Litschauer/Grüne: Neun Nuklearstaaten haben nichts aus Hiroshima gelernt

Budget für Atomwaffen während Pandemie und Klimakrise gestiegen

Wien (OTS) - "Während Covid-19 Intensivbetten füllte, Millionen von Menschen arbeitslos machte und die Klimakrise in großen Schritten voran geschritten ist, haben die neun Nuklearmächte unsagbare 71 Milliarden US-Dollar für das Geschäft mit Atombomben verschwendet. Ein globales Netz aus Thinktanks, Lobbyisten und privaten Unternehmen sorgt dafür, dass Ausgaben für Nuklearwaffen wieder steigen. Großbritannien will den langjährigen Abrüstungskurs verlassen und sein Atomwaffenarsenal auf 260 Sprengköpfe vergrößern. Kürzlich wurden Hinweise auf das größte nukleare Aufrüstungsprogramm seit Jahren in China entdeckt. Unternehmen wie Boeing oder Airbus stecken knietief im Atomwaffengeschäft. Sie sind mitschuldig, dass es heutzutage noch über 13.000 Atomsprengköpfe gibt“, sagt Martin Litschauer, Anti-Atomenergie Sprecher der Grünen.

„71 Jahre nach dem Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki ist die Welt zweigeteilt. 86 Länder haben den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet, während neun Staaten mit ihren Atombomben die Menschheit viele Male zugrunde richten können. Die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, und Nordkorea haben nichts aus Hiroshima und Nagasaki gelernt“, sagt Litschauer.

Ein Bericht der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) vom Juni hat das globale Nuklearwaffenbudget und Geldflüsse zwischen Regierungen, Unternehmen, Thinktanks und Lobbyisten durchleuchtet. Im Jahr 2020 haben Waffenunternehmen 117 Millionen US-Dollar für Lobbying ausgegeben. Jeder Lobbying-Dollar wurde mit 236 US-Dollar an Nuklearwaffenverträgen belohnt.

„Covid-19 und die Klimakrise können nur gemeinsam bewältigt werden. Das globale Wettrüsten entfernt uns aber voneinander. Ich bin froh, dass die erste Wiener Konferenz zum Verbot von Atomwaffen schon diesen Jänner stattfinden wird. Jetzt müssen wir noch die Atommächte an den Verhandlungstisch bekommen. Das wird noch ein harter Brocken“, mahnt Litschauer.

Die US-Atombomben unter den Codenamen „Little Boy“ und „Fat Man“ haben am 6. und 9. August 1945 die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki verwüstet. Die Bilanz: 170.000 Tote durch die unmittelbare Detonation, die direkte radioaktive Verstrahlung und durch die akute Strahlenkrankheit in den Wochen darauf. Die ersten je auf Zivilist*innen angewandten Atombomben markierten das Ende des zweiten Weltkrieges und die bedingungslose Kapitulation Japans, leiteten aber auch das Atomzeitalter ein.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
+43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001