LH Kaiser: 10 Jahre Kärntner Ortstafellösung

LH Kaiser: „Besonders positive und international vielbeachtete Weiterentwicklung. Um weiter als geeintes Land zu überzeugen, ist konsequente gemeinsame Verständigungsarbeit nötig“

Klagenfurt (OTS) - (LPD). Kommenden Montag, am 26. April, ist es auf den Tag genau 10 Jahre her, dass sich die damaligen Verhandler Staatssekretär Josef Ostermayer, Landeshauptmann Gerhard Dörfler sowie die Slowenenvertreter Valentin Inzko, Marjan Sturm und Bernard Sadovnik auf einen Kompromiss mit zweisprachigen Tafeln in 164 Orten einigten und damit einen über 56 Jahre andauernden Streit beilegen konnten. Laut dem heute amtierenden Landeshauptmann Peter Kaiser, der sich 2011 selbst maßgeblich für eine Lösung engagiert hatte, hat sich Kärnten seitdem „besonders positiv und international vielbeachtet weiterentwickelt“. Das Bundesland sei heute, was das Verhältnis und das Zusammenleben deutsch- und slowenischsprachiger Landsleute betrifft, kaum mehr mit dem Kärnten von damals zu vergleichen. „Kärnten präsentiert sich heute als ein in Vielfalt geeintes Land im Herzen Europas, das Zwei- und Mehrsprachigkeit als Bereicherung erkennt und lebt. Möglich wurde das durch das gegenseitige Zuhören und Aufeinanderzugehen, das einstige Kontrahenten vorgelebt und immer mehr Nachahmer gefunden hat“, so Kaiser. Für den Landeshauptmann stehe außer Frage, dass dieser Versöhnungs- und Verständigungsprozess nie abgeschlossen sein könne, sondern vielmehr konsequent weiter daran gearbeitet werden muss: „In den letzten zehn Jahren ist es uns gemeinsam gelungen, die Kärntner Landsleute beider Landessprachen immer weiter zu versöhnen und für einen gemeinsamen Weg für unsere gemeinsame Heimat zu gewinnen. Ein Weg, der europaweit viel Beachtung findet und der noch lange nicht zu Ende ist.“

Über Jahrzehnte sei die Frage nach zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten sowohl von deutsch- als auch slowenischnationalen Kräften immer wieder vor allem politisch missbraucht worden. „Einerseits um Stimmung zu machen und andererseits haben einige dieser Stimmungsmacher daraus quasi ihre politische, institutionelle Daseinsberechtigung gezogen.“ Es sei die Konsensgruppe, Josef Feldner und Marjan Sturm sowie Heinz Stritzl, Stefan Karner und Bernard Sadovnik, gewesen, die europaweit vielbeachtet, durch Gespräche erkannt hätten, dass und wie sehr sie sich selbst und die eigenen Anliegen eigentlich im jeweiligen Gegenüber erkennen. „Eine Tugend, die uns allen, Politikerinnen und Politikern ebenso wie Bürgerinnen und Bürgern, generell wieder bewusster werden sollte“, mahnt Kaiser anlässlich des Jubiläums und mit Blick auf eine zunehmende gesellschaftliche Entsolidarisierung.

Mit ausschlaggebend für die 2011 gefundene Lösung, mit der „dieses erdrückende und in der Vergangenheit viel zu oft politisch missbrauchte Joch endlich abgeworfen werden konnte“, sei laut Kaiser gewesen, dass sich die „richtigen“ Entscheidungsträger gefunden. Allen voran nennt der Landeshauptmann seinen Vorgänger, Gerhard Dörfler, „der damals einen mutigen Schritt mit viel Weitblick gesetzt und die bis dahin geltende Linie seiner Partei verlassen hat“, und Staatssekretär Josef Ostermayer, „der unendlich viel Zeit, Akribie, Verständnis für dieses so sensible Kärntner Thema, das außerhalb oft belächelt wurde, investiert hat“. Aber auch in den Reihen seiner eigenen Partei, habe es laut Kaiser viele gegeben, „die für diese positive Jahrhundertentscheidung über den eigenen Schatten gesprungen sind“.

Das damals mit beschlossene „Dialogforum“ bildet für Kaiser quasi das Fundament der gemeinsamen Arbeit der beiden Volksgruppen zur Weiterentwicklung Kärntens. „Dort werden alle Anliegen von den wichtigsten Vertreterinnen und Vertretern beider Volksgruppen, unter Einbeziehung aller im Landtag vertretenen Parteien diskutiert, abgewogen und gemeinsam entschieden“. (SCHLUSS)

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