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TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Omikron-Sorgen in der Wirtschaft", von Alois Vahrner

Ausgabe vom Samstag, 18. Dezember 2021

Innsbruck (OTS) - Kaum ist der vierte Corona-Lockdown beendet, befürchten viele wegen der offenbar noch weit ansteckenderen Omikron-Variante schon die nächste große Welle bereits im Jänner. Vor allem auch in der Wirtschaft ist man sehr beunruhigt.

Das einzig Sichere in dieser Zeit ist offenbar die Unsicherheit. Viele sind des Wechselspiels aus Beschränkungen und dann wieder schrittweisen Lockerungen längst müde. Sosehr sich aber alle nach 21 Monaten Corona ein rasches Ende der Pandemie herbeisehnen, bis auf Weiteres ist ein solches leider nicht in Sicht.
Als sich die vierte Covid-Welle zuletzt immer höher auftürmte, kam das, was zuvor von der Politik lange ausgeschlossen war – ein Lockdown auch für Geimpfte und Genesene. Die Zahlen sind tatsächlich gesunken, wenngleich, wie auch hier in Tirol, noch immer auf kein beruhigendes Niveau.
Tourismus, Gastronomie, körpernahe Dienstleister, die Kultur und der Handel durften, wie versprochen, nach 20 Tagen wieder aufsperren. Letzterer kann nun zumindest hoffen, auch mit dem ersten Verkaufs-Sonntag der Geschichte im so wichtigen Weihnachtsgeschäft wenigstens einen Teil der Lockdown-Einbußen wieder aufzuholen.
Bis wann wird die Wirtschaft, ob nun mit 3-G-Regeln in der Arbeit oder mit 2-G-Beschränkungen etwa im Tourismus oder weiten Teilen des Handels, wieder halbwegs normal operieren können? Mit Blick auf die wenig erfreulichen Prognosen von Experten rund um die drohende rasche Omikron-Ausbreitung (das Virus soll ja angeblich dreimal so ansteckend sein wie die jetzt vorherrschende Delta-Variante) herrscht bei Wirtschaftsvertretern bereits wieder Alarmstufe Rot. Denn sollte die Infektionskurve samt Krankenhaus-Belegung steil nach oben zeigen, wird der Politik entgegen so manchen Beteuerungen wieder nichts anderes übrig bleiben, als zuzusperren.
Alle hofften, dass nach dem Abbruch der vorletzten und dem Total-Ausfall der Tourismus-Wintersaison im Vorjahr mit strikten Corona-Konzepten wieder bessere Zeiten anbrechen. Das Prinzip Hoffnung bleibt, Omikron sorgt aber (etwa neben der Covid-Lage in den Herkunftsländern wie Deutschland und der Quarantäneregelung bei der Rückkehr für Kinder) für große Fragezeichen.
Für Sorgenfalten in allen Teilen der Wirtschaft sorgt nicht nur der akute Personalmangel, sondern auch die verschärften Quarantäne-Regeln bei Omikron. Bei Kontakt mit einem Omikron-Fall gilt man ja unabhängig von Impfung oder Genesung als K1-Person und muss sogar für 14 Tage in Quarantäne, und das ohne Chance auf vorzeitige Beendigung durch Freitesten. Nicht nur in der Industrie fürchtet man wohl nicht zu Unrecht, dass da ganze Produktionen wochenlang lahmgelegt werden könnten. Auch abseits der Proteste gegen Impf-Pflicht und Corona-Maßnahmen drohen da leider sehr, sehr schwierige Wochen.

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