Statement von VIER PFOTEN zu Aussagen von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger im Nachrichtenmagazin „Profil“

Forderung nach Verbot von Fleischrabatten

Wien (OTS) - Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger kritisiert die großen Handelsketten und spricht von „erpresserischen Zuständen“ für Landwirtschaft und Lieferanten. Dabei hätte die Politik es auch selbst in der Hand, das derzeitige System zu ändern. Die ÖVP blockiert seit Langem eine längst überfällige Verbesserung der Tierschutzgesetzgebung. Zudem wäre ein Verbot für Fleischrabatte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn Billigfleisch geht am Ende immer mit Tierleid einher.

Lebensmittel sind keine Ramschwaren! Der Rabattwahnsinn in Österreichs Supermarktregalen ist gleich mehrfach unanständig: Er bedeutet meist Tierquälerei, weil er letztendlich niedrige Standards in der Tierhaltung auf Dauer zementiert. Die Billigpreise sind außerdem eine Verhöhnung der Landwirtinnen und Landwirte: Der Wettbewerb wird nicht nur völlig verzerrt, sondern auch die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern herabgewürdigt. Wer tier- und umweltfreundlich produziert, hat das Nachsehen. Die Schleuderpreise täuschen aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten, denn ihnen wird suggeriert, dass Fleisch nichts wert ist. Landwirtschaftsministerin Köstinger könnte dem aber entgegenwirken, indem sie ein generelles Verbot von Rabatten auf Fleisch auf Schiene bringt“, erklärt Veronika Weissenböck, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Österreich.

VIER PFOTEN fordert zudem eine transparente und verpflichtende Kennzeichnung – nach Herkunft und Haltung der Tiere. Denn, selbst wenn das Fleisch aus Österreich stammt: Kein heimischer Landwirt kann bei den absurden Dumping-Preisen kostendeckend produzieren, geschweige denn in erhöhte Tierwohlmaßnahmen investieren.

„Wir fordern die Politik, vor allem Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger dazu auf, mit gesetzlichen Rahmenbedingungen große Veränderungen im Sinne des Tierwohls und der Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten zu schaffen. Es braucht einen fairen Wettbewerb einerseits und eine lebenswerte Zukunft – für Mensch und Tier andererseits“, so Weissenböck.

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