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Der „Salzburger Stier 2022“ geht an Omar Sarsam

Wien (OTS) - ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN (FERNSEHEN, RADIO, INTERNET, SOCIAL MEDIA, TELETEXT UND PRINT) BIS FREITAG, 29. OKTOBER 2021, 01.00 UHR BEACHTEN!

Die Gewinner des „Salzburger Stier 2022“ stehen fest:
Österreichischer Preisträger ist der Kabarettist und Kinderchirurg Omar Sarsam, für Deutschland wird die Kabarettistin Luise Kinseher ausgezeichnet und für die Schweiz das Rap- und Poetry-Slam-Duo Fatima Moumouni und Laurin Buser aka „Zum goldenen Schmied“. Der renommierte Radio-Preis für deutschsprachiges Kabarett wird beim großen „Stier“-Event von 20. bis 21. Mai 2022 im Stadttheater Lindau überreicht. Gastgeber ist der Bayerische Rundfunk in Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Radiosendern von ARD, ORF, SFR und RAI Südtirol. Der „Salzburger Stier“ ist mit je 6000 Euro dotiert und wird bereits zum 41. Mal verliehen.

Der „Salzburger Stier 2022“ für Österreich geht an den 41-jährigen Kabarettisten und Kinderchirurgen Omar Sarsam. Sarsam ist ein echter Wiener: Sein Familienstammbaum ist weitverzweigt und reicht von Wien über Kroatien bis in den Irak. Diese Herkunft beflügelt ihn auch zu einem sehr ironischen Umgang mit klassischen Klischees gegenüber dem Fremden. Von Beruf ist er Kabarettist und Kinderchirurg: zwei anspruchsvolle Vollzeitbeschäftigungen, denn sowohl auf der Bühne als auch im OP muss Omar Sarsam sein Bestes geben. Diese Herausforderung lässt ihn zur Höchstform auflaufen. Als Solokabarettist ist Sarsam seit 2016 aktiv und in seinem dritten Programm „Sonderklasse“ beschäftigt er sich mit Werten, Chancen und dem Gleichheitsprinzip. Soziokulturellen Besonderheiten war er immer auf der Spur – im arabischen Restaurant seines Vaters ebenso wie im Waldviertel, der rauen Heimat seiner Frau. Der Kabarettist beherrscht mehr Musikinstrumente, als er tragen kann. Seine Bühnenprogramme sind vom Arztberuf inspiriert, von heiterer Gelassenheit getragen und facettenreich in der musikalischen Gestaltung. „Die Dosis macht das Gift“, sagt Omar Sarsam. Für ihn verträgt sowohl die Medizin eine gute Dosis Humor als auch das Kabarett einen ordentlichen Schuss Ernsthaftigkeit. Auf der Bühne will er seinem Publikum zumindest zwei Ängste nehmen: die Angst vor dem Arzt und vor dem Unbekannten.

Philosophischer Tiefgang mit absurdem Witz

Deutsche Preisträgerin des „Salzburger Stier 2022“ ist die Kabarettistin und Schauspielerin Luise Kinseher, 1969 im niederbayerischen Geiselhöring geboren. 1998 präsentierte die studierte Germanistin ihr erstes Soloprogramm „Ende der Ausbaustrecke – Silent Thrill of Kabarett“. Kinseher ist eine wandlungsfähige Vollblutkabarettistin und vereint philosophischen Tiefgang mit politischer Schärfe und absurdem Witz. Sie hat über die Jahre nicht nur eine kraftvolle Bühnenpräsenz, sondern auch ihren eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt: Sie ist intelligent und saukomisch, menschlich anrührend und klar analysierend, bodenständig und weltoffen. In ihren Soloprogrammen setzt sie sich mit grundsätzlichen Fragen und unerschöpflichen Themen auseinander: Was ist Glück? Was ist Freiheit? Warum brauchen wir eine Heimat? Wie behalten wir in dieser multimedial beschleunigten Zeit den Blick fürs Wesentliche? Luise Kinseher bricht die großen Fragen der Menschheit auf das Alltägliche herunter. Sie wirft schräge Blicke auf das Leben an sich und hinterfragt die Entgleisungen des Lifestyles im Besonderen. Sie besitzt den Mut, unerschrocken in die Tiefe zu denken – um ihre Gedanken im nächsten Schritt ins Absurde zu drehen. Dabei hilft ihr ein skurriles, aber liebevoll gezeichnetes Figurenpersonal:
die stets betrunkene Bierstüberl-Existenz „Mary from Bavary“ und die vom Leben gestreifte Rentnerin Helga Freese. Von melancholischer Schwermut durchdrungen ist auch ihre wohl bekannteste Figur: Als „Mama Bavaria“ hat Luise Kinseher auf dem Münchner Nockherberg eine Männerbastion erobert. Acht Jahre lang las sie als erste und bislang einzige Fastenpredigerin der deutschen Politprominenz die Leviten – meinungsstark und aus einer weiblichen Perspektive.

