Empfehlung des ORF-Publikumsrats

Wien (OTS) - Der ORF-Publikumsrat hat in seiner Plenarsitzung am Freitag, dem 15. Oktober 2021, unter dem Vorsitz von Mag. Walter Marschitz, folgende Empfehlung einhellig angenommen:

Empfehlung des ORF-Publikumsrats:

Der ORF-Publikumsrat erwartet in Zusammenhang mit der Genehmigung des vom Stiftungsrat beschlossenen Antrags des ORF-Generaldirektors auf eine Anpassung des Programmentgelts die Umsetzung nachfolgender Forderungen für einen quantitativen und qualitativen Ausbau der ORF-Programme.

Beschleunigter Ausbau der Barrierefreiheit

Personen, die Programmentgelte bezahlen, müssen die Programme des ORF auch möglichst barrierefrei nutzen können: Diesem Grundsatz entsprechend fordert der ORF-Publikumsrat einen beschleunigten Ausbau der Barrierefreiheit der ORF-Programme für Menschen mit Behinderung bzw. Beeinträchtigungen. Dies gilt insbesondere für den Ausbau von Audio Description, Untertitelung und Gebärdensprache (insbesondere auch „Bundesland heute“) sowie für barrierefreie Radio-Angebote. Beim Ausbau der Barrierefreiheit sind auch neue Technologien zu erproben und einzusetzen.

Mehr österreichische Eigenproduktionen

Wie Publikumszuspruch und die aktuelle Studie des ORF-Publikumsrats zeigen, sind österreichische Eigenproduktionen insbesondere im Unterhaltungsbereich ein wichtiger Erfolgsfaktor beim ORF-Publikum, ein konkreter Beitrag zur Repräsentation und Reflexion österreichischer Identität und eine nachhaltige Investition in werthaltiges Programmrepertoire. Der Ausbau österreichischer Eigenproduktionen ist daher in den nächsten Jahren gezielt zu forcieren und laufend zu evaluieren. Mehr Eigenproduktionen erwartet sich der ORF-Publikumsrat auch beim Ausbau des ORF-Kinder- und Jugendprogramms. Sowohl im ORF-Eigeninteresse als auch im gesamtgesellschaftlichen Interesse sind junge Zielgruppen mit modernen Unterhaltungsformaten anzusprechen. Die vom ORF-Publikumsrat seit Jahren geforderte TV-Sendung für alle Volksgruppen ist zeitnah umzusetzen.

Fokus auf Wissenschaftsberichterstattung

In Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, der digitalen Transformation und dem Thema Klimawandel wird die besondere Bedeutung einer wissenschaftlich fundierten, breitenwirksamen Berichterstattung deutlich. Der ORF-Publikumsrat spricht sich vor diesem Hintergrund für einen weiteren Ausbau der Wissenschaftsberichterstattung im ORF (z. B. durch ein monothematisches Wissenschaftsformat) und eine strategische Stärkung der wissenschaftsbasierten Berichterstattung in allen Ressorts aus. Sachliche, faktenorientierte und wissenschaftlich basierte objektive Berichterstattung ist aus Sicht des Publikumsrats eine wesentliche Grundlage der Gebührenlegitimation.

Wie in allen bisherigen Debatten über Gebührenanpassungen wiederholt der ORF-Publikumsrat auch an dieser Stelle sein Anliegen, dem ORF entgehende Entgelte für Befreiungen vom Bund zu refundieren und die Belastung des Programmentgeltes mit Bundes- und Landesanteilen, die nicht dem ORF und dessen Programm zufließen, zu streichen.

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