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Beschluss ÖVP, Grüne, NEOS und FPÖ: Schweine-Vollspaltenboden soll für immer bleiben

Im beigefügten Bild sieht man den Unterschied zwischen Buchtenboden alt und Buchtenboden ab 2023 für Neu- und Umbauten: für die Tiere wird es nur schlechter!

Wenn dieses neue System, das vom alten Vollspaltenboden praktisch nicht zu unterscheiden ist, tatsächlich bei Neubauten etabliert wird, dann werden wir es nicht mehr los. Wir brauchen jetzt eine echte Lösung. Wir brauchen ein Verbot des Vollspaltenbodens, bei dem ein Liegebereich vorgeschrieben wird, der diesen Namen auch verdient. Ein Liegebereich nämlich, in dem es keine Spalten in eine Güllegrube darunter gibt, sondern eine tiefe Stroheinstreu. Und der so groß ist, dass alle Schweine gleichzeitig darauf liegen können.
DDr. Martin Balluch, VGT-Obmann

Wien (OTS) - Die Regierungsparteien im Parlament sind stolz auf ihre Leistung. Sie haben heute zusammen mit den NEOS und der FPÖ per Beschluss die Regierung aufgefordert, das System des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung einzuführen, das in Dänemark vor 21 (!) Jahren eingeführt wurde und seit 1. Juli 2015 überall in den Mega-Schweinefabriken dieses größten Schweineproduzenten der EU umgesetzt ist. Die Regierung soll also 23 Jahre nach dem Einführung im Land mit den größten Schweinefabriken der EU jetzt auch in Österreich für Neu- und Umbauten dasselbe Haltungssystem einführen. Nicht nur, dass Österreich damit beweist, in der Schweinemast Jahrzehnte hinten nach zu sein, von wegen Vorbild für Europa. Die Regierung folgt damit dem Weg der maximalen Industrialisierung und Technisierung der Schweineproduktion, hin zu noch größeren Schweinefabriken.

In Dänemark hat sich nach dem Gesetzesbeschluss vom Jahr 2000 in Sachen Vollspaltenboden gar nichts mehr getan. Die gesetzliche Verpflichtung, einen Liegebereich mit halb so vielen Spalten vorsehen zu müssen, war nicht der Anfang vom Ende des Vollspaltenbodens. Vielmehr hat dieser Beschluss den Vollspaltenboden für die folgenden Jahrzehnte fixiert. Wenn einmal Betriebe diese neuen Vollspaltenbuchten in ihren Neu- und Umbauten umgesetzt haben, dann sagen sie mit recht, dass man ihnen jetzt nicht mehr vorschreiben kann, noch einmal umzubauen und aus dem Liegebereich die Spalten zu entfernen und ihn mit tiefer Stroheinstreu zu versehen. Dieser Beschluss ist also nur zum Nachteil der Tiere. In diesen Buchten werden sie im eigenen Kot liegen und das Ende des Vollspaltenbodens wird damit bis zum St. Nimmerleinstag hinaus gezögert.

Der Antrag auf ein echtes Vollspaltenbodenverbot von der SPÖ wurde mit den Stimmen der Regierungsparteien zusammen mit den NEOS abgeschmettert. Bei Letzteren hat man nämlich die kritische Tierschutzsprecherin Fiona Fiedler durch eine systemkonforme Landwirtin namens Katharina Werner ersetzt.

VGT-Obmann Martin Balluch plädiert dafür, dass dieses neue System nicht etabliert wird: „Wer unsere Grafik sieht, wird sich wundern, wie das irgendjemand als Ende des Vollspaltenbodens bezeichnen kann. Das ist es nicht. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass es im Tierschutz nie nur Pseudolösungen geben darf, irgendeine kosmetische Änderung, die in Wahrheit nichts bewirkt und den wahren Fortschritt behindert. Ich denke an den ausgestalteten Käfig als sogenannte Alternative zur Legebatterie. Wenn dieses neue System, das vom alten Vollspaltenboden praktisch nicht zu unterscheiden ist, tatsächlich bei Neubauten etabliert wird, dann werden wir es nicht mehr los. Wir brauchen jetzt eine echte Lösung. Wir brauchen ein Verbot des Vollspaltenbodens, bei dem ein Liegebereich vorgeschrieben wird, der diesen Namen auch verdient. Ein Liegebereich nämlich, in dem es keine Spalten in eine Güllegrube darunter gibt, sondern eine tiefe Stroheinstreu. Und der so groß ist, dass alle Schweine gleichzeitig darauf liegen können.

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VGT - Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
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