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SPÖ-Bayr: Gleichstellungsindex 2021 zeigt kleine Gewinne, große Verluste

Österreich nur im Mittelfeld

Wien (OTS/SK) - Heute hat das Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) seinen jährlichen Gleichstellungsindex veröffentlicht. Österreich konnte einen Anstieg um 1,7 Punkte verbuchen, bleibt aber mit 68 Punkten im Vergleich etwa zu Schweden (83,9 Punkten) und Dänemark (77,8 Punkten) nur im Mittelfeld. „Das ist kein Ruhmesblatt. Ministerin Raab muss sich endlich ihrer Aufgabe besinnen und sich nachdrücklich für Gleichstellung einsetzen“, fordert Petra Bayr, SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Vorsitzende des Gleichbehandlungsausschusses der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. ****


Zu den Nachzüglern in Europa gehört Österreich vor allem im Bereich der Sorgearbeit, wie Hausarbeit und Kochen. 83 Prozent (EU: 78 Prozent) der Frauen und nur 28 Prozent (EU: 32 Prozent) der Männer übernehmen hierzulande diese Aufgaben. „Für diese Ungleichheit gibt es keine Rechtfertigung. Auch im Bereich Kinderbetreuung und Gender Pay Gap liegt Österreich weit unter dem EU-Schnitt“, kritisiert Bayr.
Schweden und Dänemark sind auch in diesem Jahr die Spitzenreiter in Bezug auf Gleichstellung der Geschlechter. Slowenien ist das einzige Land, das sich im letzten Jahr verschlechtert hat. Das absolute Schlusslicht ist Griechenland mit 52,6 Punkten.


Ein Schwerpunkt des diesjährigen Gleichstellungsindex waren die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und der Gleichstellung der Geschlechter. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie treffen Frauen härter. Die Lebenserwartung der Männer ist gesunken. Auch die Geburtenraten gingen zurück, insbesondere in den Ländern, die am stärksten von der Pandemie betroffen waren, obwohl der Zugang zu Dienstleistungen für sexuelle und reproduktive Gesundheit zeitweise erschwert war. Petra Bayr nahm im Zuge der heutigen Präsentation des Index an der Podiumsdiskussion zum Thema sexuelle und reproduktive Rechte teil und betonte, dass diese fundamentalen Rechte von Staaten auch in Krisenzeiten zu garantieren sind.


Auch die Zahlen zu geschlechtsspezifischer Gewalt in Österreich sind erschreckend. 55 Prozent der Frauen wurden in den letzten fünf Jahren belästigt, 41 Prozent in den letzten 12 Monaten. Noch dramatischer sind die Zahlen für Frauen mit Behinderung: 63 Prozent wurden in den letzten fünf Jahren belästigt, 52 Prozent in den letzten 12 Monaten. 53 Prozent der Frauen, die körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren haben, erlebten diese in ihrer eigenen Wohnung. „Wir brauchen mehr Mittel für Gewaltschutz, einen Ausbau der Frauen- und Mädchenberatungsstellen und mehr Frauenhausplätze und Übergangswohnungen. Männern muss deutlich klar gemacht werden, dass Belästigung und Gewalt ein absolutes No-Go sind", so Bayr. (Schluss) up

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