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SPÖ Kärnten erinnert an die Reichskristallnacht

Kaiser, Sucher: Eine Mahnung an uns, im Kampf für Gleichheit, für Meinungsfreiheit und für unsere Demokratie nicht nachzulassen

Klagenfurt (OTS) - In der Nacht von 9. auf den 10. November 1938 wurden in ganz Österreich jüdische Geschäfte zerstört, Hausfassaden beschmiert, Wohnungen von Juden geplündert und Bücher verbrannt. Auch in Klagenfurt und Villach wurden Häuser gestürmt, Möbel aus dem Fenster geworfen, Fassaden beschmiert, Fensterscheiben eingeschlagen und jüdische Geschäfte geplündert. Was in Nacht auf den 10. November in der ‚Reichskristallnacht‘ begann, fand in den Tagen danach seine Fortsetzung. Wer konnte, ergriff die Flucht. Die Novemberpogrome waren der Beginn der gezielten Judenverfolgung im Dritten Reich.

„Es sind Tage wie diese, an denen wir uns fünf Minuten vom Alltag lösen sollten, um nachzudenken und in uns zu gehen. Sonst wird auch die Erinnerung und Vergegenwärtigung zur reinen Routine, zur reinen Pflicht und entfremdet sich dem eigentlichen Zweck: Mut zu schöpfen, Hoffnung und Kraft zu schöpfen. Denn Tage wie dieser sollen uns nicht nur an den Schrecken und das Leid erinnern. Tage wie dieser sollen uns auch daran erinnern, dass egal wie dunkel die Zeiten sind, es immer Menschen geben wird, die ein Leuchten, ein Licht in diese Welt werfen und anderen Vorbild sind - den Kampf nicht aufzugeben. Den Kampf für Gleichheit, für Meinungsfreiheit und für unsere Demokratie. Einen Kampf, der mit Worten auszutragen ist und nicht mit Fäusten. Wir müssen, auch in der Vergegenwärtigung unserer Vergangenheit, weiterhin unsere Stimmen erheben, im Kampf für eine bessere Welt, auch wenn es ein mühsamer und beschwerlicher Weg ist. Doch wir geben nicht auf, wir können gar nicht anders, oder um es mit Fatos Arapi zu sagen: Warum kämpfst du, wenn du auch anders leben könntest? Weil, jeder Mensch in der Brust ein Stück Himmel hat und darin fliegt eine Schwalbe“, so SPÖ Kärnten Landesparteivorsitzender LH Peter Kaiser.

„Wie viel Freiheit verträgt die Demokratie, wie viel Zwang? Corona hat unsere Selbstverständnis verändert, genauso wie es unserer Verständnis von Demokratie auf die Probe stellt, die Grenzen unserer individuellen Freiheit neu definiert und sich Konflikt- und Reibungslinien auftuen, die wir so nicht vorhergesehen haben. Es ist auch durchaus legitim, unser demokratisches System zu hinterfragen. Sich nicht zu impfen, ist eine Entscheidung, die in einer Demokratie zu akzeptieren ist, aber ist es nicht auch ein Zeichen einer hoch entwickelten, solidarischen Gesellschaft, Maßnahmen für den Selbst- und Fremdschutz mitzutragen? Wir können diesen Diskurs offen führen, aber Angst, Panikmache und Hass sind keine Rechtfertigung sich zum Märtyrer eines vermeintlichen Kontrollsystem zu stilisieren. Wir gedenken heute Menschen, die Opfer gezielter Verfolgung waren. Deren Leben bedroht wurde, deren Eigentum geraubt oder zerstört. Den Kampf für Demokratie weiter kämpfen heißt für mich auch - eine FFP2-Maske tragen zu müssen, macht noch niemand zum Opfer eins totalitären Regimes. Gedenken heißt auch, die gezielte Verfolgung von Menschen nicht mit dem 2-G Zutritt zum Wirtshaus gleichzusetzen,“ so SPÖ Kärnten Landesgeschäftsführer Andreas Sucher.

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