Anlässlich des neuen Europäischen Klimaberichts sagt VGT: Vollspaltenboden klimafeindlich

Studie zeigt, dass Schweine auf Vollspaltenboden doppelt so viel Methan ausstoßen als auf Stroh, und der Nitratgehalt der Gülle ist um 50 % höher

Wien (OTS) - Der Vollspaltenboden ist nicht nur ein Verbrechen an den Tieren, er treibt auch die Erderwärmung in die Höhe. Der neue Europäische Klimabericht zeigt, wie rasant der Klimawandel voranschreitet. Schuld daran ist u.a. die Schweineproduktion und da insbesondere die Haltung dieser Tiere auf Vollspaltenboden statt auf Stroh. Eine detaillierte Studie der Emissionen von Schweinen auf Vollspaltenboden im Vergleich zur Stroheinstreu wurde in einer belgischen Studie verglichen. Dazu wurden 3 Gruppen zu je 32 Schweinen auf Stroh und ebensoviele auf Vollspaltenboden gehalten. Einmal pro Monat wurden über 6 Tage hinweg die Ausdünstungen der Schweine und ihrer Gülle im Stundentakt gemessen. Im Mittel produzierte jedes Schwein auf Vollspaltenboden täglich 15,2 g Methan und auf Stroh täglich 8,8 g. D.h. auf Vollspaltenboden emittierten Schweine etwa doppelt so viel des hoch klimawirksamen Gases. Der Nitratgehalt der Gülle auf Vollspaltenboden pro Schwein war 3,26 kg und damit um die Hälfte mehr als die 2,23 kg auf Stroh. Insgesamt produzierte ein Schwein auf Vollspaltenboden das CO2-Äquivalent von 548 g pro Tag im Vergleich zu 406 g auf Stroh. Die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenboden ist also deutlich klimaschädlicher als die Haltung von Schweinen auf Stroh.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Der Klimawandel bedroht uns alle. Und wir kennen seine Gründe. Laut IPCC-Sonderbericht von 2019 ist die Tierproduktion zu einem Drittel (!) für den Klimawandel verantwortlich. Und jetzt wissen wir, dass die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenboden den Klimawandel noch stärker antreibt, als würde man den Tieren wenigstens Stroh gönnen. Unfassbar, dass die ÖVP-Landwirtschaftsministerin dazu einfach kein Wort über die Lippen bringt. Warum müssen die Schweine leiden und wir in der Hitze rösten, nur weil die Schweineindustrie ohne Rücksicht auf Verluste Profite machen will?“

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