Moosbrugger: WIFO-Studie untermauert Handelskritik Köstingers

Bäuerliche Familienbetriebe in massivem Würgegriff des LEH

Wien (OTS) - Der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Moosbrugger, betont zu den Aussagen von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Profil": "Unsere kürzlich veröffentlichte WIFO-Studie untermauert deutlich die Kritik Köstingers. Betrug der Anteil der Landwirtschaft an der Wertschöpfungskette Agrargüter, Lebensmittel und Getränke im Jahr 2005 noch 20,2%, so verringerte sich dieser im Jahr 2019 auf 17,5%. Das geht massiv zu Lasten unserer bäuerlichen Familienbetriebe." Moosbrugger weiter: "Faktum ist, dass sich unsere Bauernhöfe in einem massiven Würgegriff des Handels befinden. Es besteht dringender Handlungsbedarf, damit nicht noch mehr Familienbetrieben die Luft zum Atmen ausgeht und diese ihre Tore für immer schließen müssen. Wir kämpfen mit zunehmenden Betriebsmittel- und Lebenserhaltungskosten sowie steigenden Anforderungen - bei stagnierenden Preisen."

"Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ist ein klarer Gewinner der Corona-Krise und hat massiv von den regionalen Versorgungsstrukturen und Produkten profitiert. Umso mehr wäre er gefordert, sich nun zu den vorgelagerten Bereichen zu bekennen, statt diese überverhältnismäßig auszunützen und immer weiter in die Enge zu treiben. Das, was sich in den letzten Jahren entwickelt hat, hat mit verlässlichen Partnerschaften auf Augenhöhe nichts zu tun", kritisiert Moosbrugger, der auf die enorme Handelskonzentration und -macht hinweist.

"Die aktuelle Situation bestätigt, dass es dringend rechtliche Grundlagen für faire Handelspraktiken braucht! Seit Jahren fordern wir die Schaffung einer Ombudsstelle. Wir unterstützen daher voll und ganz die Initiativen Köstingers, die sich - in enger Abstimmung mit uns - seit Jahren für mehr Fairness in der Wertschöpfungskette stark macht. Sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene sind bereits Fortschritte gelungen, die nun dringend zu konkreten Verbesserungen führen müssen. Wir fordern daher die Regierung auf, die auf Köstingers Initiative beschlossene UTP-Richtlinie endlich in nationales Recht umzusetzen und parteipolitisches Hickhack hintanzustellen“, unterstreicht der LKÖ-Präsident.

"Die ruinöse Talfahrt des bäuerlichen Wertschöpfungsanteils muss gestoppt und eine rot-weiß-rote Trendumkehr eingeleitet werden! Unsere regionale Familienlandwirtschaft ist für Österreichs Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln, für die Landschaftspflege und unzählige Mehrleistungen unverzichtbar. Nachhaltige Qualitätslebensmittel entstehen nicht in Supermärkten", warnt Moosbrugger. (Schluss)

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