Wir dürfen nicht auf die Straßenkinder vergessen!

Appell zum „Welttag der Straßenkinder“: Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen muss Kindern ohne Zuhause auch nach der Corona-Pandemie ermöglicht werden.

Wien (OTS) - Langsam scheint sich ein Weg aus der weltweiten Corona-Pandemie abzuzeichnen. Dank der Impfungen könnte ein Leben ohne Lockdowns und Einschränkungen bald wieder überall möglich werden. In vielen Ländern droht jedoch einer Gruppe an jungen Menschen selbst mit Ende dieser Pandemie ein weiterhin „beschränktes“ Leben – den Straßenkindern.

„Diesen Kindern muss der Zugang zu überlebenswichtigen Einrichtungen im Gesundheits- wie im Bildungsbereich ermöglicht werden“, appelliert das „Consortium for Street Children“ (CSC) an die internationale Staatengemeinschaft anlässlich des vom CSC ausgerufenen „Welttages der Straßenkinder“ am 12. April. Der internationalen Plattform zum Schutz von Straßenkindern gehört auch die österreichische Hilfsorganisation Jugend Eine Welt an, die sich seit knapp 25 Jahren ganz besonders für benachteiligte Kinder und Jugendliche weltweit einsetzt.

Ausgeschlossen

Millionen Kinder und Jugendliche, deren Lebensmittelpunkt die Straße ist, wurden durch die Corona-Pandemie noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die wiederholt verhängten Sperren des öffentlichen Lebens haben ihnen buchstäblich ihre Lebensgrundlage entzogen. Laut Meldungen von CSC-Mitgliedern aus verschiedenen Länder sind die Kinder zudem einem erhöhten Risiko von Gewalt, Diskriminierung und Kriminalisierung ausgesetzt. Der Zugang zu staatlicher Nothilfe, zu Spitälern, Schulen und Sozialdiensten ist Straßenkindern vielfach jedoch etwa aufgrund bürokratischer Hürden verwehrt geblieben. Private Organisationen und Initiativen mussten zumeist einspringen, um die von den Straßen vertriebenen Kinder mit überlebenswichtigen Dingen wie Essen zu versorgen.

Das Consortium befürchtet, dass sich die Situation für Straßenkinder in Hinblick auf staatliche Unterstützung auch nach Bewältigung der Corona-Pandemie nicht verbessern, sondern im Gegenteil eher verschlechtern wird. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sorgen gerade in Ländern des Globalen Südens dafür, dass bei Sozial-, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen eingespart werden muss. „Straßenkinder sind damit noch stärker gefährdet, von solchen Diensten ausgeschlossen zu bleiben“, heißt es. Deshalb werden die Staaten aufgefordert, Zugangs-Barrieren für Straßenkinder – wie zum Beispiel die Anforderung einer festen Wohnadresse oder gültiger Ausweisdokumente – zu beseitigen. Gerade auf Straßenkinder dürfe bei allen nun notwendigen Maßnahmen nicht „vergessen werden“.

Schutz und Hilfe

„Heimatlose Kinder zählen zu den verletzlichsten Gruppen in einer Gesellschaft“, sagt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. Die Don Bosco-ProjektpartnerInnen von Jugend Eine Welt haben sich deshalb während der Corona-Pandemie ganz besonders um das Wohl dieser Kinder gekümmert. Die Tore der in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas vorhandenen Schutz-Einrichtungen wurden etwa noch weiter geöffnet, um Straßenkindern gerade in Zeiten von Lockdowns und Sperren des öffentlichen Raumes einen sicheren Unterschlupf zu gewähren und ihnen elementare Dinge wie Nahrung, sauberes Trinkwasser sowie medizinische Hilfe zur Verfügung zu stellen.

Diese unbürokratische Hilfe basierte immer auf Freiwilligkeit. Kein Kind wird nach einem gültigen Ausweis gefragt oder muss angeben, warum es auf der Straße lebt und arbeitet. Die Kinder können die Hilfe annehmen, das Zentrum aber auch jederzeit wieder verlassen. Bei jenen die bleiben, werden Möglichkeiten der Reintegration in ihre Familien geprüft und darauf geschaut, ihnen (wieder) einen Schulbesuch oder eine Ausbildung zu ermöglichen. Um diese wichtigen Bildungs- und Ausbildungsprojekte sowie Stipendienprogramme für Straßenkinder auch in der „Nach-Corona-Zeit“ unterstützen zu können, bittet Jugend Eine Welt in Österreich weiterhin um finanzielle Mithilfe.

Mehr Info zum Thema Straßenkinder und den Hilfsprojekten unter www.jugendeinewelt.at/kinderrechte/strassenkinder

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000 Online spenden: www.jugendeinewelt.at/spenden

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Mag. Johannes Wolf
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