Theatrale Spielfreude und lyrische Explosionen

Wenn Fatima Moumouni und Laurin Buser die Bühne in Beschlag nehmen, steigt der Blutdruck des Publikums: (Rap-)Texte voller sprachlicher Geistesgegenwart, Attacken auf Denk- und Sprechgewohnheiten, feine Selbstironie und lyrische Explosionen. In einer Zeit voller abergläubischer Querdenker und überholter kolonialistischer Geschichtsbilder alter weißer Männer ist dieses Bühnenduo Gold wert. „Gold“ heißt auch ihr jüngstes Bühnenprogramm, mit dem das Duo seit zwei Jahren auf Tour ist. 2019 gewannen die beiden als Team „Zum Goldenen Schmied“ sowohl den Teamwettbewerb der Schweizer Meisterschaften im Poetry-Slam als auch die internationalen deutschsprachigen Meisterschaften. Die studierte Sozialanthropologin Fatima Moumouni, 1992 in München geboren, lebt in Zürich, schreibt Prosa, Lyrik und kabarettistische Texte und engagiert sich gegen Rassismus sowie in Migrations- und Genderfragen. Der 30-jährige Laurin Buser stammt aus Basel und gewann schon mit 15 Jahren die Schweizer U20-Slam-Meisterschaften. Er arbeitet als Rapper, Moderator, Theaterautor und wirkte u. a. beim vielbeachteten deutschen Webvideo-Format „Jäger & Sammler“ mit. 2015 begannen Fatima Moumouni & Laurin Buser zusammen aufzutreten, überwältigen seither mit theatraler Spielfreude, hosten gemeinsam Talks wie jüngst das SRF-Format „Tabula Rasa“, schreiben Theaterstücke oder veröffentlichen Songs als Rapcombo „Nuggets“. Weil Fatima Moumouni & Laurin Buser mutmachende Vertreter/innen einer engagierten neuen Bühnen-Generation sind, wurde dem Duo, dessen satirische Wortschmiedekunst längst über die Grenzen des Poetry-Slam hinausragt, der „Salzburger Stier 2022“ für die Schweiz zugesprochen.

Der „Salzburger Stier“ ist mit jeweils 6000 Euro dotiert und wird seit 1982 jedes Jahr an Kabarettistinnen und Kabarettisten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz verliehen - 2022 bereits zum 41. Mal. Er ist nicht nur einer der begehrtesten Kabarettpreise, sondern auch die größte Radio-Koproduktion im Bereich Unterhaltung. Nicht weniger als zehn Radiostationen arbeiten für den „Salzburger Stier“ eng zusammen: ORF, SFR, sechs ARD-Sender sowie der Deutschlandfunk und RAI Südtirol.

Den Auftakt des Kabarettforums „Salzburger Stier 2022“ im Stadttheater Lindau bestreiten am 20. Mai 2022 die Kabarettisten Martina Schwarzmann, Alfred Dorfer und Hannes Ringlstetter & Band. Die Preisverleihung findet am Samstag, den 21. Mai 2022 statt. An diesem Abend unterhalten die „Stier“-Preisträgerinnen 2022 mit Auszügen aus ihren aktuellen Programmen. Ö1 überträgt den Eröffnungsabend live ab 20.00 Uhr, ausführliche Porträts der Ausgezeichneten sind am 29. Mai (Omar Sarsam), am 5. Juni (Luise Kinseher) und am 12. Juni (Fatima Moumouni & Laurin Buser) im Kleinkunstmagazin „Contra“ zu hören - jeweils sonntags um 19.05 Uhr in Ö1. Weitere Informationen sind abrufbar unter www.salzburgerstier.org.

Rückfragen & Kontakt:

ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
(01) 501 01/18050
isabella.henke@orf.at

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