- 17.03.2022, 11:18:27
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AK: Teurer wohnen? Mietteuerung im April stoppen – jetzt!
Im April sollen Richtwert- und Kategoriemieten steigen – Belastungen für Mieter:innen überproportional
Utl.: Im April sollen Richtwert- und Kategoriemieten steigen –
Belastungen für Mieter:innen überproportional =
Wien (OTS) - Derzeit überrollt eine Teuerungswelle die Menschen und
bringt viele unter Druck. „Hohe Mieten, Energie-, Sprit- und
Lebensmittelpreise – das alles heizt die Inflation weiter an, aktuell
knapp sechs Prozent. Im April sollen Mieter:innen erneut zur Kasse
gebeten werden – das ist unfassbar“, sagt AK Wohnexperte Thomas Ritt.
„Fest steht: Es gibt eine Schieflage – die Mieter:innen zahlen und
zahlen, auf der anderen Seite verdienen sich Immobilienbesitzer:innen
eine goldene Nase.“ Daher: Stopp der Mietenteuerung! Die Regierung
soll endlich was tun – es geht sich noch aus!
„Alles ist so teuer – das hört man derzeit sehr oft. Und für
Mieter:innen steht schon die nächste Belastungswelle vor der Tür“,
warnt Ritt. „Im April sollen die Richtwert- und Kategoriemieten
steigen.“ Die AK hat berechnet: plus 5,85 Prozent bei Richtwert- und
plus 5,47 Prozent bei Kategoriemieten. Das hieße für mehr als eine
Million Mieter:innen rund 140 Millionen Euro mehr an Miete im Jahr
zahlen.
Preisschock bei Mieten: Die Erhöhung der Richtwertmieten bringt
bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung in einem Altbau in Wien Mehrkosten
von rund 360 Euro im Jahr. Da der Richtwert für jedes Bundesland
unterschiedlich ist, unterscheiden sich auch die Mehrkosten. In
Vorarlberg, wo der Richtwert am höchsten ist, müssten Mieter:innen
über 550 Euro mehr zahlen.
„Die Mieter:innen werden zur Kasse gebeten, sind bei Befristungen
erpressbar, wenn Verträge auslaufen, zudem sind befristete
Mietverträge im Altbau regelmäßig weit überteuert. Bei den
Immobilienfirmen hingegen sprudeln die Mieteinnahmen“, erklärt Ritt.
„Während die Gesamtwirtschaft in zwölf Jahren lediglich um knapp 30
Prozent gewachsen ist, sind die Mieteinnahmen der Immobranche mit
über 100 Prozent total unverhältnismäßig gestiegen.“ Warum?
Befristungen und Überzahlung bei Befristungen durch unerlaubte
Aufschläge lassen die Mieteinnahmen in die Höhe schießen.
Inzwischen sind 73 Prozent der neuen privaten Mietverträge
befristet, bei den bestehenden ist es die Hälfte. Das schafft extreme
Unsicherheit und Erpressbarkeit und höhlt bestehende Rechte aus.
Teurer wird es in jedem Fall, auch wenn nicht verlängert wird. Und:
90 Prozent der befristeten Verträge im Altbau haben überteuerte
Mieten. Allein im Jahr 2020 beträgt die Überzahlung pro Wohnung
durchschnittlich beinahe 1.600 Euro, hat die AK aufgrund des
Mikrozensus der Statistik Austria berechnet. Das ist ein
ungerechtfertigter Aufschlag von 32 Prozent.
„Spürbare Entlastungen für die Mieter:innen sind dringend nötig“,
fordert Ritt. „Die Mietanhebung im April muss ausgesetzt werden. Das
geht sich noch aus, wenn die Regierung jetzt was tut. Wenn sie hier
weiter säumig bleibt, muss es aus Sicht von AK mindestens ein
pandemiebedingtes Mietzinsmoratorium geben. Das heißt: Die Mieten bis
zum Ende der Pandemie einfrieren. Wenn die Pandemie heuer endet, soll
nächstes Jahr erhöht werden – aber ohne die Inflation von 2020 und
2021.“
SERVICE: Mehr Infos und Details unter
https://www.arbeiterkammer.at/mieten
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