Klimaerwärmung senkt weibliche Fruchtbarkeit

Neue Studie zeigt: Klimaerwärmung reduziert Eierstockreserve

Wien (OTS) - In der westlichen Welt haben Paare immer später den Wunsch eine Familie zu gründen. Entsprechend steigt das Alter der Menschen bei der Geburt des ersten Kindes seit mehreren Jahren rasant an.

„Für viele Paare ergibt sich deshalb die Situation, dass es fast zu spät ist und sie nur noch mithilfe medizinischer Hilfe ein Kind bekommen können“, warnt Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger, Kinderwunschexperte und ärztlicher Leiter des Wunschbaby Institut Feichtinger in Wien.

Zusätzlich zum steigenden Alter können sich auch Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung auf die weibliche und männliche Fruchtbarkeit auswirken.

Eine neue Studie der Harvard University untersuchte inwieweit die Klimaerwärmung die weibliche Fruchtbarkeit reduzieren könnte. „Die Autoren fanden heraus, dass pro 1° Temperaturerhöhung sich die Eierstockreserve um 1,6% erniedrigt. Folglich weisen die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass eine stetig zunehmende Klimaerwärmung das fruchtbare Alter bei Frauen reduzieren könnte“, erklärt Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger.

„Gerade in Ländern mit gemäßigten Temperaturen wie den USA und Mittel- und Nordeuropa, könnte dieser Effekt laut Autoren besonders stark sein, da hier die Bevölkerung an besonders heiße Temperaturen nicht angepasst ist. In Kombination mit dem immer späteren Kinderwunsch könnte eine zusätzliche Abnahme der Fruchtbarkeit durch die Klimaerwärmung für viele Paare Probleme bei der Verwirklichung ihrer Familienplanung bringen, sodass diese schlussendlich Kinderlos bleiben. Sollte die Erderwärmung weiterhin zunehmen, könnte dies beträchtliche negative Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur und Geburtenrate haben. Daher sollten Staaten u.a. im Sinne des Bevölkerungswachstums und der Gesundheit der EinwohnerInnen weltweit ihre Treibhausgase reduzieren, um die Erderwärmung zu stoppen.

„Auf Grund der derzeitigen Situation des Klimawandels rate ich jeder Frau, den Kinderwunsch nicht allzu lange aufzuschieben oder wenn dies momentan nicht möglich ist, an Vorsorgemaßnahmen wie das Einfrieren von Eizellen zu denken. Jedoch muss in Österreich dafür noch eine Gesetzesnovelle vollzogen werden, da Frauen ohne medizinischen Grund ihre Eizellen gesetzlich nicht einfrieren lassen dürfen“, so Feichtinger abschließend.

Originalstudie:

Gaskins, A.J., Minguez-Alarcon, L., Vopham, T., Hart, J.E., Chavarro, J.E., Schwartz, J., Souter, I., Laden, F., 2021. Impact of ambient temperature on ovarian reserve. Fertil Steril.

https://doi.org/10.1016/j.fertnstert.2021.05.091

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