Umweltdachverband & Naturschutzbund zum GAP-Strategieplan: Lob und Kritik für geplanten Biodiversitätsschutz

- In Teilen ambitionierter Entwurf – klare Umwelt- und Biodiversitätsziele fehlen

Die neue Agrarpolitik muss Betriebe besser fördern, die der Natur beim Überleben helfen – das geht nur mit entsprechenden Prämienhöhen, damit Landwirt*innen mitmachen können
Judith Drapela-Dhiflaoui, Biodiversitätsexpertin im Umweltdachverband

Wien (OTS) -

  • 10 % Naturflächen auf landwirtschaftlichen Flächen notwendig, um das Artensterben zu stoppen – Prämien für biodiversitätsfördernde Maßnahmen attraktiv gestalten!

Umweltdachverband und Naturschutzbund Österreich legten gestern fristgerecht ihre Stellungnahme zum Entwurf der Maßnahmen im Rahmen des Österreichischen GAP-Strategieplanes vor. Nach eingehender Analyse der geplanten Interventionen heißt der Grundtenor „Lob und Kritik“. „Die Evaluierungsergebnisse der vergangenen GAP-Förderperiode zeigen, dass es enorme Anstrengungen braucht, um der Biodiversitätskrise Einhalt zu gebieten und artenreiche Standorte zu erhalten. Der vorliegende Entwurf ist ambitioniert, doch es fehlen klare messbare Umwelt- und Biodiversitätsziele für die einzelnen Fördermaßnahmen und vor allem die erforderliche Finanzierung. In der Kulturlandschaft sind aktuell 7 % Naturflächen vorhanden. Um das Artensterben zu stoppen, benötigen wir mindestens 10 %. Die neue Agrarpolitik muss Betriebe besser fördern, die der Natur beim Überleben helfen – das geht nur mit entsprechenden Prämienhöhen, damit Landwirt*innen mitmachen können“, sagt Judith Drapela-Dhiflaoui, Biodiversitätsexpertin im Umweltdachverband. „Vor allem Streuwiesen oder Trockenrasen, aber auch Hutweiden und Feuchtwiesen brauchen verstärkten Schutz. Damit sich extensive Nutzung artenreicher, ertragsschwacher Standorte für die Landwirt*innen lohnt, sind attraktive Förderangebote unabdingbar. Positiv sehen wir die Schaffung von ,Pufferstreifen‘ entlang von Wasserläufen. Wichtig ist, dass diese nicht nur an belasteten Gewässern eingerichtet werden, sondern an allen, und dass sie ausreichend breit und auch mit standortgerechten regionalen Pflanzen bewachsen sind“, ergänzt Christine Pühringer vom Naturschutzbund.

Abgestufter Wiesenbau nicht ausreichend gefördert
Wermutstropfen ist laut Umweltdachverband und Naturschutzbund, dass der Abgestufte Wiesenbau nicht extra gefördert wird. „Dieses innovative Konzept kombiniert produktive und intensiv bewirtschaftete Futterwiesen mit artenreichen, extensiv bewirtschafteten Flächen innerhalb eines Betriebes. Für bestimmte Betriebstypen und Regionen ist das optimal und erhöht gleichzeitig bäuerliches Einkommen und Biodiversität. Leider fehlt bisher eine entsprechende Betriebsprämie, die das Konzept attraktiv fördert“, so Drapela-Dhiflaoui und Pühringer.

Stellungnahme Umweltdachverband & Naturschutzbund zu den Entwürfen der GAP Interventionen: https://bit.ly/3bCADzQ

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