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El-Nagashi/Voglauer: Tierschutzantrag verbietet Küken-Tötung und macht Vollspaltenboden in Schweinehaltung zum Auslaufmodell

Wesentliche Verbesserungen für Schweine, Geflügel, Rinder und Heimtiere im Nationalrat beschlossen

Wien (OTS) - „Das Tierschutzvolksbegehren, das von über 416.000 Personen unterschrieben wurde, war ein bedeutender Auftrag an die Politik. Mit dem Verbot des Küken-Tötens und höheren Mindeststandards für neue Schweineställe machen wir heute wichtige Schritte vorwärts. Unser Ziel ist klar: Wir wollen Produktion und Konsum von Fleisch, Milch und Eiern reduzieren und für Tiere, die zur Lebensmittelgewinnung gehalten werden, gute Haltungsbedingungen schaffen“, sagt Faika El-Nagashi. Im Rahmen der Behandlung des Tierschutzvolksbegehrens wurde heute, Mittwoch, ein von den Grünen gemeinsam mit ÖVP und NEOS eingebrachter, umfassender Tierschutzantrag beschlossen. Das Tierschutzvolksbegehren war ein wichtiger Anstoß, um einige schon länger ausständige Verbesserungen zu verhandeln.

Mit dem Beschluss zu einem höheren Mindeststandard bei der Haltung von Schweinen inklusive Verbot des derzeitigen Vollspaltenbodens bei Neu- und Umbauten von Stallungen, wird Österreich zu einem Vorreiter in Europa. „Ab jetzt ist klar, der Vollspaltenboden wird zum Auslaufmodell. Mit dem neuen gesetzlichen Mindeststandard schaffen wir bereits mit 1.1.2023 vorgeschriebene eigene Liegeflächen und bis zu 20 Prozent mehr Platz. Damit beginnt ein Stufenplan, der in Zukunft eine Million Schweine in höhere Tierwohlprogramme bringt. Als nächster Schritt muss nun das gesetzliche Verbot des Vollspaltenbodens folgen, daran arbeiten wir weiter“, sagt Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen.

Der Tierschutzantrag umfasst das gesetzliche Verbot der sinnlosen Tötung von lebensfähigen Küken, erhöht den gesetzlichen Mindeststandard bei der Haltung von Schweinen, bringt ein Qualzucht-Verbot von Heimtieren und schafft Neuregelungen und Einschränkungen bei der Haltung von Wildtieren, insbesondere Exoten. Zusätzlich werden Monitoring und tierschutzrelevante Datenbanken stark ausgebaut.

„Wir setzen heute auch im Heimtierbereich wichtige Forderungen um: Das Thema der Katzenkastration wird aktiv und mit allen Stakeholdern aufgegriffen. Das Qualzuchtverbot wird deutlich strenger und genauer geregelt“, sagt Faika El-Nagashi, Tierschutzsprecherin der Grünen.

Auch Voglauer zeigt sich über die neuen Regelungen im Geflügelbereich erfreut: „Beim Geflügel ist ein weiterer Durchbruch gelungen. Das Schreddern wird gesetzlich verboten und männliche Küken als Abfallprodukt der Eierproduktion wird es in Zukunft nicht mehr geben. Junghahnenaufzucht und möglichst frühzeitige Geschlechtsbestimmung im Ei wird ausgebaut, die Verwendung als Futterküken bleibt erlaubt, wobei die Importe hier massiv sinken werden. Zweinutzungsrassen sollen in Zukunft gefördert werden, um das Problem gar nicht erst entstehen zu lassen.“

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