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Grüne Wien/Spielmann: Int. Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter:innen – Nur Rechte und Entstigmatisierung von Sexarbeit verhindern Gewalt

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Sexarbeiter:innen machen die Grünen Wien auf die prekäre Situation der Sexarbeiter:innen, die sich durch die Corona-Pandemie weiter verschärft hat, aufmerksam und unterstützen die Forderungen des Netzwerks von und für Sexarbeiter:innen (Pro Sexwork, IBUS - Innsbrucker Beratung und Unterstützung für Sexarbeiter:innen, Maiz, Lefö, Pia, SXA, sexworker.at und red edition)

In Wien sind ca. 3800 Personen als Sexdienstleiter:innen registriert. Nach Schätzungen der Stadt Wien sind zusätzlich an die 3.000 Sexarbeiter:innen nicht registriert. 90% der Sexarbeiter:innen sind laut Schätzungen Menschen mit Migrationsgeschichte – der überwältigende Großteil davon sind Frauen.

„Das aufgrund der verordneten Lockdowns ausgesprochene Verbot für Sexdienstleistungen hat viele Sexarbeiter:innen in eine existenzielle Notlage gebracht. Zu Beginn waren Sexdienstleister:innen vom Zugang zu den Corona- Härtefallfonds ausgeschlossen. Die Grünen haben diesen Zugang für Sexarbeiter:innen erkämpft. Wichtig wäre in dem Zusammenhang - wie von den Sexarbeiter:innen Organisationen gefordert – die Vereinheitlichung der Rechtslage und eine niederschwellige Kommunikation der Regelungen, vor allem auch in Bezug auf die COVID-Situation,“ so Frauensprecherin Viktoria Spielmann.

Sexarbeiter:innen sind trotz ihrer Tätigkeit sehr oft von Armut betroffen und aufgrund von Mehrfachdiskriminierung (durch Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit, Rassismus), Kriminalisierung, Stigmatisierung und der fehlenden Anerkennung ihrer Rechte gewaltvollen Situationen und Strukturen besonders stark ausgesetzt. Schikanöse polizeiliche Kontrollen tragen weiter zur Prekarisierung ihrer Situation bei.

„Sexarbeiter:innen zögern oft, Gewaltvorfälle anzuzeigen, da sie Angst haben, von der Polizei schikaniert oder nicht ernst genommen zu werden, oder ihnen sogar die Schuld an der erlebten Gewalt zugeschoben wird. Wenn wir Sexarbeiter:innen vor Gewalt schützen wollen, müssen wir vor allem gesetzlich garantierte Rechte durchsetzen und den niederschwelligen Zugang zu Wissen und Informationen für Sexarbeiter:innen verbessern. Desweiteren sprechen wir uns für niederschwellige und mehrsprachige Gesundheitsangebote für Sexarbeiter:innen statt entwürdigenden Zwangsuntersuchungen aus,“ so Spielmann.

Spielmann unterstützt die Forderung nach mehr politischem Mitspracherecht von Sexarbeiter:innen. „Ich habe immer wieder den Eindruck, dass viel über Sexarbeiter:innen aber nicht mit Sexarbeiter:innen gesprochen wird. Sexarbeiter:innen sind die Expert:innen ihrer eigenen Bedürfnisse und ihres Arbeitslebens. Ihre Forderungen müssen gehört und ihre Entscheidung Sexdienstleistungen anzubieten, akzeptiert werden.“

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