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Grüne Leopoldstadt: Donaukanalpromenade wird weiblich

Seit 2018 wurden mehr Straßen und Parks nach Frauen benannt als jemals zuvor.

Wien (OTS) - „Im gesamten 20. Jahrhundert wurde in der Leopoldstadt keine einzige Verkehrsfläche nach einer Frau benannt. Bis Ende 2016 waren zehn Mal mehr Verkehrsflächen nach Männern als nach Frauen benannt. Wir haben begonnen, das Verhältnis zugunsten von Frauen zu verschieben“, freut sich Nina Nöhrig, Kultursprecherin der Grünen Leopoldstadt. In der morgigen Bezirksvertretungssitzung wird die Donaukanalpromenade nach neun Frauen benannt. Damit findet die 2017 der Grünen gestartete Initiative einen Höhepunkt.

„Aus der besonderen historischen Verantwortung des Bezirks war es mir ein Anliegen, einen Schwerpunkt auf Widerstandskämpferinnen und Opfer des Nationalsozialismus zu legen“, betont die ehemalige Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger. Auf ihre Initiative hin erarbeitete eine ausschließlich weiblich besetzte Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen von Grünen und SPÖ Vorschläge für künftige Benennungen, die Stück für Stück zur Umsetzung gelangten.

Ein frauenpolitischer Paukenschlag ist nun die Benennung von neun Abschnitten der Promenade am Donaukanal. „Im oberen Drittel finden sich die Namen von Widerstandskämpferinnen und Verfolgten des NS-Regimes, danach werden Künstlerinnen der einst florierenden Theaterszene der Praterstraße, eine Prater-Künstlerin und eine Hakoah-Schwimmerin vor den Vorhang geholt“, führt Nöhrig an. „Die Recherchen haben bereits gezeigt, dass es viele mit der Leopoldstadt assoziierte Frauen gibt, die es verdienen, durch Benennungen gewürdigt werden. Dass die Initiative der Grünen nun fortgeführt wird, ist ein großer Erfolg, doch die Arbeit muss noch lange weitergehen, bevor sich tatsächlich ein nachhaltiger Wandel im Stadtbild und damit auch im Bewusstsein bemerken lässt“, hält Nina Nöhrig abschließend fest.

Bezirksbeschlüsse Verkehrsflächenbenennungen nach Frauen seit 2018

Nordbahnviertel:

  • Anitta Müller-Cohen (1890-1962), Sozialarbeiterin, Politikerin und Journalistin

Parks:

  • Else Feldmann (1884-1942), jüdische Schriftstellerin und Journalistin, im Vernichtungslager Sobibór ermordet
  • Mignon Langnas (1903-1949), jüdische Krankenschwester
  • Elisabeth Ben David-Hindler (1949-2016): Soziologin, Initiatorin der „Steine der Erinnerung“
  • Irma Schwager (1920-2015), antifaschistische Widerstandskämpferin und Frauenrechtlerin
  • Ruth Maier (1920-1942), Kunsthandwerkerin und Modell; bekannt für ihre posthum veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen, in Auschwitz ermordet

Plätze/Straßen:

  • Rosl Berndt (1903-1996), Sängerin, Kabarettistin und NS-Gegnerin
  • Elsa Bienenfeld (1877-1942), Musikwissenschafterin und-journalistin, im Vernichtungslager Maly Trostinec ermordet
  • Adele Perlmutter (1845-1941), Fotografin
  • Elisabeth von Matt (1762-1814), Astronomin – Umbenennung des NS-belasteten Oswald-Thomas-Platzes

Donaukanalpromenade von Perinetgasse bis Praterspitz:

  • Adele Jelinek (1890-1943), Journalistin und Schriftstellerin, im Ghetto Theresienstadt ermordet
  • Margit Czernetz (1910-1996), Widerstandskämpferin, Politikerin und Krankenpflegerin
  • Friedl Dicker-Brandeis (1898-1944), Bildende Künstlerin und Kunstpädagogin, im Vernichtungslager Auschwitz ermordet
  • Vilma Steindling (1919-1989), Widerstandskämpferin, überlebte das Vernichtungslager Auschwitz
  • Gisela Werbezirk (1875-1956), Schauspielerin und Kabarettistin
  • Henriette Fahrbach (1851-1923), Musikerin und Komponistin
  • Emilie Turecek „Fiakermilli“ (1846-1889), Sängerin
  • Henriette Willardt „Miss Senide“ (1866-1923), Prater-Künstlerin
  • Lucie Goldner (1918-2000), Hakoah-Schwimmerin

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