Ein Jahr nach dem Terror: Das Trauma bleibt

Psychotherapie kann bei psychischen Folgen wie Panikattacken, Schlafstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen helfen.

  • Blaulicht oder ein Folgetonhorn kann bei Betroffenen dazu führen, dass sie mit ihren Gedanken in die Akutsituation zurückkehren, also sogenannte Flashbacks haben.
    Mag.a Barbara Haid, Psychotherapeutin und ÖBVP-Präsidiumsmitglied
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  • Menschen lernen im Rahmen der Psychotherapie, sich selbst wieder zu beruhigen und im Hier und Jetzt zu bleiben, ohne ständig wieder in die Schatten der Vergangenheit eintauchen zu müssen. „Es ist vorbei – ich bin in Sicherheit“ – das sind dabei die zentralen Elemente.
    Mag.a Barbara Haid, Psychotherapeutin und ÖBVP-Präsidiumsmitglied
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Wien (OTS) - Blaulicht und die Erinnerung
Der 2. November 2020 – die Wiener Innenstadt ist bis in die frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages durch das Blaulicht der Einsatzkräfte hell erleuchtet. Die Schüsse, die vier Menschen getötet und 23 weitere schwer verletzt haben, sind längst verhallt. Was bis heute bleibt, ist die seelische Verletzung, das Trauma.
Auch jetzt, ein Jahr später, lösen manche sensorische Wahrnehmungen in vielen Betroffenen noch gravierende Reaktionen der Rückerinnerung aus und blockieren sie so fallweise im Alltagsleben.

Blaulicht oder ein Folgetonhorn kann bei Betroffenen dazu führen, dass sie mit ihren Gedanken in die Akutsituation zurückkehren, also sogenannte Flashbacks haben.“ erklärt Mag.a Barbara Haid, Psychotherapeutin und ÖBVP-Präsidiumsmitglied.

Ein Teil des Gehirns, der präfrontale Cortex, wird dabei immer wieder mit dem Stresshormon Cortisol überflutet. Quasi ein Stresscocktail, der bereits randvoll ist und bei jeder Gelegenheit überschwappt. Psychosomatische Reaktionen, Angstzustände und Depressionen sind die Folge.

Psychotherapie hilft
Um ein Trauma zu überwinden, kann die Zeit wirklich Wunden heilen. Doch wenn unmittelbar Betroffene, die von den Geschehnissen bis in ihr tiefstes Inneres erschüttert wurden, noch Wochen oder Monate später von belastenden Erinnerungen gequält werden, ist es Zeit für professionelle Hilfe.
Im Rahmen einer Psychotherapie kann erlernt werden, sich von diesen Gedanken und Gefühlen immer wieder zu distanzieren. In sicherem Umfeld bekommt man Platz, Raum und Zeit, das Erlebte zu erzählen, zu zeichnen, zu schreiben und zu lernen, reale und irreale Bilder voneinander zu unterscheiden.

Menschen lernen im Rahmen der Psychotherapie, sich selbst wieder zu beruhigen und im Hier und Jetzt zu bleiben, ohne ständig wieder in die Schatten der Vergangenheit eintauchen zu müssen. „Es ist vorbei – ich bin in Sicherheit“ – das sind dabei die zentralen Elemente." so Mag.a Barbara Haid.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Sigrid Lindmeir
Öffentlichkeitsarbeit
0676/3694685
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