Bundesminister Faßmann verleiht ASciNA Awards 2021 an exzellente österreichische Forschende in Nordamerika

Ausgezeichnet wurden Daniela Weiskopf, Astrid Gillich, Peter Asenbaum und Daniela Gandorfer.

AT/USA (OTS) - „Die Bedeutung des Beitrags von Wissenschaft und Forschung zeigt sich vor dem Hintergrund der komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen, von Gesundheit und Klima bis hin zu und Menschenrechten in vielfältiger Weise. Dazu bedarf es auch der internationalen Kooperation und Vernetzung. Mit der Verleihung der ASciNA Awards 2021 an Daniela Weiskopf, Astrid Gillich, Peter Asenbaum und Daniela Gandorfer würdigen wir junge österreichische Forschende, die „den Sprung ins Ausland gewagt haben“ und im Rahmen ihrer Forschungsarbeit an renommierten Universitäten und Forschungsinstitutionen in Nordamerika herausragenden wissenschaftliche Leistungen erbracht haben. Ich gratuliere dem Preisträger und den Preisträgerinnen herzlich“ sagt Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Die feierliche Verleihung der Awards durch Bundesminister Heinz Faßmann, FWF Präsident Josef Gattringer und ASciNA Präsident Dietrich Haubenberger fand am 18. September 2021 im Anschluss an den hochkarätig besuchten „Austrian Research and Innovation Talk - ARIT“ in Washington DC statt.

Die ASciNA Awards werden in den Kategorien „Junior Principal Investigator“ (JPI) sowie „Young Scientist“ (YS) vergeben und zeichnen exzellente wissenschaftliche Publikationen junger österreichischer Forscherinnen und Forscher aus, die diese während und nach ihrem Aufenthalt in Nordamerika in renommierten Fachzeitschriften publiziert haben. Sie werden vom ASciNA-Netzwerk ausgeschrieben und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mit einem Preisgeld von 10.000 Euro (JPI) sowie heuer ausnahmsweise 3 x 5.000,- Euro (YS) dotiert. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch den österreichischen Wissenschaftsfonds FWF auf Basis einer internationalen Begutachtung.

Dieses Jahr wurde Daniela Weiskopf in der Kategorie „Junior Principal Investigator“ ausgezeichnet. Ihre Publikation „Selective and cross-reactive SARS-CoV-2 T cell epitopes in unexposed humans” erschien im April 2021 in der Fachzeitschrift Science.
Daniela Weiskopf absolvierte ihr Masterstudium im Bereich Mikrobiologie und Immunologie an der Universität Innsbruck und ihr Doktorat im Bereich Immunologie an der Medizinuniversität Innsbruck. Seit 2009 arbeitet sie am renommierten La Jolla Institute for Immunology in Kalifornien, wo sie seit 2020 als Research Assistant Professor tätig ist. Schwerpunktmäßig hat sich Daniela Weiskopf in ihrer Forschung dem Verständnis der T-Zell-Reaktion auf virale Pathogene gewidmet und die letzten 12 Jahre damit verbracht, infektiöse Viren zu untersuchen, die für die menschliche Gesundheit und Krankheit relevant sind.
Ihre ausgezeichnet Publikation widmet sich, ganz aktuell, der möglichen Rolle der T-Zellen in der menschliche Immunantwort auf das schwere akute respiratorische Syndrom (SARS-CoV-2)-Virus.

In der Kategorie „Young Scientist“ hat sich die Jury aufgrund der hohen Leistungsdichte dieses Mal entschieden drei anstatt der sonst üblichen zwei Preisträger und Preisträgerinnen auszuzeichnen. Peter Asenbaum studierte Physik an der Universität Wien. Anschließend absolvierte er das Doktorat im Doktoratskolleg Complex Quantum Systems der Universität Wien und promovierte 2014. Danach forschte er am Department of Physics der Stanford University, kehrte jedoch nach Österreich zurück und ist derzeit als Post-Doc Forscher am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in der Gruppe von Markus Aspelmeyer tätig.
Sein wissenschaftlicher Artikel: „Atom-Interferometric Test of the Equivalence Principle at the 10−12 Level“ ist in den Physical Review Letter 2020 erschienen. Er beschäftigt sich mit der Frage, ob die Schwerkraft lokale Messungen beeinflusst? Das Äquivalenzprinzip (EP), das besagt, dass alle gravitativen Effekte lokal verschwinden und ist die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie und andere geometrische Gravitationstheorien. Die meisten theoretischen Vereinigungsversuche, die die Schwerkraft an das Standardmodell koppeln, führen zu EP-Verstößen. Asenbaum und seine Kollegen berichten jedoch von einem Versuch mit einem atominterferometrischen Test der auf dem 10-12-Niveau im Einklang mit der Null-Verletzung des EP steht und somit eine deutliche Verbesserung gegenüber der bisherigen EP-Tests mit Quantenzuständen darstellt.

