AK Anderl: Herr Bildungsminister, die Schulen warten auf Ihre Konzepte!

Sechs Wochen vor Schulbeginn gibt es noch immer keine konkreten Pläne für sicheren einen Schulbetrieb

Wien (OTS) - Seit eineinhalb Jahren ist Österreich im Griff der Corona-Pandemie. Genauso lange müssen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen schon unter der Planlosigkeit im Bildungsbereich leiden. „Es kann nicht sein, dass es immer noch keine fundierten Pläne für einen sicheren und geordneten Schulbetrieb ab Herbst gibt!“, kommentiert AK Präsidentin Renate Anderl die Aussagen von Bildungsminister Faßmann in der gestrigen ZIB2. „In sechs Wochen ist Schulbeginn, und wir wissen nicht, was uns erwartet. Außer Überschriften gibt es noch immer keine Informationen, keine Anleitung, keine notwendigen Details, keine Planung, keine Konzepte.“

Besonders ärgert die AK Präsidentin, dass Vorschläge an das Ministerium ignoriert werden: „Die AK und viele andere machen seit Monaten sehr konkrete Vorschläge, wie man Schule organisieren könnte, um allen Kindern eine Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen.“ Zuletzt hat die AK in einem offenen Brief an BM Faßmann ihre wesentlichen Forderungen für den Herbst nochmals präsentiert. Reaktion darauf gab es keine: „Wir warten bis heute auf eine Antwort“.

Die verbleibenden Sommerwochen müssen genützt werden, um mit den Standorten einen Schulbetrieb in Szenarien vorzubereiten, was vor Ort machbar und sinnvoll umzusetzen ist. Ziel muss es sein, dass Kinder und Jugendliche möglichst wenig Zeit im Distance-Learning verbringen. Physische und psychische Gesundheitsrisiken müssen minimiert und gleichzeitig Bildungsangebote und Kontaktmöglichkeiten zu KlassenfreundInnen bzw. soziale Kontakte sichergestellt werden. Lediglich eine Teststrategie vorzubereiten, ist deutlich zu wenig und wird den Kindern schon lange nicht mehr gerecht.

Die Bildungskluft zwischen jenen Kindern und Jugendlichen, die Hilfe von zuhause erwarten können und jene, die auf sich alleine gestellt sind ist zusätzlich enorm aufgegangen und muss geschlossen werden. Schulen, die viele Kinder ohne elterliche Lernunterstützung begleiten, brauchen zusätzliches Personal nach dem AK-Chancenindex, der ebenfalls noch auf seine Umsetzung wartet.

„Wir müssen alles daransetzen, dass das kommende Schuljahr gut organisiert wird und in verschiedensten Szenarien geplant wird – damit für jede Situation die passende Antwort vorhanden ist. Ein Schuljahr wie das vergangene darf sich keinesfalls mehr wiederholen!“, hofft Anderl auf ein rasches Umdenken im Bildungsministerium.

Die AK Vorschläge für krisensichere Schulen im Wintersemester 2021/22:

+ Technische Präventions- und Hygienemaßnahmen: Schulen sollten technisch so ausgestattet werden, dass das Infektionsrisiko weiter gesenkt wird. Die Ausstattung mit Luftreinigern, - CO2-Messgeräten und Ähnlichem sollte vom Bund im Sinne der Prävention übernommen werden.
+ Outdoor-Lernen & Projektunterricht in Kleingruppen
+ Schwerpunktsetzungen im Lernstoff
+ Sozialarbeit und Schulpsychologie für Kinder und Jugendliche aufstocken
+ Förderungen von Kinder- und Jugendvereinen (Verbandsstruktur)+ Jede Schulklasse soll eine Projektwoche im Wintersemester 21/22 umsetzen. + Das Kontingent für unverbindliche Übungen soll in den kommenden beiden Schuljahren aufgestockt werden.
+ Förderungen für Kinder und Jugendliche für sportliche Aktivitäten + Förderung, wenn Schulen mit Vereinen kooperieren
+ Sportscheck für BerufsschülerInnen (einzulösen bei Fitnesscenter, Vereine, Sportgeschäfte etc.)

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