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VGT zeigt auf: aufgedeckte Schweine-Betriebe schon länger in der Kritik, keine kurzzeitigen Probleme

Bereits 2019 und 2020 herrschten in zwei der zuletzt aufgedeckten Teilspaltenboden-Schweinemasten grausliche Zustände. Aktuelle Kritik keine zeitliche Ausnahme

Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, die Tiere wenigstens so zu halten, dass sie nicht in der eigenen Scheiße liegen müssen!
David Richter, VGT

Wien (OTS) - Völlig verkotete Buchten, verschmutzte Liegeflächen, teils richtige Gülle-Seen, die bis in den Gang ronnen und verletzte Tiere – diese Bilder schockierten in der letzten Aufdeckung des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN. Sie zeigten, dass ein Verzicht auf Vollspaltenboden alleine nicht ausreicht, denn die aufgedeckten Betriebe haben sogenannten Teilspaltenboden – also einen Teil der Bucht planbefestigt ohne Spalten. Schweine brauchen auch mehr Platz und Einstreu!

Schon 2020 völlig verschmutzt

Aufnahmen vom August 2020 zeigen, dass die Zustände im dritten der drei aufgedeckten Betriebe schon letztes Jahr quasi ident waren. Etliche Buchten sind mit Fäkalien verschmutzt, vor allem der eigentliche „Liegebereich“. Zudem wird auch in den Aufnahmen vom letzten Jahr deutlich, dass nicht alle Schweine auf der planbefestigten Liegefläche Platz finden.

Betrieb 1 schon 2019 aufgedeckt

Der erste der drei Betriebe wurde sogar schon 2019 vom Verein RespekTiere aufgedeckt – auch hier ähneln die Bilder einander auf erschreckende Weise. Damals wurde die starke Verschmutzung mit der Hitze des Sommers erklärt. Die Aufnahmen aus diesem Jahr stammen jedoch von Ende Oktober – fern jeder Sommerhitze.

Beide Betriebe beim AMA-Gütesiegel

Zumindest zum Zeitpunkt der ersten Aufnahmen dürften beide Betriebe Teilnehmer des AMA-Gütesiegels gewesen sein, wie Dokumente von 2020 (bei Betrieb 3) und von 2019 (bei Betrieb 1) zeigen. Es ist deutlich zu hinterfragen, wie solche – auch hygienetechnisch – fragwürdigen Zustände in Gütesiegel-Betrieben scheinbar geduldet werden.

Schweine brauchen Platz und Einstreu!

Diese beiden Fälle zeigen einmal mehr, dass Schweine nicht nur eine Abkehr vom Vollspaltenboden brauchen, sondern auch dringend mehr Platz und weiche Einstreu in der Liegefläche für alle Schweine. Wenn die Tiere mehr Platz bekommen, dann können sie auch unterschiedliche Nutzungsbereiche – wie Schlaf- und Kot/Urinplatz – besser trennen.

VGT-Campaigner David Richter dazu: „Wenn Schweine erst umständlich über 10 andere Schweine drüberklettern müssen, um zum Losungsplatz zu kommen, dann ist eine sinnvolle Trennung der Lebensbereiche offensichtlich nicht gegeben. Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, die Tiere wenigstens so zu halten, dass sie nicht in der eigenen Scheiße liegen müssen! Diese Haltung macht die Tiere krank! Deshalb fordern wir nicht nur ein Verbot von Vollspaltenböden, sondern auch verpflichtende Einstreu und mehr Platz für die Schweine!“

Pressefotos von 2020, honorarfrei (Copyright: VGT.at)
Alle Fotos der aktuellen Aufdeckung (Copyright: VGT.at)

Rückfragen & Kontakt:

VGT - Verein gegen Tierfabriken
David Richter
0676 5852629
medien@vgt.at
http://vgt.at

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