„kulturMontag“ am 18. Oktober: „Die Ibiza-Affäre“, Medien-Misere, Friedenspreis für Tsitsi Dangarembga

Christopher Schier, Nicholas Ofczarek und Julian Looman live im Studio – danach: neues Porträt und „Die Kinder der Toten“ zum 75er von Elfriede Jelinek

Wien (OTS) - Eine breite Themenpalette bietet der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 18. Oktober 2021 um 22.30 Uhr in ORF 2: So befasst sich die Sendung mit der neuen, fiktionalen Miniserie über „Die Ibiza-Affäre“, Regisseur Christopher Schier sowie die Schauspieler Nicholas Ofczarek und Julian Looman sind live zu Gast. Weiters geht es u. a. um die aktuelle Medien-Misere rund um politische Inseratenkampagnen sowie die simbabwische Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga, die mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird.
Anschließend an das Magazin steht die Neuproduktion „Elfriede Jelinek – Ein Porträt“ (23.30 Uhr) zum 75. Geburtstag der Schriftstellerin auf dem Programm, gefolgt von der vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten Kinoproduktion „Die Kinder der Toten“ – basierend auf Jelineks gleichnamigem Roman (23.50 Uhr). Weiters bringt ORF 2 am Dienstag, dem 19. Oktober, um 0.35 Uhr ein Dacapo der vielfach preisgekrönten Jelinek-Verfilmung „Die Klavierspielerin“ von Michael Haneke mit Isabelle Huppert in der Titelrolle.

„Die Ibiza-Affäre“ als Miniserie – mit u. a. Andreas Lust und Nicholas Ofczarek

Ein Polit-Thriller, den das Leben schrieb: Die sogenannte „Ibiza Affäre“, die 2019 letztlich zum Bruch der österreichischen Regierungskoalition zwischen ÖVP und FPÖ führte, war einer der größten Politskandale der vergangenen Jahre. In einer Mischung aus fiktionalem Drama und Satire zeichnet eine neue vierteilige Miniserie, basierend auf dem Buch „Die Ibiza-Affäre: Innenansichten eines Skandals“ der beiden deutschen Aufdecker-Journalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, die Genese rund um die illegalen Machenschaften der involvierten Politiker nach. Starbesetzt mit Andreas Lust in der Rolle des FPÖ-Chefs und Nicholas Ofczarek als Privatdetektiv, der diesen mittels attraktivem Lockvogel (Anna Gorshkova) in einer Finca auf Ibiza in die Videofalle lockt. Der „kulturMontag“ gibt einen Ausblick auf die Produktion und begrüßt Regisseur Christopher Schier sowie die beiden Schauspieler Nicholas Ofczarek und Julian Looman, der Johann Gudenus spielt, live im Studio.

Medien-Misere – Inseratensumpf Österreich?

Aktuelle Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zu Verdächtigungen rund um Inseratenkampagnen und möglicherweise gekaufter Berichterstattung führten vergangene Woche zum innenpolitischen Erdbeben. Politik und Medien pflegen hierzulande eine ungesunde Beziehung, geprägt von Abhängigkeit und Abneigung, analysiert Andy Kaltenbrunner vom Medienhaus Wien. Die ökonomische Krise verstärke die Situation in der österreichischen Zeitungslandschaft, denn die Abhängigkeit von öffentlichen Geldern wachse erneut. „Die aktuellen Vorwürfe bringen Österreichs Medienhäuser in die Bredouille“, sagt die Generalsekretärin des Presseclub Concordia, Daniela Kraus, wehrt sich aber gegen einen Generalverdacht. Expertinnen und Experten fordern eine deutliche Erhöhung der Medienförderung, die an klare Kriterien geknüpft werden muss und die immer kleiner werdenden Redaktionen vor subtilen Möglichkeiten der Manipulation beschützt. Der „kulturMontag“ begibt sich auf Lokalaugenschein.

Plötzlich berühmt – Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Afrikanerin Tsitsi Dangarembga

Bis vor Kurzem war ihr Name unbekannt im deutschen Sprachraum. Das hat sich mit einem Schlag geändert, als verlautbart wurde, dass die simbabwische Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. Ein kräftiges Signal für Afrika, ist es doch die international meistbeachtete literarische Würdigung der Bundesrepublik. Und eine wichtige Anerkennung einer starken Frau, zählt doch Dangarembga zu den bedeutendsten Künstlerinnen ihres Landes, deren Karriere alles andere als glatt verlief. Begleitet wird ihr kreatives Schaffen vom Engagement, die Kultur in Simbabwe zu fördern und sie insbesondere für Frauen zu öffnen. Gleichzeitig kämpft sie für Freiheitsrechte, ein menschenwürdiges Leben und weibliche Selbstbestimmung. „Dabei zeigt sie soziale und moralische Konflikte auf, die weit über den regionalen Bezug hinausgehen und Resonanzräume für globale Gerechtigkeitsfragen eröffnen“, schreibt die Jury. Der „kulturMontag“ hat Tsitsi Dangarembga zum Gespräch in Berlin getroffen.

Dokumentation „Elfriede Jelinek – Ein Porträt “ (23.30 Uhr)

Elfriede Jelinek ist die erste österreichische Schriftstellerin, die mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Eine kompromisslose Künstlerin, die zeit ihres Lebens provoziert und polarisiert, die gnadenlos radikal über Sexualität, Gewalt, Massenkultur und den verdrängten Faschismus in Österreich schreibt. Für Literaturkritikerin Sigrid Löffler ist sie die „kälteste und erbarmungsloseste Moralistin, die Österreich je gegen sich aufgebracht hat“.
Bis heute kommentiert Elfriede Jelinek literarisch die Missstände unserer Gesellschaft, sie mahnt, mischt sich ein – und das mit einer einzigartigen Sprache, mit der sie jongliert, wie kaum eine andere. In ihren Texten verknüpft sie scheinbar spielerisch Sprichwörter, Werbeslogans und aktuelle Schlagzeilen, verwendet Umgangssprache und komponiert Wortbilder und neue Wortkreationen. „Die Kassandra der zeitgenössischen Literatur“, wie sie genannt wird, hat die Übertreibung perfektioniert, mit Zorn und Leidenschaft fordert sie die Welt heraus.
2004 verwies die Königlich Schwedische Akademie in Stockholm in ihrer Begründung auf den „musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in ihren Dramen und Romanen“. Nach der Auszeichnung mit dem Nobelpreis hat sich Elfriede Jelinek fast vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Anlässlich ihres 75. Geburtstags sprechen in Susanne Schwarzers Porträt u. a. Claus Peymann und Stefanie Reinsperger über die Ausnahmeliteratin.

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