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AK Klimadialog: „Das Klimaticket allein ist nur ein erster Schritt für die Mobilitätswende“

Mehr als 60% der österreichischen Bevölkerung nutzt den Öffentlichen Verkehr nicht, damit diese auf den Öffentlichen Verkehr umsteigen (können), braucht es noch viele Maßnahmen.

Wien (OTS) - Beim 20. AK Klimadialog stand diesmal das Thema Klimaticket im Fokus. Das Klimaticket wird für zehntausende Stammkunden und Pendler*innen zu deutlichen Kosteneinsparungen führen. Zusätzlich gibt es auch einen niederschwelligen Zugang zum Klimaticket. Somit kann man mit einer Jahreskarte in jedes öffentliche Verkehrsmittel einsteigen. „Beim Klimaticket zahlt man einen Fixbetrag und fährt danach – subjektiv gefühlt – gratis. Die Fahrgäste haben also einen besonders hohen Nutzen, wenn sie das Auto stehen lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel möglichst intensiv verwenden“, sagt Heinz Högelsberger, Verkehrsexperte der AK Wien. Aber für eine leistbare, klimafreundliche Mobilitätsgarantie für alle, wie die AK sie fordert, muss das ÖV-Angebot noch deutlich ausgebaut werden.

Steuerfreies Jobticket
Positiv ist auch, dass das österreichweite Klimaticket steuerrechtlich als steuerfreies Jobticket anerkannt wird. „Damit ist endlich ein umweltfreundliches Gegengewicht zur Dienstautoregelung geschaffen worden“, sagt Högelsberger.

Verbesserungspotentiale
Leider wurde die bisherige Regelung der Seniorenermäßigung beibehalten. Ab nächstes Jahr gibt es die Seniorenermäßigung erst ab 65. Vor allem für Frauen, die derzeit noch mit 60 in Pension gehen und häufig sehr niedrige Pensionen haben, ist das ein echtes Problem. Wir fordern hier, dass die Ermäßigung an den tatsächlichen Pensionsantritt gekoppelt wird.

„Mehr als 60% der österreichischen Bevölkerung nutzt den Öffentlichen Verkehr nicht, um diese vom Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr zu überzeugen, braucht es noch viele Maßnahmen“, so Högelsberger.

Ausbau notwendig
Es braucht dafür vor allem mehr Kapazitäten auf stark frequentierten Strecken: Auf manchen Relationen sind die Öffis schon jetzt an ihrer Belastungsgrenze.
Vor allem im ländlichen Raum ist das Öffi-Angebot noch lange keine Alternative zum Pkw. Hier ist ein massiver Ausbau des Angebots rund um die Uhr notwendig. Möglichst viele Menschen sollen das Klimaticket auch tatsächlich nützen können. „Rund ein Fünftel der Bevölkerung in Österreich ist von jeglicher Öffi-Grundversorgung abgeschnitten. Ziel muss eine bundesweite Mobilitätsgarantie für alle sein“, fordert Högelsberger.

Neben Pull- benötigen wir auch Push-Maßnahmen: „Will man in den Städten den Umweltverbund (Öffis, Radfahren und Gehen) fördern und ausbauen, so muss man den begrenzten Straßenraum umverteilen. Das bringt für alle mehr Lebensqualität und kann nur auf Kosten des Autoverkehrs gehen“, so Högelsberger abschließend.

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