Zum 90. Geburtstag: Bischof Helmut Krätzl im „kreuz und quer“-Porträt – am 19. Oktober um 22.35 Uhr in ORF 2

Danach: Dokudrama „Der Kardinal“ mit August Zirner als Kardinal Franz König

Wien (OTS) - Er ist einer der letzten direkten Zeugen des Zweiten Vatikanischen Konzils und war als Weihbischof unter den Kardinälen König, Groer und Schönborn ein Verfechter der konziliaren Reformen:
Am 23. Oktober 2021 wird Bischof Helmut Krätzl 90 Jahre alt. Peter Beringers „kreuz und quer“-Dokumentation „Zeuge des Konzils – Bischof Helmut Krätzl über sein Leben“ zeichnet am Dienstag, dem 19. Oktober 2021, um 22.35 Uhr in ORF 2 ein Porträt des Weihbischofs, der sieben Päpste erlebt hat und als Zeuge der großen Umbrüche in der katholischen Kirche nach wie vor seine Stimme erhebt.
Um 23.05 Uhr folgt Andreas Grubers Dokudrama „Der Kardinal“ mit August Zirner in der Rolle des „Jahrhundertkardinals“ Franz König.

„Zeuge des Konzils – Bischof Helmut Krätzl über sein Leben“ – Ein Film von Peter Beringer

Geboren wird Krätzl 1931 in Wien. Schon als Bub beim Ministrieren fasziniert ihn die Liturgie, auch in der Zeit des Nationalsozialismus lässt er sich vom Messbesuch nicht abhalten, die Jugendarbeit engagierter Seelsorger in der heimatlichen Pfarre St. Ulrich prägt ihn und lässt in ihm den Entschluss reifen, Priester zu werden. Er tritt 1949 ins Priesterseminar ein, 1954 wird er mit 22 Jahren und mit Dispens aus Rom zum Priester geweiht. Kurz darauf wird er Zeremoniär des neuen Wiener Erzbischofs Franz König. Nach einem schweren Autounfall Anfang der 1960er Jahre, der ein weiteres Wirken in dieser Funktion verhindert, schickt ihn König zum Studium nach Rom. Der junge Kleriker erlebt die ersten Sitzungen des vatikanischen Konzils unter Papst Johannes XXIII. als Stenograph hautnah mit. Er wird zum lebenslangen Verfechter der Öffnung der katholischen Kirche zur modernen Welt, die damals formuliert wird.

Nach seiner Rückkehr aus Rom und einer Zeit als Pfarrer in Laa an der Thaya wird er Ordinariatskanzler der Erzdiözese und 1977 Weihbischof in Wien. Er ist maßgeblich an der Umsetzung wichtiger Beschlüsse des Konzils beteiligt – von der Einrichtung der Pfarrgemeinderäte als Ausdruck einer stärkeren Einbeziehung der Laien bis hin zur Ausgestaltung der Ökumene.

Ab 1981 ist er Generalvikar und nach dem Rücktritt Kardinal Königs 1985 Diözesanadministrator. Wie König vertritt er in familienethischen Fragen – etwa in Sachen Empfängnisverhütung oder der Sakramentenspendung für wiederverheiratete Geschiedene – einen Kurs, der römischen Vorstellungen zunehmend widerspricht. Für viele ist er gerade deswegen Wunschkandidat für die Nachfolge Kardinal Königs als Erzbischof. Als Hans Hermann Groer zum Erzbischof ernannt wird – ein klares Signal gegen die Linie Königs – tritt er als Generalvikar zurück. Krätzl wird nun zur mahnenden Stimme in der katholischen Kirche Österreichs, der die Einhaltung des Wegs des Konzils in vielen Publikationen, Vorträgen, Visitationen und als beliebter Firmspender einfordert und unentwegt fördert.

Für sein Buch „Im Sprung gehemmt“ wird er nach Rom zitiert, wo ihm der damalige Präfekt der Glaubenskongregation und spätere Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, empfiehlt, künftig „etwas anderes zu schreiben“. Doch Krätzl bleibt bei seinen Positionen. Immer wieder spricht er sich öffentlich für die Weihe von „Viri Probati“, also erprobten verheirateten Männern, zu Priestern aus. Auch für wiederverheiratete Geschiedene, die in der römisch-katholischen Kirche keine Sakramente empfangen dürfen, macht sich Krätzl stark, und setzt auch Signale für die Weihe von Frauen.

Zu Wort kommen Helmut Krätzl selbst und Weggefährten wie der ehemalige evangelische Landesbischof Michael Bünker, der Theologe Josef Weismayer, der Dechant von Perchtoldsdorf und Unterstützer der Pfarrerinitiative Josef Grünwidl, Karin Weiler von der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis und Marina Zittera von den Ursulinen in Wien.

„Der Kardinal“ – Ein Film von Andreas Gruber

Brückenbauer, moralisches Gewissen des Landes, Wegbereiter der Ökumene und des interreligiösen Dialogs – das sind nur einige der Attribute, die Kardinal Franz König (1905-2004) zugeschrieben werden. Der langjährige Erzbischof von Wien war eine der prägendsten Persönlichkeiten Österreichs im 20. Jahrhundert. Für den Film „Der Kardinal“ – dargestellt wird der Kardinal von August Zirner – hat Regisseur Andreas Gruber dem bewegten Leben des als Bauernsohn geborenen, weltoffenen und redegewandten „Jahrhundertkardinals“ nachgespürt. Der mit Archivmaterial und Zeitzeugen-Interviews angereicherte Spielfilm – eine Koproduktion von Tellux Film, ORF, 3sat, Autentic und BMUKK, gefördert von Fernsehfonds Austria, Kultur Niederösterreich, Filmförderungsfonds Wien, Kulturland Oberösterreich und dem Katholischen Filmwerk – zeigt aber auch die Konflikte in Königs Wirken und stellt seine Gegner dar, die mehr als einmal Königs Zurückhaltung und Toleranz auszunutzen wussten.

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