten Frau – basiert auf der tschechischen Übersetzung von Alexander Ostrowskis Schauspiel „Das Gewitter“ aus dem Jahr 1859, das in einem kleinstädtischen, von wohlhabenden Kaufleuten beherrschten Milieu Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland spielt. Janáčeks musikdramatischer Stil in seinen letzten Lebensjahren, in dem sich die von ihm viel erforschten „Sprachmelodien“ widerspiegeln, ist unverkennbar: Er konzentriert Charaktere, Psychologie und Situationen, und lässt eine Atmosphäre entstehen, die das Publikum direkt und unvermittelt berührt. Regisseur Barrie Kosky möchte in seiner Neuinszenierung bei den Salzburger Festspielen den Gegensatz und die Spannung zwischen der Protagonistin und ihrer beengenden Lebenswelt verdeutlichen.

Corinne Winters hat die Hauptrolle der Káťa übernommen, deren brennender Drang nach Freiheit durch ihre Heirat und ihre klaustrophobisch anmutende Lebenssituation erstickt zu werden droht. Jaroslav Březina schlüpft in die Rolle ihres, im Alkohol Zuflucht suchenden Ehemanns Tichon, dessen Mutter, die Kaufmannswitwe Kabanicha (Evelyn Herlitzius) mit nörgelndem Ton und despotischer Hand über den Haushalt wacht. Als sich die Gelegenheit bietet, arrangiert Káťas Schwägerin Varvara (Jarmila Balážová), die um Káťas unerfüllten Sehnsüchte und ihre heimliche Liebe weiß, ein Treffen mit dem unverheirateten Boris (David Butt Philip), wodurch die schicksalhafte Geschichte ihren Lauf nimmt. Die Partie von Boris‘ Onkel Savjol Prokofjevič Dikoj, der wiederum Káťas Schwiegermutter die Aufwartung macht, wird vom deutschen Bass Jens Larsen gesungen. Am Pult der Wiener Philharmoniker gibt der tschechische Dirigent Jakub Hrůša sein Festspieldebüt. Felix Breisach zeichnet für die Fernsehbilder der ORF-Aufzeichnung aus der Felsenreitschule verantwortlich. Durch den Opernvormittag führt Teresa Vogl.

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