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Lehrlingsforum der Demokratiewerkstatt diskutiert über Zukunftsthemen der EU

Zweiter Workshop mit Jugendlichen im Rahmen der EU-Zukunftskonferenz

Wien (PK) - Eine stärkere Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Beschäftigung standen heute im Zentrum eines Workshops des Lehrlingsforums der Demokratiewerkstatt des Parlaments zur Zukunft der EU. Die Jugendlichen setzten sich für sichere Arbeitsplätze nach Abschluss der Lehre und für soziale Gerechtigkeit ein. Es sei ein Anliegen, die Jugend Österreichs in die Gestaltung der Zukunft einzubinden, unterstrich Eva-Maria Holzleitner (SPÖ). Besonders wichtig sei, unterschiedliche Lebensrealitäten in den Dialog zu ziehen, erklärte die Abgeordnete die große Bedeutung der Einbindung von Lehrlingen in den Diskussionsprozess. Für Nico Marchetti (ÖVP) sollen die Träume der Jugendlichen Gehör finden, denn die EU sei aus dem Gedanken heraus entstanden, ein friedliches Europa ohne Krieg zu schaffen.

In Form einer Workshop-Reihe diskutieren die Parlamentsfraktionen an fünf Terminen jeweils ein Thema der EU-Zukunftskonferenz mit Jugendlichen. Der heutige zweite Workshop fand mit den Abgeordneten Holzleitner und Marchetti unter der Patenschaft der SPÖ statt. Teilgenommen haben rund 30 SchülerInnen der 1. und 3. Klasse der Wiener Berufsschule Embelgasse. Die Ergebnisse des Workshops werden in die multilinguale Plattform der Zukunftskonferenz einfließen.

Erholung von Corona: - Behebung wirtschaftlicher und sozialer Schäden

EU-Gelder für den sozialen Aufbau zu nutzen, war den Jugendlichen ein wichtiges Anliegen. Kritik gab es seitens der SchülerInnen in diesem Zusammenhang über den hohen Stellenwert der Bekämpfung der Klimakrise, während Menschen keinen Arbeitsplatz finden. "Make it equal - make it strong" statt "make it green - make it digital", lautete ein weiterer Standpunkt der SchülerInnen, deren Priorität bei der Gleichberechtigung lag. Demgegenüber wollten Holzleitner und Marchetti die Agenden verbinden. Durch die Förderung von nachhaltiger Produktion werden auch Jobs gesichert, führte Holzleitner aus. Während für die SPÖ eine Arbeitszeitverkürzung eine sinnvolle Möglichkeit zur besseren Verteilung von Arbeit darstellt, sprach sich Marchetti seitens der ÖVP gegen eine Verkürzung der Normalarbeitszeit aus. Derzeit würden in der EU Frauenrechte massiv beeinträchtigt, erzählte Holzleitner mit Blick auf Polen.

Die jungen Erwachsenen anerkannten, dass die EU bei den Corona-Hilfen "tief in die Tasche gegriffen" habe. Sie forderten aber, dass die Gelder auch bei den Menschen ankommen. Verteilt werden Gelder in der EU nach dem Bevölkerungsschlüssel, erfuhren sie von Marchetti. Als Voraussetzung für die Genehmigung von Projekten müsste deren Nachhaltigkeit dargestellt werden. Da es sich um langfristige Investitionen handle, werde das bereitgestellte Geld erst in den nächsten Jahren für die Menschen sichtbar.

Mehr Beschäftigung, Wachstum und Investitionen

"Chancengerechtigkeit statt nur Chancengleichheit", lautet die Vision einer Schülerin. Sie forderte fixe Stellen nach Abschluss der Lehre ebenso, wie die Möglichkeit für Lehrlinge zur Absolvierung von finanziell unterstützten Auslandspraktiken. Erasmus+ könnte auch von Lehrlingen genutzt werden, informierte Holzleitner. Dieses Programm müsse stärker an die Berufsschulen herangetragen werden, so das Conclusio der Debatte. Dazu nahm eine Lehrerin auch die Schule in die Pflicht. Gemeinsam müsste die Informationslage verbessert werden.

Darüber hinaus sprachen sich die Lehrlinge dafür aus, die Produktionskraft im Binnenmarkt zu stärken und den Binnenmarkt dahingehend weiterzuentwickeln, dass mehr Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Import sei grundsätzlich in Ordnung, unterstrich Marchetti, die Versorgung mit wesentlichen Produkten wie Medikamenten müsse aber sichergestellt werden. In diesem Bereich gibt es Handlungsbedarf, ging der Abgeordnete mit den SchülerInnen einher. Daher könne es zielführend sein, sich entgegen wirtschaftlicher Faktoren für die heimische Produktion zu entscheiden. Holzleitner richtete den Blick auf Kinderarbeit am anderen Ende der Produktionskette. Es ist ihr ein Anliegen, die Menschenrechte in der Produktion zu stärken.

Bürgerrechte schützen, eine Wirtschaft für alle schaffen

Debattiert wurde auch über einen europäischen Mindestlohn. Ein Schüler forderte EU-weit ausgeglichene Löhne und Gehälter sowie Geschlechtergerechtigkeit. Während Holzleitner die Vorteile einer Sozialunion präsentierte, sprach sich Marchetti gegen die Übertragung von Sozialagenden an die EU aus. Diese Agenden seien bei den Mitgliedstaaten besser aufgehoben als bei der EU, betonte er. In Österreich sei der Aufstieg in höhere Bildungsschichten möglich, so Marchetti. Die öffentlichen Schulen seien breit aufgestellt und Familien würden durch gratis Schulbücher entlastet. Es müssten aber auch andere Faktoren berücksichtigt werden, räumte er ein. Die Lehre sei eine sehr gute und erfolgreiche Ausbildung, betonte Holzleitner. Seitens der EU werde die Mobilität der SchülerInnen und StudentInnen gefördert und Abschlüsse vergleichbar gemacht.

Corona habe die Stärken und Schwächen der EU sichtbar gemacht. Während Lieferketten zum Problem wurden, habe es viel Solidarität gegeben, was die Verteilung von PatientInnen auf Intensivstationen und das Versorgen mit benötigten Geräten betreffe, fasste Marchetti abschließend zusammen. (Schluss) gla

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie auf der Website des Parlaments. Die Gesprächsrunden sowie eigene Erkenntnisse der SchülerInnen können auf der Website des Lehrlingsforums der Demokratiewerkstatt unter https://lehrlingsforum.parlament.at/ nachgehört werden.


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