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14. Wiener Gemeinderat (3)

Hauptdebatte: Fördermaßnahme „Gründungsstipendium“

Wien (OTS/RK) - GR Maximilian Krauss, MA (FPÖ) meinte, in den vergangenen eineinhalb Jahren seien viele Unternehmen massiv gebeutelt worden; und immer noch seien viele Zahlungen gestundet, das belaste die Unternehmen weiterhin. In Wien sei das Insolvenzniveau im Vergleich mit anderen Bundesländern besonders hoch, wenn Kredite fällig werden würden, zitierte Krauss aus einer Studie. Dies zeige, dass es in Wien den „dringenden Handlungsbedarf“ gebe, Unternehmen zu unterstützen und nicht finanziell „auszubeuten und belasten“. So greife die Stadt Wien mit dem „hausgemachten“ Valorisierungsgesetz den Unternehmen weiter „tief in die Tasche“, sagte Krauss und verlangte, „nicht weiter Millionen in die Wirtschaftsagentur zu pumpen“. Auch „Wirte, Frisöre und Veranstalter“ würden mit einer 2G-Regel „schikaniert“ und ins Wiener Umland „vertrieben“ werden. Auch unternehme die Stadtregierung nichts, um auch die Privaten zu entlasten; „im Gegenteil, zum Beispiel wird bei der GIS-Gebühr der Steuerzahlerin und dem Steuerzahler noch tiefer in die Tasche gegriffen. Streichen wir diese Landesabgabe“, stellte Krauss eine Forderung in Richtung Wiener Stadtregierung. Die „Ökö-Keule“ CO2-Steuer belaste alle aufs Auto angewiesene und jene, die in Wohnungen mit Gasheizung leben und sei sozial „ungerecht“.

GR Markus Ornig, MBA (NEOS) zeigte sich über das neu ins Leben gerufene Gründungsstipendium „begeistert“. Mit 9.000 Gründungen pro Jahr in Wien sei die Stadt schon jetzt Vorreiter in Österreich, doch Unternehmensgründungen seien „immer“ eine große und schwierige Herausforderung; mit dem Stipendium werde vieles leichter. Von der Idee bis zur Gründung eines Unternehmens gebe es zwei große Hürden: die Faktoren Zeit und Geld. Erwerbstätige hätten im Gegensatz zu Arbeitslosen derzeit kein finanzielles „Sicherheitsnetz“, mit dem Stipendium hätten diese Personen nun bis zu einem halben Jahr Zeit, ihre Ideen zu entwickeln und in die Gründung eines Betriebs zu gehen. Ebenso wie Einzelpersonen würden auch Teams von bis zu drei Personen für ein halbes Jahr gefördert und finanziell abgesichert. Jede Gründerin, jeder Gründer könne sich bewerben um das Stipendium bewerben; anschließend würde eine Jury über die Vergabe entscheiden. „Für diesen ersten Versuch steht eine Million Euro bereit; ich hoffe, der Markt nimmt das gut an“, schloss Ornig.

GR Johann Arsenovic (Grüne) sagte, die Wirtschaftsagentur Wien habe „auch zuvor, aber vor allem in den letzten 18 Monaten Unternehmen sehr gut gefördert“. So würden beispielsweise internationale Unternehmen bei der Standort- und Personalsuche von der Wirtschaftsagentur unterstützt. Aber nicht nur internationale Firmen, sondern alle, die ein Unternehmen oder ein Start-up gründen wollen, würden von der Wirtschaftsagentur, die in einem „normalen“ Jahr fünf- bis sechshundert Anträge bearbeite, unterstützt. Während der Corona-Zeit seien diese Zahl um den Faktor zehn gestiegen, also rund 5.000 Unternehmen seien von der Wirtschaftsagentur direkt beraten und unterstützt worden. Diese Hilfe sei „sehr rasch und unkompliziert erfolgt“. Arsenovic regte an, die erfolgreiche Start-up-Messe „Vienna‘UP“ auch im Jahr 2022 fortzuführen, um damit Wien auf den Weg zur europäischen Start-up-Hauptstadt zu bringen. Die größte Herausforderung „für uns alle“ sei es aber, Wien zur Klimahauptstadt zu machen, so Arsenovic: „Werden wir auf diesem Gebiet Forschungsweltmeister; kühlen und begrünen wir unsere Stadt, damit auch in zehn Jahren Touristinnen und Touristen nach Wien und nicht in den kühlen Norden kommen“, appellierte Arsenovic. „Ich freue mich, wenn wir mithelfen können, neue, großartige Unternehmen, Kleinstbetriebe und Start-ups für eine nachhaltige und zukunftsfitte Wiener Wirtschaft möglich zu machen. Dafür stehen wir als Wiener Grüne jederzeit zur Verfügung“, sagte Arsenovic.

(Forts.) nic

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