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ÖH: Umstellung des Lehramtsstudiums führte zu prophezeitem Lehrer_innenmangel

Sommerschulen beweisen erneut: Studierende müssen, großteils viel zu wenig vorbereitet, fehlende Lehrer_innen ausgleichen

Wien (OTS) - 2014 wurde das Lehramtsstudium umgestellt, wodurch sich die Studienzeit deutlich verlängerte, potentielle Studierende abgeschreckt wurden und auch Induktionsphase und Berufseinstieg funktionieren nicht so, wie sie sollten. Das Vorsitzteam der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) warnt bereits seit Jahren: “Das aktuelle System des Lehramtsstudiums ist in der Praxis nicht zielführend. Es forciert einen Lehrer_innenmangel, der durch Studierende ausgeglichen werden muss.” Diese Tatsache zeige sich nicht zuletzt erneut bei den Sommerschulen, bei denen Studierende ohne Entlohnung die Arbeit von Lehrer_innen übernehmen.

Inzwischen würden Studierende sogar aus dem 2. und 4. Semester Bachelor für die Schulen angeworben, und dies nicht nur während der Sommerferien. Jemanden nach einem Jahr Studium die Verantwortung über eine Klasse tragen zu lassen und das ohne ausreichende Untersützungssysteme ist keine verantwortungsvolle Schulpolitik. “Der verfrühte Einsatz von Studierenden als vollwertige Lehrpersonen erhöht die Gefahr für frühzeitige Burnouts und Erschöpfungserscheinungen der Betroffenen”, gibt Simon Eloy, interim. Referent im Referat für pädagogische Angelegenheiten zu bedenken. Dadurch würde sich die Dropout-Rate von Absolvent_innen, die tatsächlich in den Lehrberuf einsteigen, deutlich vergrößern und den akuten Lehrer_innenmangel weiter befeuern.

Um diesen von der Politik kaum beachteten Teufelskreis zu durchbrechen, fordert die ÖH eine Neuregelung von Induktionsphase und Berufseinstieg, die Anrechnung von Schulanstellungen für Leistungen im Studium und ein vollständig berufsbegleitend organisiertes Masterstudium. “Wir brauchen eine gute und vollständige Ausbildung für unsere zukünftigen Lehrer_innen, bevor sie in ihr Berufsleben einsteigen - dafür ist eine erneute, diesmal sinnvolle Reformierung des Lehramtsstudiums notwendig!”, schließt die ÖH unisono.

Rückfragen & Kontakt:

ÖH - Österreichische HochschülerInnenschaft
Tanja Steger
Pressesprecherin
067688852211
tanja.steger@oeh.ac.at
www.oeh.ac.at

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