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„kulturMontag“ am 15. November: Domingos Wien-Abschied, Chinas Kulturpolitik, „Große Freiheit“ im Kino

Danach: neues Porträt „Orte der Kindheit – Brigitte Kren“

Wien (OTS) -

Diese Meldung wurde korrigiert. Neufassung in Meldung OTS0114 vom 12.11.2021

Clarissa Stadler präsentiert den „kulturMontag“ am 15.
November 2021 um 22.30 Uhr in ORF 2: Die Sendung berichtet u. a. von Plácido Domingos Abschiedsabend an der Wiener Staatsoper, befasst sich mit Chinas repressiver (Kultur-)Politik – dazu ist Journalist und „Welt“-Herausgeber Stefan Aust mit seinem neuen Buch über Staatschef Xi Jinping im Studio – und stellt das demnächst im Kino anlaufende bereits vielfach preisgekrönte Drama „Große Freiheit“ von Sebastian Meise vor, das Österreichs Kandidat für den Auslands-Oscar ist. Anschließend steht das neue Künstlerporträt „Orte der Kindheit – Brigitte Kren“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

Abschied einer Opernikone – Plácido Domingos „Noche Espanola“

Als Kind wollte er eigentlich lieber Stierkämpfer oder Fußballprofi werden, doch Plácido Domingo war der Weg auf die großen Opernbühnen der Welt beschieden. Schließlich wurde ihm der Gesang sozusagen schon in die Wiege gelegt, waren doch seine Eltern Sänger an einer Madrider Zarzuela-Bühne, der spanischen Version eines Operettenhauses. „Wer rastet, der rostet“ war und ist das Motto dieses unglaublich produktiven Künstlers, der sich mit einer außergewöhnlichen internationalen Karriere und mehr als 3.500 Opernvorstellungen, rund 130 Rollen und seinen Auftritten als einer der legendären „Drei Tenöre“ in die Musikgeschichte eingeschrieben hat. Tribut fordert das Alter aber auch beim „Jahrhundertsänger“, der seinen 80. Geburtstag Anfang des Jahres mit Verdis „Nabucco“ auf der Bühne der Wiener Staatsoper feierte. Vor mehr als etwa zehn Jahren wechselte der „Tenoríssimo“ dafür ins tiefere Baritonfach. An den Ruhestand denkt Domingo noch immer nicht, sei doch die Bühne sein Leben. Und dennoch feiert der Weltstar jetzt mit einem spanischen Liederabend seinen Abschied von der Wiener Staatsoper. Der „kulturMontag“ ist live bei dem ausverkauften Konzert „Noche Espanola“ dabei und blickt anschießend hinter die Bühne.

Wie frei ist die Kunst? Chinas repressive Kulturpolitik

„Ein Land, zwei Systeme“ – diese Regel in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong, die auch der Kunst ihre Freiheit garantierte, gehört der Vergangenheit an. Mit dem sogenannten Sicherheitsgesetz, das Festlandchina über die Köpfe der Hongkonger Regierung hinweg implementierte, grassiert nun die Selbstzensur. Künstler hüten sich heute, die Aufmerksamkeit der Obrigkeit auf sich zu ziehen, einige haben die Stadt verlassen. Vorauseilenden Gehorsam üben nun aber bereits auch die Hongkonger Institutionen. Pekings langer Arm soll jetzt auch noch verlängert werden. Schließlich tagt in Chinas Hauptstadt seit Montag das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, um die Macht des Vorsitzenden Xi Jinping weiter zu festigen. Voraussichtlich wird der Staatschef eine dritte Amtszeit anstreben oder gar auf Lebenszeit regieren. Er verweist dabei auf seine Erfolge, etwa die Niederschlagung der Demokratiebewegung in Hongkong von 2019, eine, in Pekings Augen, vom Ausland initiierte Rebellion. Oder der vermeintliche Sieg über das Coronavirus, in dem sich aus Sicht der Partei die Überlegenheit des chinesischen Systems gegenüber den westlichen Demokratien manifestiert. „Der mächtigste Mann der Welt“ nennt Stefan Aust, Journalist und Herausgeber der „Welt“, sein neues Buch über den Politiker. Gemeinsam mit dem jahrelangen China-Korrespondenten Adrian Geiges liefert er mit der Biografie eine exzellente Analyse über Macht, Personenkult und Alleinherrschaft. Stefan Aust ist live zu Gast im Studio.

Verfolgte Liebe – Preisgekröntes Austro-Drama „Große Freiheit“ demnächst im Kino

Nach internationalen Festivalerfolgen u. a. in Cannes und zuletzt zweifach bei der Viennale ist der vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Spielfilm „Große Freiheit“ von Michael-Haneke-Schüler Sebastian Meise Österreichs Kandidat für den Auslands-Oscar. In seinem Plädoyer gegen die Diskriminierung von Homosexualität schlägt der Regisseur ein wichtiges Kapitel queerer Nachkriegsgeschichte auf. Der Film thematisiert die Verfolgung von Homosexuellen im Nachkriegsdeutschland und erzählt eine berührende Story von der Suche nach Liebe und Zuneigung hinter Gefängnismauern. Protagonist ist der Homosexuelle Hans Hoffman, den Shootingstar Franz Rogowski – für den europäischen Filmpreis nominiert – mit großer Intensität zeichnet. An seiner Seite spielt Georg Friedrich den verurteilten Mörder Viktor, der sich zunächst heftig dagegen wehrt, einen „Perversen“ in seine Zelle zu bekommen. Doch über die Jahre entstehen zwischen den beiden eine enge Zuneigung und auch eine körperliche Beziehung. Am 18. November kommt das Werk, das seine gesellschaftliche Anklage in keiner Sekunde verbirgt, sich aber mit großer Sensibilität auf menschliche Interaktion und Sehnsucht konzentriert, in die heimischen Kinos.

Dokumentation „Orte der Kindheit – Brigitte Kren“ (23.30 Uhr)

In der beliebten ORF-Porträtreihe „Orte der Kindheit“ begleitet Kulturjournalist und -moderator Peter Schneeberger Künstlerinnen und Künstler zu ihren Wurzeln, an die Schauplätze ihrer Kindheits- und Jugendtage. In einer neuen Ausgabe ist er mit Schauspielerin Brigitte Kren im steirischen Vulkanland sowie in Oberösterreich unterwegs. Die ersten Jahre verbrachte Kren in der Obhut ihrer Großeltern in der Südoststeiermark. Nach einer Zwischenstation in Bruck an der Mur, wo sie bereits im zarten Alter von drei Jahren die Ballettschule besuchte, übersiedelte die Familie schließlich nach Linz. Eigentlich wollte sie von Kindesbeinen an Tänzerin werden, erdachte sich zu Melodien, die sie hörte, Choreografien und genoss es bei Feiern mit Tanzeinlagen zu unterhalten. „Das mit der Schauspielerei ist“, wie die gebürtige Steirerin selbst sagt, „nebenbei passiert“: Mit zehn Jahren wurde ihr schauspielerisches Talent rein zufällig entdeckt, nachdem sie aus „Jux und Tollerei“ zu einem Vorsprechen ging und so ihre erste Hauptrolle am Linzer Landestheater bekam – und prompt dafür von den Kritikern hochgelobt wurde. Bis Brigitte Kren sich tatsächlich ausschließlich der Schauspielerei widmen konnte, sollte es allerdings noch sehr lange Zeit dauern.
Regie: Ute Gebhardt

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