Daniela Gandorfer studierte Germanistik und Rechtswissenschaften an der Universität Wien und absolvierte ein Master- und Doktoratsstudium in vergleichender Literaturwissenschaft an der Princeton University im Zuge dessen sie auch an der UC Berkeley mit Judith Butler studierte. Derzeit ist Gandorfer als Post-Doctoral Scholar an der UC Santa Cruz tätig, wo sie mit Quantenphysikerin und Philosophin Karen Barad arbeitet. Sie ist Gründerin und Co-Direktorin des Logische Phantasie Lab, einem interdisziplinären Forschungsinstitut, das sich der umfassenden Untersuchung von rechtlichen und sozialen Ungerechtigkeiten widmet.
Ihr bei Duke University Press erscheinendes Manuskript „Matterphorics: On the Laws of Theory“ artikuliert eine Theorie- und insbesondere Rechtstheorie, die sich eng mit den komplexen materiellen und diskursiven Verschränkungen von normativen Systemen mit wissenschaftlichen und philosophischen Interpretationen der Welt auseinandersetzt. An der Schnittstelle von Rechtstheorie und Wissenschafts- und Technologiestudien, insbesondere Quantenphysik und Kryprotechnologien (Blockchain), zeigt Gandorfer zudem die ethische Dringlichkeit der Entwicklung eines neuen Rechtsdenkens vor dem Hintergrund sich rapide entwickelnder Formen der „tech-governance“ und deren Potential für soziale und materielle Ungerechtigkeiten auf.

Astrid Gillich studierte Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. Ihr Doktorat in Stammzellbiologie absolvierte sie an der University of Cambridge, bevor sie 2012 als Postdoctoral Researcher und dann als Research Scientist an die Stanford University School of Medicine wechselte. Seit 2021 ist sie Principal Investigator bei Calico Life Sciences in San Francisco, wo sie ein Labor zur Erforschung von Gewebe-, Alterungs- und Krankheitsbiologie in der Lunge und/oder im Gefäßsystem leitet. am Die ausgezeichnete Publikation „Capillary cell-type specialization in the alveolus“ erschien im Nature Magazin und zeigt, dass die Kapillargefäße der Lungenbläschen aus zwei Zelltypen aufgebaut sind. Ein Zelltyp ist auf den Gasaustausch spezialisiert, der zweite Zelltyp ist eine Stammzelle, die für die Erneuerung der Blutgefäße sorgt. Ein besseres Verständnis der Rolle der Kapillarzelltypen bei der Entstehung von Lungenkrankheiten könnte zur Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten und Strategien zur Reparatur der Blutgefäße führen.

„Die ASciNA Awards haben das Ziel die wissenschaftliche Brücke zwischen Österreich und Nordamerika zu festigen. Vor allem in Krisenzeiten ist diese internationale Verbindung von besonderer Bedeutung. Das ASciNA Netzwerk in Nordamerika ist ein langjähriger engagierter Partner des Wissenschaftsressorts – es trägt in vielfältiger Weise zur Vernetzung der österreichischen Forschenden in Nordamerika bei und bildet ein wichtiges Verbindungsglied zur Forschungscommunity in Österreich und Europa.“ so Minister Faßmann.

Das Netzwerk österreichischer Forschender in Nordamerika ASciNA wurde 2002 in Washington D.C. gegründet und hat weltweit über 1200 Mitglieder. Neben den ASciNA Awards stellen das ASciNA Mentoring-Programm und die lokale Vernetzung in den ASciNA Chaptern in den USA, Kanada und Mexiko zentrale Aktivitäten des Netzwerkes dar.

Fotos von der Verleihung werden ab 19.09.2021 unter folgendem Link verfügbar sein: https://bit.ly/3EyRcd8
Copyright: Office of Science and Technology Austria - Washington, DC

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Dietrich Haubenberger (ASciNA)
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BM für Bildung, Wissenschaft und Forschung
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