Initiative "Apfelsaft aus Apfel g'macht" soll Lust auf Regionalität wecken

Schmuckenschlager plädiert für Kennzeichnung verarbeiteter Lebensmittel

St.Pölten (OTS) - Bereits zum zweiten Mal nach 2019 startet die Landwirtschaftskammer (LK) Niederösterreich gemeinsam mit dem Landesobstbauverband NÖ die Aktion "Apfelsaft aus Apfel g'macht". Die Initiatoren machen dabei auf die nach wie vor unklare Herkunftskennzeichnung von Säften aufmerksam und geben Tipps zum Apfelsaftkauf. Alle Interessierten können bei der Apfelsaftherstellung - vom Pressen bis zur Abfüllung - live dabei sein und sich natürlichen Apfelsaft schmecken lassen. Passend zur Erntezeit fällt in Krems der Startschuss, weitere Termine in Mistelbach und Amstetten folgen.

"Bei vielen Lebensmitteln - so auch bei Apfelsaft - wird häufig nach wie vor eine österreichische Herkunftsanmutung erzeugt, obwohl der Ursprung der Rohstoffe oft nicht klar ist. Das ist für alle, die auf Regionalität beim Einkauf achten wollen, absolut irritierend", erläutert Landwirtschaftskammer (LK) NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager die Bemühungen der LK NÖ, bei der Kennzeichnung verarbeiteter Lebensmittel voranzukommen. "Ich freue mich über den durch die Corona-Pandemie verstärkten Trend hin zu Regionalität, der besonders bei unseren Direktvermarktern zu spüren ist. Auch der Handel und die Lebensmittelindustrie beteiligen sich vor allem in der Werbung an diesem Trend. Klar ist allerdings: Wo Österreich draufsteht - oder abgebildet ist - muss auch Österreich drinnen sein. Hier gibt es noch deutlichen Verbesserungsbedarf", betont der Interessenvertreter.

Schmuckenschlager fordert Kontrolle und Ausweitung der Primärzutatenverordnung

"Die Vielfalt an verschiedenartigen Herkunftsangaben bei Apfelsäften im Supermarkt ist enorm. Hier sollte die im April 2020 verabschiedete Primärzutatenverordnung der EU mehr Sicherheit über die Herkunft schaffen. In der Realität ist sie ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist sie in manchen Themen unzureichend, wird noch nicht kontrolliert und leistet dadurch nur ein Minimum mehr an Orientierung", so Schmuckenschlager.

Ein von der LK NÖ durchgeführter Marktcheck bei den drei großen Playern im Lebensmitteleinzelhandel bringt zutage, dass zwar im Vergleich zu 2019 erfreulicherweise weniger, aber immer noch unklare beziehungsweise täuschende Angaben auf Säften vorhanden sind - besonders bei günstigen und daher in großen Mengen abgesetzten Produkten. Die Primärzutatenverordnung sieht vor, dass bei freiwilliger Angabe des Ursprungslandes oder des Herkunftsortes eines Lebensmittels (die Angabe kann in Worten oder auch mittels Bildsprache wie Fahnen angemutet werden) auch das Ursprungsland oder der Herkunftsort der primären Zutat verpflichtend anzugeben ist, sofern nicht mit dem Lebensmittel identisch. "Ich fordere daher das Verbraucherschutzministerium und Bundesminister Mückstein auf, die Einhaltung der Primärzutatenverordnung so rasch als möglich mittels eines im Gesetz vorgesehenen Mehrjährigen Integrierten Kontrollplans (MIK) zu überprüfen: Im aktuellen Plan 2020 bis 2022 ist keine Kontrolle der Primärzutatenverordnung enthalten. Darüber hinaus bietet diese Verordnung keine Lösung für die irreführenden Herkunftsangaben 'Hergestellt in Ö' oder 'Abgefüllt in Ö' und lässt zu viel Interpretationsspielraum, zum Beispiel bei Apfelsaftkonzentrat aus China, das bei österreichischen Herstellern zu Saft verarbeitet wird. Hier erhoffe ich mir die Unterstützung des Ministers - im Sinne des Klimaschutzes, der heimischen Konsumenten und der Qualitätsproduktion unserer Bauern", appelliert Schmuckenschlager.

