Hochwasserkatastrophe in Hallein – Naturschutzbund Salzburg fordert von Bundesministerin Köstinger eine öffentliche Entschuldigung

  • Unliebsame Kritiker werden angeschwärzt und die Angst, Verzweiflung und Betroffenheit der Bevölkerung wird auf eine moralisch und demokratiepolitisch verwerfliche Art und Weise ausgenutzt
    Dr. Winfrid Herbst, Vorsitzender Naturschutzbund Salzburg
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  • Der Naturschutzbund hat immer schon mit strenger Methodik und hohem Fachverstand versucht, Umweltschutz durch Kooperation mit allen Betroffenen umzusetzen. Mit moralisch und demokratiepolitisch fragwürdigen Praktiken dem Naturschutz den Kampf anzusagen, lehnen wir vehement ab und verlangen von Bundesministerin Köstinger, eine öffentliche Entschuldigung für ihre Schuldzuweisungen. Zudem fordern wir dringend zum Wohle aller, miteinander, füreinander und für die Erhaltung von Mensch und Natur nach Lösungen zu suchen
    Dr. Winfrid Herbst, Vorsitzender Naturschutzbund Salzburg
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Salzburg (OTS) - Die Hochwasserwelle ist abgeklungen, glücklicherweise ist kein Mensch zu Tode gekommen, aber enorme materielle Schäden sind entstanden. Bundesministerin Köstinger hat dem Naturschutzbund Salzburg eine Verhinderung des Hochwasserschutzprojektes am Halleiner Kothbach vorgeworfen. „Unliebsame Kritiker werden angeschwärzt und die Angst, Verzweiflung und Betroffenheit der Bevölkerung wird auf eine moralisch und demokratiepolitisch verwerfliche Art und Weise ausgenutzt“, so Winfrid Herbst, Vorsitzender des Naturschutzbundes Salzburg. Er fordert eine Klarstellung der Faktenlage und eine öffentliche Untersuchung der Ursachen des Ereignisses.

Nochmal kurz die Fakten

Tatsache ist, dass der Naturschutzbund Salzburg in einem Bündel an Maßnahmen für den Hochwasserschutz im Einzugsbereich des Kothbaches lediglich gegen EINE der Maßnahmen – und hier nur gegen die Art und Weise der Umsetzung – Einspruch erhoben hat. Dabei handelt es sich um den Kirchentalgraben, der nur rund ein Zehntel des Einzugsgebietes des Kothbaches ausmacht. Für diesen Bereich forderte der Naturschutzbund Salzburg ein landschaftsschonendes Alternativprojekt, bei dem eine natürliche Geländesenke als Hochwasserrückhalteraum genutzt werden kann. Die vom Naturschutzbund vorgeschlagene Lösung hat ebenbürtigen Schutzeffekt und ist mit gleichem finanziellem Aufwand umsetzbar, wie die Lawinen- und Wildbachverbauung in ihren Berechnungen bestätigt hat.

Ministerin blieb seit Mitte 2020 Antwort schuldig

Weil sämtliche Ersuchen, Land und Ministerium für die natur- und landschaftsverträgliche Alternative zu interessieren, unbeantwortet blieben, machte der Naturschutzbund Salzburg vom rechtsstaatlich zugesicherten Beschwerderecht Gebrauch und sprach sich gegen das Teilprojekt des Projektes der Wildbach- und Lawinenverbauung aus. Trotz mehrfachem Ersuchen und Urgenz blieben auch Vermittlungsgespräche zwischen der Landespolitik und dem Grundeigentümer aus. Die Zielsetzung des Naturschutzbundes: Neben dem unbestritten notwendigen Hochwasserschutz sollte das äußerst hochwertige Naherholungsgebiet für die Halleiner Bevölkerung gesichert werden. Andere von der Genehmigung erfasste Hochwasserschutzbauten wurden nicht beeinsprucht und befinden sich derzeit im Bau.

Gemeinsam Lösungen anstreben

Der Naturschutzbund setzt sich seit über einem Jahrhundert für die Natur und dabei auch für ökologischen Hochwasserschutz ein. „Der Naturschutzbund hat immer schon mit strenger Methodik und hohem Fachverstand versucht, Umweltschutz durch Kooperation mit allen Betroffenen umzusetzen. Mit moralisch und demokratiepolitisch fragwürdigen Praktiken dem Naturschutz den Kampf anzusagen, lehnen wir vehement ab und verlangen von Bundesministerin Köstinger, eine öffentliche Entschuldigung für ihre Schuldzuweisungen. Zudem fordern wir dringend zum Wohle aller, miteinander, füreinander und für die Erhaltung von Mensch und Natur nach Lösungen zu suchen“, so Herbst.

Rückfragen & Kontakt:

Naturschutzbund Salzburg
Dr. Winfrid Herbst
0664/3938326

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