Österreichische Kinder machen gegen Kinderarbeit mobil

Protestaktion der Bürgerinitiative für ein Lieferkettengesetz anlässlich des Tages gegen Kinderarbeit, Präsentation von Illustration von Stefanie Sargnagel

Wenn wir Kinderarbeit beenden wollen, dann dürfen wir in Europa nicht länger zulassen, dass unsere Konzerne ihre Profite auf Kosten der Kinder im globalen Süden steigern. Wir können die Verantwortung für die skrupellose Ausbeutung nicht auf diejenigen abwälzen, die nicht wissen wie sie sich und ihre Kinder ohne deren zusätzlichen Lohn ernähren sollen. Wir müssen die Profiteure der Kinderarbeit bei uns in Europa in die Haftung nehmen, wo sie damit ihr Geld machen. Die Mehrkosten, die durch den Verzicht von Kinderarbeit entstehen sind so gering, dass sie nicht länger als vermeintliches Argument vorgeschoben werden dürfen. Wir leben schließlich im Jahr 2021 und nicht mehr im Mittelalter, wer wäre nicht dazu bereit 5 Cent mehr für einen Schokoriegel zu bezahlen, wenn dafür keine Kinder ihre Gesundheit, ihre Kindheit und ihre Zukunft aufgeben mussten?
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Wien (OTS) - Am heutigen Internationalen Tag gegen Kinderarbeit hat die Bürgerinitiative für ein Lieferkettengesetz Wiener Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren dazu eingeladen an einer Protestaktion gegen Kinderarbeit teilzunehmen. Zwei 12-jährige Mädchen haben die Gelegenheit genutzt, um die Leidensgeschichten von Gleichaltrigen aus dem globalen Süden nachzuerzählen.

Sie wollen damit aufzeigen, wie es Kindern in Ländern wie Bangladesch, Indien oder dem Kongo geht und unterstreichen, wieso es auch in Österreich ein Lieferkettengesetz braucht. Die Profiteure der Kinderarbeit sind in der Regel auch europäische Konzerne, die bislang nicht für die Verbrechen haftbar gemacht werden können, die sich entlang ihrer Lieferketten abspielen. Die Geschichten können Sie hier im Volltext nachlesen, Video und Bildmaterial der Aktion wird zeitnah ergänzt.

Vor der Aktion wurde von der Sprecherin der Bürgerinitiative für ein Lieferkettengesetz, Veronika Bohrn Mena, eine eigens für die Initiative gestaltete Illustration der Künstlerin Stefanie Sprengnagel vorgestellt - siehe Anhang. Sie wurde am Portal der Paulanerkirche angebracht und wird dort noch die nächsten Wochen hängen. Es stellt in satirischer Überspitzung die Skrupellosigkeit dar, mit der von europäischen Konzernen die Kinderarbeit in Kauf genommen wird, etwa beim Anbau von Kaffee, Kakao oder Baumwolle und dem Abbau von Rohstoffen.

Wenn wir Kinderarbeit beenden wollen, dann dürfen wir in Europa nicht länger zulassen, dass unsere Konzerne ihre Profite auf Kosten der Kinder im globalen Süden steigern. Wir können die Verantwortung für die skrupellose Ausbeutung nicht auf diejenigen abwälzen, die nicht wissen wie sie sich und ihre Kinder ohne deren zusätzlichen Lohn ernähren sollen. Wir müssen die Profiteure der Kinderarbeit bei uns in Europa in die Haftung nehmen, wo sie damit ihr Geld machen. Die Mehrkosten, die durch den Verzicht von Kinderarbeit entstehen sind so gering, dass sie nicht länger als vermeintliches Argument vorgeschoben werden dürfen. Wir leben schließlich im Jahr 2021 und nicht mehr im Mittelalter, wer wäre nicht dazu bereit 5 Cent mehr für einen Schokoriegel zu bezahlen, wenn dafür keine Kinder ihre Gesundheit, ihre Kindheit und ihre Zukunft aufgeben mussten?“ hält Sprecherin Veronika Bohrn Mena abschließend fest.

Die Bürgerinitiative für ein Lieferkettengesetz wird von einem Komitee mit über 50 Personen getragen, darunter Persönlichkeiten wie u.a. Jean Ziegler, Kathrin Hartmann und Judith Kohlenberger. Unterstützt wird es vom deutschen Bundesminister Gerd Müller, Vizekanzler Werner Kogler, Bundesministerin Leonore Gewessler, Bundesminister Wolfgang Mückstein und vielen anderen Amtsträger*innen. Mehr Infos unter www.lieferkettengesetz.at

Geschichten aus dem globalen Süden
Hier die Texte der Kinder nachlesen

Rückfragen & Kontakt:

Bürgerinitiative für ein Lieferkettengesetz, Sprecherin Veronika Bohrn Mena, info@lieferkettengesetz.at, +43 660 320 20 86

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