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WEG-Novelle: Wohnen im Eigentum bald unerschwinglich?

Novelle gefährdet die Erhaltung von Eigentum und erweist sich fern der Praxis.

Wien (OTS) - Bereits mehrfach hat der Österreichische Haus- und Grundbesitzerbund (ÖHGB) die geplante Novelle zum WEG kritisiert, welche die Regierung auf Biegen und Brechen noch vor dem Jahreswechsel unter Dach und Fach bringen will.

Der Knackpunkt der Novelle betrifft Änderungen bei der Beschlussfassung durch die Wohnungseigentümer. Durch einen gewaltigen Systembruch in der Mehrheitsbildung soll eine Minderheit von nur einem Drittel künftig Beschlüsse fassen können. Durch eine drastische Reduktion der Mehrheitsverhältnisse bei Abstimmungen innerhalb der Eigentümergemeinschaft ist zu befürchten, dass von einer hartnäckigen Minderheit Maßnahmen forciert werden, die viel Geld kosten, sich aber im Großen und Ganzen als unwirtschaftlich erweisen und zu überhöhten Zahlungen der Eigentümergemeinschaft führen.

Über lange Zeit wurde den Menschen empfohlen, in Wohnungseigentum zu investieren, um persönliche Pensionsvorsorge zu treffen. ÖHGB-Präsident Dr. Martin Prunbauer: „Hintergedanke war, im Alter nicht mit Mietkosten belastet zu sein. Aber auch viele junge Familien, die zur Finanzierung der eigenen vier Wände Kredite aufgenommen, stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand.“ Lehnt ein Drittel der Eigentümer den Abschluss eines Hauskredites ab, sind Eigentümer, die diese zusätzlichen Kostenbelastungen nicht stemmen können, gezwungen zu verkaufen.

„Es müsste in diesen Fällen zumindest die Möglichkeit eingeräumt werden, einen Hauskredit zu beantragen“, bewertet Prunbauer die prekäre Situation steigender Kostenbelastung. Eine Beschlussfassung nach den neuen Bestimmungen würde vor allem für mittelständische Eigentümer eine Belastungsprobe darstellen. Gerade ältere Eigentümer haben oft Probleme, einen Bankkredit zu bekommen und die Jungen haben zumeist den Kreditrahmen wegen des Ankaufs der Wohnung ausgeschöpft.

Die Regelungen im neuen WEG führen zu dem unbilligen Ergebnis, dass finanziell stärkere gegenüber finanziell schwächeren Eigentümern bevorzugt werden. „Wohnen im Eigentum kann auf diese Weise unerschwinglich werden,“ weist Prunbauer mit Nachdruck auf die Auswirkungen dieser Reform hin.

Mehr über den ÖHGB

Der Österreichische Haus- und Grundbesitzerbund (ÖHGB, www.oehgb.at) ist die größte freiwillige Interessenvertretung österreichischer Haus-, Grund- und Wohnungseigentümer.

Die Hauptaufgabe des ÖHGB besteht im Schutz und in der Förderung des Privateigentums sowie der Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der privaten ImmobilienbesitzerInnen. Die ca. 30.000 Mitglieder teilen sich auf die neun Landesverbände auf, die ihren Mitgliedern mit fundierten Rechts-, Steuer-, Versicherungs-, Bau- bzw. Finanzierungsberatungen und weiteren, umfangreichen Informations- und Serviceleistungen, zur Seite stehen. Darüber hinaus betreiben der ÖHGB und dessen Landesverbände im Interesse der Mitglieder aktive Standespolitik in der Interessenvertretung auf allen Ebenen.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Haus- und Grundbesitzerbund
Dr. Marie-Theres Ehrendorff
Pressesprecherin
Tel.: +43 676 3239 645
marie-theres.ehrendorff@oehgb.at

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