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GLOBAL 2000 Aktivist:innen fordern: Echter Klimaschutz statt OMV-Märchenstunde!

Öl- und Gaskonzern soll Greenwashing beenden und Konzernstrategie an Klimaziele anpassen

Wien (OTS) - Anlässlich der Klimakonferenz in Glasgow erinnern Umweltschützer:innen von GLOBAL 2000 den Öl- und Gaskonzern OMV daran, seiner Verantwortung nachzukommen. Bei einer Protestaktion vor der Firmenzentrale in Wien wird ein Banner mit der Aufschrift "Echter Klimaschutz statt OMV-Märchenstunde!" entrollt. Die OMV stellt sich in der Öffentlichkeit als Unternehmen dar, das den Klimaschutz ernst nimmt, in der Realität ist die aktuelle Konzernausrichtung aber völlig unvereinbar mit dem Pariser Klimaschutzabkommen.

"Die OMV erzählt uns noch immer grüne Märchen und will uns dabei weismachen, dass ihr fossiles Geschäftsmodell klimaschonend sein könnte. Dabei täuschen sie Konsumentinnen und Konsumenten. Unter dem Deckmantel von Greenwashing-Aktivitäten versucht die OMV insbesondere Gas als Zukunftslösung zu verkaufen. Dabei werden jedes Jahr hunderte Millionen Euro in die Suche nach fossilen Energien investiert, obwohl sich die OMV offiziell zum Klimaschutzabkommen von Paris bekennt. Die Ausarbeitung einer neuen OMV-Konzernstrategie ist die Chance das zu ändern, den Ausstieg aus Öl und Gas endlich zu beschließen und stattdessen grüne Geschäftsfelder aufzubauen", so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Die Umweltschutzorganisation sieht beim österreichischen Öl- und Gaskonzern umfangreichen Handlungsbedarf. Insbesondere das bisherige Ziel, bis 2025 60 Prozent des Portfolios auf "co2-freie oder co2-arme" Produkte umzustellen, sieht GLOBAL 2000 kritisch. Denn darunter versteht die OMV verstärkt auf klimaschädliches Gas zu setzen. Für einen Umbau zu einem zukunftsorientierten Energieunternehmen hat GLOBAL 2000 folgende sieben Eckpfeiler identifiziert:

  1. Ein ehrliches Bekenntnis zum 1,5 °C-Ziel des Pariser Klimaabkommens bedeutet den Ausstieg aus fossilen Energieträgern klar in der Unternehmensstrategie zu verankern. Zur Erreichung dieses Ziels müssen die CO2-Emissionen weltweit bis 2030 um die Hälfte, bis 2050 auf Null reduziert werden. Das soll sich auch in der OMV-Unternehmensstrategie widerspiegeln und bedeutet das Ende des Geschäfts mit Öl und Gas zu beschließen.
  2. Die OMV soll die Suche nach neuen Öl- und Gasfeldern sofort einstellen und die Mittel für den Aufbau neuer, grüner Geschäftsmodelle umwidmen. Jedes Jahr steckt die OMV hunderte Millionen Euro in die Suche nach neuen Öl- und Gasfeldern. 2020 waren es mehr als 200 Mio. Euro. Weltweit soll nach einem UN-Bericht bis 2030 doppelt soviel fossile Energie gefördert werden, als für die Einhaltung der 1,5 °C-Grenze noch zulässig. Die Erschließung neuer Öl- und Gasfeldern ist somit völlig unvereinbar mit dem Pariser Klimaschutzabkommen.
  3. Die OMV soll sämtliche Greenwashing-Aktivitäten einstellen und klimaschädliches Gas nicht länger als sauber und umweltfreundlich darstellen.
  4. Die OMV soll den Ablasshandel mit sogenanntem "klimaneutralen Gas" beenden. Fossiles, klimaschädliches Gas ist Teil des Problems und wird auch dann nicht grün, wenn CO2-Zertifikate erworben werden. Konsumentinnen und Konsumenten sollen nicht länger getäuscht werden, denn klimaschädliches Gas ist kein Teil der Lösung.
  5. Die OMV soll das Abfackeln von Methan, das als Begleitgas der Ölförderung entsteht, rasch beenden. Derzeit sieht die OMV-Strategie ein Ende der klimaschädlichen Produktionsmethode erst bis 2030 vor. 460 Millionen m³ Gas fackelte die OMV allein im letzten Jahr ungenutzt ab. Diese klimaschädliche Produktionsweise, bei der hohe CO2-Emissionen ohne Nutzen entstehen, soll so rasch wie möglich beendet werden und nicht erst in neun Jahren.
  6. Die OMV soll mit der Tochterfirma Borealis die Plastikflut nicht weiter verschärfen. Eine Umwandlung von Erdöl und Erdgas in Plastik ist kein Beitrag für eine nachhaltige, klimaschonende Zukunft, sondern überschwemmt den Planeten nur mit noch mehr Plastikmüll. Dadurch wird die Verbrennung fossiler Brennstoffe und das verschwenderische Verhalten lediglich fortgesetzt.
  7. Ein Investitionsprogramm in grüne Technologien und erneuerbare Energien soll den Kern einer neuen OMV-Strategie bilden. Dafür braucht es mutige Schritte und keine Ablenkungsmanöver wie die energieaufwändige Herstellung von "Plastik-Diesel" (ReOil), vermeintlich klimaneutrales Gas oder Wasserstoff, der aus klimaschädlichem Erdgas gewonnen wird. Diese Technologien verstellen den Blick auf echte Lösungen und behindern eine Transformation zu einer neuen, wirklich nachhaltigen OMV.

"Der neue OMV-Generaldirektor Alfred Stern hat die große Chance ein zukunftsfähiges Energie-Unternehmen aufzubauen, das uns helfen kann unsere Klimaziele zu erreichen. Dafür braucht es aber eine Strategie, die nicht auf grüne Märchen, sondern auf echten Klimaschutz setzt. Ein grüner Anstrich alleine reicht nicht", so Wahlmüller abschließend.

Alle Fotos der Aktion finden Sie ab 9:30 Uhr unter https://www.flickr.com/global2000

Rückfragen & Kontakt:

Viktoria Auer, Pressesprecherin GLOBAL 2000, viktoria.auer@global2000.at, 0699 14 2000 82

Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher GLOBAL 2000, johannes.wahlmüller@global2000.at, 0699 14 2000 41

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