• 15.12.2021, 11:10:48
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2.069 Langzeitarbeitslosen gelang seit Juli der berufliche Einstieg mit der Aktion „Sprungbrett“

LR Eichtinger/AMS NÖ-Chef Hergovich: 40,2 Millionen Euro für Lohnkostenförderung stehen 2022 im Rahmen dieser Aktion für NÖ bereit

Utl.: LR Eichtinger/AMS NÖ-Chef Hergovich: 40,2 Millionen Euro für
Lohnkostenförderung stehen 2022 im Rahmen dieser Aktion für NÖ
bereit =

St. Pölten (OTS) - Die Arbeitslosenzahlen in Niederösterreich liegen
auch Ende November weiter unter dem Vorkrisenniveau. Allerdings sind
10.784 Personen bereits ein Jahr oder länger auf der Suche nach einem
neuen Arbeitsplatz. Im Rahmen der Aktion „Sprungbrett“ werden
besonders attraktive Lohnkostenförderungen für Unternehmen angeboten,
wenn sie Langzeitarbeitslose anstellen. Eine Bilanz und einen
Ausblick auf das kommende Jahr präsentierten heute bei einer
Pressekonferenz Landesrat Martin Eichtinger, AMS NÖ-Chef Sven
Hergovich, Arbeiterkammer NÖ-Präsident Markus Wieser,
Wirtschaftskammer NÖ-Direktor Johannes Schedlbauer sowie Melanie
Herzog, kaufmännische Leiterin der Firma Tröstl.

Die konjunkturelle Erholung hat auch die Situation der
Langzeitarbeitslosigkeit entspannt. „Wir arbeiten gemeinsam daran,
die Langzeitarbeitslosigkeit noch weiter zu reduzieren. Die
Arbeitsmarktprogramme und die Projekte zeigen Wirkung“, sagte der
Landesrat. „Das Land Niederösterreich, die Sozialpartner und das AMS
NÖ haben heuer rund 100 Millionen Euro für gemeinsame
Arbeitsmarkt-Projekte in die Hand genommen. Mit weiteren Projekten,
die Bund, Land, Sozialpartner und Arbeitsmarktservice in ihrem
Bereich setzen, kommen noch viele weitere Millionen Euro hinzu“, so
Eichtinger, der betonte: „Auch an Programmen wie ‚Sprungbrett‘ ist in
Zeiten wie diesen festzuhalten, denn mit den erhöhten
Eingliederungsbeihilfen gibt es gute Anreize, Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer in Betrieben aufzunehmen und auch zu halten“.

Der Rückbau der Langzeitarbeitslosigkeit geht in Niederösterreich mit
einem Minus von 34 Prozent seit Ende März dieses Jahres bis Ende
November zügig voran. Für AMS NÖ-Chef Sven Hergovich ein Zeichen für
den richtigen Kurs und Auftrag, diesen konsequent weiter zu
verfolgen: „Sich aufbauende Langzeitarbeitslosigkeit ist ein
unerfreuliches Phänomen, das wir nach jeder Arbeitsmarktkrise
beobachten, wenn wir nicht rasch und nachhaltig gegensteuern. Seit
Anfang Juli haben 2.069 langzeitarbeitslose Arbeitsuchende in
Niederösterreich die Chance bekommen, mit Unterstützung unserer
Lohnkostenförderung in einem Unternehmen wieder beruflich Fuß zu
fassen. Diesen Neustart haben wir mit 17,1 Millionen Euro
mitfinanziert.“

40,2 Millionen Euro an Lohnkostenförderungen im Rahmen der Aktion
„Sprungbrett“ sind für 2022 reserviert, um den beruflichen
Wiedereinstieg von rund 4.000 Langzeitarbeitslosen zu unterstützen.
Um die Arbeitsmarktintegration vor allem für jene Personen zu
forcieren, die besonders lange arbeitslos sind, und den
Wiedereinstieg bislang nicht geschafft haben, wurden die
Förderkonditionen angepasst. Das AMS finanziert ab 1. Jänner für
Personen, die zwischen 1 und 2 Jahren arbeitslos sind 40 Prozent bis
66,7 Prozent der anfallenden Lohn- und Lohnnebenkosten für die Dauer
von 4 bis 9 Monaten und für Personen, die bereits 2 Jahre und länger
arbeitslos sind sogar 100 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten für
die ersten drei Monate und zwischen 40 Prozent und 66,7 Prozent der
Lohnkosten für weitere 4 bis 6 Monate.

