Aufhebung des Patentschutzes: Falsche Antwort auf ein komplexes Problem

Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) zur aktuellen Diskussion

Wien (OTS) - „Wir sind uns in vollem Umfang bewusst, dass die herausfordernde Extremsituation der COVID-19-Pandemie auch ungewöhnliche Maßnahmen erfordert, um für PatientInnen die entsprechende Versorgung mit innovativen medizinischen Lösungen sicherzustellen“, betont Bernhard Ecker, Präsident des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI). „Doch die laufende Diskussion um die Aussetzung von Patentrechten ist die falsche Antwort auf ein komplexes Problem. Der Verzicht auf Patente wird weder die Produktion steigern noch jene Lösungen liefern, die zur Bekämpfung dieser globalen Gesundheitskrise erforderlich sind.“

Der Schutz von geistigem Eigentum ist der Motor von Innovationen und Voraussetzung für Forschung & Entwicklung. „Nur wer Planungssicherheit hat, kann auch in Zukunft in die Erforschung von derzeit noch unzureichend behandelbaren Erkrankungen investieren“, argumentiert Ecker. „Das FOPI als Vertretung von Österreichs forschender Pharmaindustrie ruft die österreichische Bundesregierung daher auf, den Patentschutz auf europäischer und globaler Ebene zu verteidigen. Wer Patentschutz schwächt, gefährdet die Entwicklung der Therapien von morgen und Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung von heute.“

Viele Gesundheitsunternehmen arbeiten gerade im Impfstoffbereich eng mit Industriepartnern zusammen, um ihre eigenen Produktionsstätten neu zu gestalten oder sie mit Partnern zu teilen und begrenzte Lizenzen bereitzustellen. Gerade in einem komplexen Bereich wie der Impfstoffherstellung benötigt man die Fähigkeiten und das technische Know-how der UrheberInnen, um zum einen schneller reagieren zu können und zum anderen effiziente Partnerschaften einzugehen. Die Qualitätssicherheit muss im Sinne der PatientInnen im Vordergrund stehen.

Viele medizinische Erfolge zur Bewältigung der COVID-19-Krise sind auf Forschung, Entwicklung und Innovation aufgebaut. Diese forschungsbasierte Reaktion hat uns die Werkzeuge gegeben, um die Pandemie zu bekämpfen – eine Antwort, die auf einem IP-Rahmenwerk aufbaute, das Innovatoren einen Anreiz bot, diese neuen Technologien zu erforschen.

Europäisches Parlament stimmte gegen Aufhebung des Patentschutzes

In Anerkennung der Entstehung dieser lebenswichtigen Werkzeuge stimmte das Europäische Parlament am 29. April 2021 gegen die Ausnahmeregelung, und die Europäische Kommission blieb in ihrer Unterstützung für Innovationen als Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie konsequent. „Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass sich Europa und insbesondere Österreich weiterhin für medizinische Innovationen als einzigen dauerhaften Weg aus dem Schatten des Coronavirus einsetzen, indem wir uns gemeinsam für geistiges Eigentum und gegen einen Verzicht auf Patente stark machen“, so Ecker.

Wir unterstützen daher die Erklärung der IFPMA (International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations)) voll und ganz.

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