Vor EURO-Finale: Die Verlierer im Fußballgeschäft

Jugend Eine Welt: Noch immer steckt Kinderarbeit in Fußbällen

Wien (OTS) - Während bei der Fußball-Europameisterschaft demnächst der Sieger ermittelt wird, stehen die Verlierer im Fußballgeschäft längst fest: Noch immer steckt in den Fußbällen, die bei uns im Handel erhältlich sind, auch Kinderarbeit. Darauf macht die österreichische Hilfsorganisation Jugend Eine Welt aufmerksam. „Mit einem umfassenden Lieferkettengesetz, das Unternehmen in die Verantwortung nimmt, können wir uns sicher sein, dass unsere Kinder mit Bällen spielen, die fair produziert wurden“, fordert daher Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer die Politik auf, endlich aktiv zu werden.

„Die Verantwortung kann nicht allein bei den Konsumentinnen und Konsumenten liegen. Sie können sich nicht bei jedem Einkauf umfassend über Herkunft und Gewinnung von Rohstoffen und Herstellungsbedingungen informieren. Wir müssen die Unternehmen dazu verpflichten, faire Produkte auch entlang der weltweiten Lieferketten zu garantieren“, betont Heiserer. „Unser Wohlstand darf nicht auf der Missachtung von Kinder- und Menschenrechten in entfernten Ländern basieren.“

Dies gilt auch für den Ball mit dem unsere Kinder spielen. Zwar werden mittlerweile Fußbälle häufig auch maschinell gefertigt. In Pakistan sind es aber vor allem die ärmsten Familien, die immer noch in Heimarbeit Fußbälle mit der Hand nähen. Die Kinder müssen mitarbeiten, um zum Familieneinkommen beizutragen. Sonst haben diese Familien meist nicht einmal genug für ihre täglichen Mahlzeiten. Das bedeutet auch, dass Bildung und Ausbildung vernachlässigt werden.

Zwar gibt es freiwillige Kontrollen und Programme der internationalen Sportartikel-Unternehmen bei den großen Produktionsbetrieben in Pakistan. „Doch wenn Kinder für Subunternehmen in Heimarbeit Fußbälle nähen, wird das leider oft nicht mitberücksichtigt“, erklärt Heiserer. „In vielen der kleineren Familien- und Zulieferbetrieben kann von fairen Arbeitsbedingungen auch keine Rede sein.“ Umso wichtiger ist es, über die freiwilligen Mechanismen hinaus, ein umfassendes Lieferkettengesetz zu verabschieden, das eine lückenlose Kontrolle sicherstellt, so die Forderung von Jugend Eine Welt.

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