Heimische Obstprodukte sind klimafreundlich und von höchster Qualität

Wer auf Nummer sicher gehen will, dem sei der Kauf von direkt gepresstem Apfelsaft - am besten von regionalen Direktvermarktern - oder klar gekennzeichnete Säfte aus dem Regionalregal im Handel empfohlen. "Bei den Produkten der heimischen Obstbaubetriebe stammen die Früchte von ihren hofeigenen Apfelbäumen, welche ohne Umweg zu Saft gepresst werden. Dieses Verfahren ist ganz natürlich, die Produktion sowie die Verarbeitung in der Region sind klimaschonend, die Qualität entspricht höchsten heimischen Anbaustandards", erläutert Martin Sedelmaier, Obmann des NÖ Obstbauverbandes und selbst Obstbauer in Thallern bei Krems, die Vorteile von heimischem Apfelsaft.

1.300 niederösterreichische Obstbauern produzieren nach höchsten EU-Standards auf 2.800 ha Fläche - davon 700 ha Äpfel; daneben sind auch Marillen und Erdbeeren in großem Umfang in Niederösterreich heimisch. "Wer Produkte von Obstbauern aus Österreich bezieht, trägt zum Erhalt unserer wunderschönen Kulturlandschaft bei und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung im Land bleibt. Beim Apfel haben wir in Österreich ideale Anbaubedingungen und eine absolute Selbstversorgung das ganze Jahr hindurch. Auch heuer zeichnet sich eine durchschnittliche, sehr gute Ernte ab, für die wir sehr dankbar sind. Mit unseren vielen Sorten können wir allen Geschmäckern Genuss versprechen und weit gereiste Äpfel aus Übersee getrost im Regal liegen lassen", so Sedelmaier.

Regionalität gewinnt in Tourismus und Gastronomie immer mehr an Bedeutung

August Teufl, stellvertretender Direktor der Tourismusschulen HLF Krems, einer Top-Ausbildungsstätte für den Nachwuchs in Tourismus und Gastronomie, ist mit Schülerinnen und Schülern vor Ort: "Die HLF Krems stehen für eine umfassende Ausbildung: Wir vermitteln Wissen, Können und Werte. Es gehört dazu, dass unsere Absolventen wissen, woher die von ihnen angebotenen Lebensmittel stammen und wie sie produziert werden. Aus der Praxis ist bekannt, dass auch immer mehr Gäste über die Herkunft der Speisen und Getränke Bescheid wissen wollen. Wir setzen auf hohe Dienstleistungsqualität und kommen dem Trend nach regionalen Besonderheiten und Qualitätsprodukten gerne nach. Ich freue mich, dass die Tourismus- und Gastronomiebranche damit auch ein wichtiger Partner für die heimischen Landwirte ist", so Teufl.

Weitere Veranstaltungen in Niederösterreich "Apfelsaft aus Apfel g'macht"

Freitag, 22. Oktober, in Mistelbach, Marktplatz
Donnerstag, 28. Oktober, in Amstetten, Hauptplatz
Bis zu 50 kg Äpfel pro Haushalt dürfen zum Pressen mitgebracht werden.

Weitere Informationen können unter www.verlassdidrauf.at eingeholt werden.

Tipp: Konsumentinnen und Konsumenten können Auffälligkeiten oder Ungereimtheiten jederzeit unter regionalitaetscheck@lk-noe.at melden. Die LK NÖ geht den Meldungen gerne auf den Grund. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

DI Bernadette Laister
Abteilung Agrarkommunikation
in der Landwirtschaftskammer (LK) NÖ
Tel.-Nr.: 05 0259-28102, Mobil: 0664/60 259 28102
E-Mail: bernadette.laister@lk-noe.at

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