Arbeiterkammer Niederösterreich-Präsident Markus Wieser betonte:
„Diese Initiative gibt sowohl dem Arbeitnehmer, als auch dem
Unternehmen die Möglichkeit, einander kennenzulernen. Das führt in
sehr vielen Fällen zu einer dauerhaften Übernahme. Wir unterstützen
daher natürlich alles, was nachhaltige Beschäftigung ermöglicht.
Natürlich ist dabei besonders wichtig, dass hier faire Bedingungen
herrschen für alle Seiten.“

Frauen waren von der Corona-Krise ganz besonders betroffen. Daher
werden Betrieben, die langzeitarbeitslose Frauen im Rahmen der Aktion
„Sprungbrett“ anstellen, von besonders attraktiven Förderangeboten
profitieren. Es gelten bei der Aufnahme von Frauen die jeweils
günstigeren Fördersätze, sowohl was die Förderhöhe (66,7 Prozent
statt 40 Prozent) als auch die Förderdauer (6 statt 4 Monate)
betrifft. Neu ist, dass das AMS jene Unternehmen ganz besonders
unterstützt, die bereit sind, Frauen mit einer bisherigen
AMS-Vormerkung von 1 bis 2 Jahren mit einem Dienstvertrag
anzustellen, der mindestens 30 Wochenstunden Beschäftigungsausmaß
umfasst. In diesen Fällen gibt es sogar eine 66,7-prozentige
Lohnkostenförderung für 9 Monate.

Wirtschaftskammer NÖ-Direktor Johannes Schedlbauer betonte: „Der
Mitarbeitermangel beschäftigt Unternehmen aus allen Branchen in ganz
Niederösterreich. Unser gemeinsames Ziel ist, arbeitslose Menschen
wieder schnell in die Berufstätigkeit zu führen und somit dem
Arbeitskräftebedarf nachzukommen. Die Aktion ‚Sprungbrett‘ leistet
hier einen wertvollen Beitrag. Gleichzeitig ist es wichtig, Menschen
durch entsprechende Qualifizierung vor der Arbeitslosigkeit zu
bewahren, beginnend mit der Ausbildung bis hin zu einer laufenden
Bereitschaft zur Weiterbildung. Deshalb ist auch die
Lehrlingsausbildung ein zentraler Faktor. Die Lehrlingszahlen
entwickeln sich gut - diesen November haben sie sogar die Zahlen von
vor Corona übertroffen. Im letzten Monat waren in Niederösterreich
knapp 17.300 Lehrlinge in Ausbildung.“

Laufende Evaluierungen zeigen, dass 61 Prozent der Jobsuchenden, die
mit Unterstützung einer Einstellbeihilfe eine Anstellung gefunden
haben, drei Monate nach Förderende weiterhin beschäftigt sind. Das
Kunststoffverarbeitungsunternehmen Tröstl mit Sitz in Berndorf hat
durch die Aktion „Sprungbrett“ neue Mitarbeiterinnen dazugewonnen.
Melanie Herzog, kaufmännische Leiterin der Tröstl GmbH, hielt fest:
„Durch die gestiegene Auftragslage ist es notwendig geworden, unser
Team um mehrere Personen aufzustocken. So haben wir im letzten halben
Jahr insgesamt vier neue Teammitglieder aufgenommen und
Langzeitarbeitslosen die Chance gegeben, Teil unserer Firmenfamilie
zu werden. Ich kann aus voller Überzeugung sagen, dass sie eine hohe
Einsatzbereitschaft mitbringen, ehrgeizig, motiviert und loyal sind.
Alle vier Mitarbeiterinnen sind nach wie vor bei uns tätig. Die
Lohnkostenförderung ist dabei eine schöne Unterstützung.“

Nähere Informationen Arbeitsmarktservice Niederösterreich, Mag.
Martina Fischlmayr, Telefon 050 904 300 120, Handy 0664/83 50 517,
E-Mail martina.fischlmayr@ams.at, bzw. Büro Landesrat Eichtinger,
Mag. Stefan Kaiser, Telefon 02742/9005-13443, E-Mail
stefan.kaiser@noel.gv.at.

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