- 29.11.2021, 11:38:06
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Grüne/Litschauer zu Wiener Atomgesprächen: Nukleare Eskalation beenden
Am Verhandlungstisch müssen auch Staaten sitzen, die keine atomaren Interessen verfolgt haben
Vor dem Beginn der Wiener Atomgespräche berichten Medien, dass Teheran inzwischen die Menge an hoch angereichertem Uran noch einmal deutlich aufgestockt hat. „Die nukleare Eskalation muss beendet werden“, fordert der Anti-Atom-Sprecher der Grünen, Martin Litschauer, und weiter: „Das Vorgehen des Iran zeigt auf, wie die Atomenergie außer Kontrolle geraten und zu einer globalen Bedrohung geworden ist.“
Jahrzehntelang haben verschiedene Staaten in die Atomindustrie im Iran investiert und Material, Maschinen und Know-how bereitgestellt. „Diese Staaten sitzen jetzt mit dem Iran am Verhandlungstisch und kommen naturgemäß zu keiner Lösung, die für eine globale Sicherheit sorgen würde. Es ist notwendig, dass an diesem Verhandlungstisch auch Staaten sitzen, die keine atomaren Interessen verfolgt haben und somit für mehr Sicherheit und nicht für die Fortführung eines Atomprogrammes eintreten“, hält Litschauer fest.
„Auch für den Iran ist eine Energiewende mit 100 Prozent Erneuerbarer Energie möglich. Erst im Frühjahr wurde ein neues Solarprojekt in Saudi-Arabien mit Stromentstehungskosten von nur einem Eurocent pro Kilowattstunde erzielt. Das ist um ein vielfaches billiger als Atomstrom und sollte auch zur Sicherheit der lokalen Bevölkerung im Iran vorangetrieben werden“, schlägt Litschauer vor.
„Es ist schon auffällig, dass viele Staaten die zivile Nutzung der Atomenergie unterstreichen und Atomkraftwerke bauen wollen, diese Staaten sich aber gleichzeitig weigern, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten. Offenbar ist die zivile Nutzung nur ein Vorwand, um militärische Interessen zu verfolgen. Wenn bisher nicht einmal in Europa ein Atommüll-Endlager in Betrieb gegangen ist, was wird mit dem vielen Müll in so unstabilen Staaten passieren? Diesem unkontrollierbaren Risiko dürfen wir uns nicht weiter aussetzen“, warnt Litschauer.
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