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Erschießung von Wolfseltern strafrechtlich relevant

Tierschutzorganisation PFOTENHILFE sieht rote Linie überschritten / Anzeige bei Staatsanwaltschaft gegen Behörde und Täter angekündigt

Ethisch gesehen ist es ohnehin vollkommen unverantwortlich, eine derartige unmenschliche und barbarische Gräueltat zu begehen. Stellen Sie sich vor, man würde Hunde mit ein paar Wochen von ihren Eltern trennen und nicht mehr füttern.
Jürgen Stadler

Lochen/Lavant (OTS) - Die politische, aber keinesfalls sachlich gerechtfertigte, Hetze gegen Wölfe ist in Österreich mittlerweile unerträglich geworden. Der Wolf wird in Tirol sogar als Wahlkampfthema missbraucht. Die Tierschutzorganisation PFOTENHILFE sieht nun eine rote Linie überschritten. Es geht nicht mehr ausschließlich um Natur- und Artenschutz, sondern um strafrechtliche Tierquälerei, für die ein Strafrahmen von bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe angedroht wird.

"Wenn hier tatsächlich - behördlich verordnet - Wolfseltern erschossen werden, deren Junge noch lange nicht selbstständig lebensfähig sind, werden diese qualvoll sterben, und das ist eindeutig vorsätzliche Tierquälerei und mutwillige Tötung, wie sie im §222 des Strafgesetzbuches beschrieben ist. Deshalb werden wir im Falle einer solchen Straftat sowohl die Behördenvertreter als auch die Täter anzeigen", kündigt Jürgen Stadler von der Tierschutzorganisation PFOTENHILFE an. "Ethisch gesehen ist es ohnehin vollkommen unverantwortlich, eine derartige unmenschliche und barbarische Gräueltat zu begehen. Stellen Sie sich vor, man würde Hunde mit ein paar Wochen von ihren Eltern trennen und nicht mehr füttern. Dasselbe muss natürlich für Wölfe gelten. Wozu haben wir in Österreich ein aufwändiges Wolfsforschungszentrum, wenn dessen Erkenntnisse dann von den Verantwortlichen ignoriert werden? Erst nach sechs Monaten sind junge Wölfe in der Lage - wohlgemerkt im Rudel, gemeinsam mit ihren Eltern - zu jagen. Wenn sie im Mai geboren sind, werden sie also elend verhungern. Aber genau das scheint der inkriminierte Tiroler Bescheid zum Ziel zu haben."

Schon einmal wurden in Österreich große, heimische Beutegreifer ausgerottet, als etwa 30 Bären still und heimlich getötet wurden. Nur wenige Täter wurden erwischt. Jetzt soll der 1882 bereits einmal ausgerottete Wolf gezielt ein zweites Mal ausgerottet werden. Selbst das einzige Rudel, dass es seit der ersten Ausrottung gab, am Truppenübungsplatz Allentsteig (NÖ), wurde seit über einem Jahr nicht mehr gesichtet.

"Die jetzt zum Abschuss freigegebenen Wolfseltern sind offenbar aus Nachbarländern zugewandert. Woher sollen diese in Europa heimischen Tiere Grenzen kennen und warum sollten sie sie beachten? Es handelt sich um geschützte Wildtiere, die einfach nur leben wollen, wie alle anderen auch. Warum kann ein Land wie Österreich, dass sich für die Schönheit der Natur und seine Nationalparks rühmt, diese nicht einfach in Ruhe lassen, so wie unsere Nachbarländer auch?", fragt Stadler abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Tierschutzorganisation PFOTENHILFE
Jürgen Stadler
+43|664|848 55 50
juergen.stadler@pfotenhilfe.at
www.pfotenhilfe.at

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