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Litschauer/Grüne: Sicheren, sauberen und billigen Atomstrom gibt es nicht

Einstimmiger Beschluss gegen den Bau von Small Modular Reactors (SMR) in der EU sehr erfreulich

Wien (OTS) - „Sicher, sauber, fast umsonst. So einen Atomstrom gibt es nicht“, ist Martin Litschauer, Anti-Atomenergie Sprecher der Grünen, überzeugt. Er freut sich über den heutigen Beschluss gegen den Bau von Small Modular Reactors (SMR) in der EU, der auf seine Initiative hin gemeinsam von allen Parteien eingebracht und gestützt wurde.

„Die Energiewende ist eine Herkulesaufgabe, die innovative Zukunftstechnologien erfordert. Die versprochenen SMRs sind aber genau das Gegenteil, sie stecken seit Jahrzehnten in Geburtswehen. Seit den 1930ern wird der Bau kleiner Reaktoren mit alternativen Kühlmitteln und Brennstoffen erforscht und erprobt. Alle Projekte sind bisher gescheitert“, gibt Litschauer zu bedenken.

Und weiter: „Bis zu zehntausende Mini-AKWs sind nötig, um allein die bestehende Nuklearflotte zu ersetzen. Diese Produktionszahl ist noch völlig unrealistisch. Bis zur Marktreife von Konzepten, die tatsächlich Vorteile in puncto Sicherheit bringen würden, wird es noch Jahrzehnte dauern. SMRs kommen zu spät für die Energiewende. Jeder Euro, der jetzt in die Entwicklung von SMRs gesteckt wird, fehlt der Weiterentwicklung Erneuerbarer Energien und Speichertechnologien.“

Einen weiteren Aspekt sieht Litschauer problematisch: „Kleinreaktoren werden zwar mit weniger spaltbarem Material betrieben, aber geplant sind ja Tausende dieser Mini-Reaktoren auf der ganzen Welt einzusetzen. Expert*innen orten daher die Schaffung eines unkontrollierbaren Miniatombomben-Arsenals. Ich sehe die reale Gefahr, dass unser Atommüllberg weiterwachsen wird und terroristische Organisationen leicht zu hochangereichertem Uran und Plutonium kommen können. Mini-Reaktoren werden aber auch von vielen Militärs als U-Boot-Antriebe und Flugzeugträger entwickelt. Damit erhöht sich das Risiko von atomaren Zwischenfällen auf der ganzen Welt.“

„Länder, die jetzt massiv auf SMRs setzen, verfolgen ganz klar auch militärische Interessen. Die zivile Atomenergie liefert Munition und Know-How für die militärische Nutzung und ich möchte nicht das sich die Geschichte des Irans wiederholt. Wenn jetzt auf EU-Ebene Atomenergie das grüne Mascherl bekommt, wird damit auch das nukleare Wettrüsten vorangetrieben. Gemeinsam mit unserer Klimaschutzministerin werde ich mich deshalb auch weiterhin massiv gegen die Aufnahme von Atomenergie in die EU-Taxonomie-Verordnung einsetzen“, sagt Litschauer abschließend.

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