GLOBAL 2000 befürwortet Bio-Aktionsplan der Europäischen Kommission

Landwirtschaftsministerin Köstinger muss nachbessern – aktuelle Pläne für Agrarumweltprogramm würden Bio in Österreich schwächen

Brüssel/Wien (OTS) - Der heute von EU-Agrarkommissars, Janusz Wojciechowski vorgestellte Bio-Aktionsplan beinhaltet eine Reihe von Maßnahmen, um die Entwicklung der biologischen Landwirtschaft in Europa weiter zu stärken und so den Übergang zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem in der EU voranzutreiben. Konkret will die Kommission das von ihr im Rahmen der Biodiversitäts- und „Farm 2 Fork“-Strategie gesetzte Ziel von 25 Prozent Bio-Flächenanteil in der EU bis 2030 erreichen.

GLOBAL 2000 bewertet den Aktionsplan positiv und sieht darin eine gute Basis für mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelwirtschaft und einen wichtigen Impuls für den Erhalt und die Stärkung der Biodiversität in Europa. Entscheidend für die Zielerreichung ist jedoch die Umsetzung des Aktionsplans durch die Mitgliedsstaaten, die von der Kommission folgerichtig in die Pflicht genommen werden. Sie sind angehalten, die zur Verfügung stehenden Instrumente im Rahmen der nationalen Strategieplänen zur Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) möglichst effektiv im Sinne der Bio-Stärkung einzusetzen.

„Der Bio-Aktionsplan ist ein deutliches Signal für ambitionierte Maßnahmen auf nationaler Ebene, sowohl im Bereich der Bio-Produktion als auch in der Absatzsteigerung von Bio-Lebensmitteln. Das gilt nicht nur für Länder mit geringem Bio-Anteil. Österreich muss seine Vorreiterrolle im Biolandbau festigen und weiter ausbauen. Derzeit droht jedoch das Gegenteil. Wenn die Pläne für das österreichische Agrarumweltprogramm so umgesetzt werden, wie sie derzeit am Tisch liegen, dann führt das unweigerlich zu einer Schwächung von Bio“, warnt Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker von GLOBAL 2000.

Als positiv sieht GLOBAL 2000 auch die Integration von Bioprodukten in die verbindlichen Mindestkriterien für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung. Damit wird die Öffentliche Hand zu einem starken Motor für den Übergang zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft und gesünderen Ernährung. Ebenso hervorzuheben sei die zweckgebundene Widmung von 30 Prozent der Mittel für Forschung und Innovation im Bereich der Land- und Forstwirtschaft und des ländlichen Raums für Themen, die für den Bio-Sektor relevant sind.

Besonders interessant ist die geplante Durchführung einer Studie über die tatsächlichen Kosten von Lebensmitteln. Hier soll unter anderem die Bedeutung der Besteuerung von Lebensmitteln mit Blick auf die zugrundeliegenden landwirtschaftlichen Praktiken und deren externe Folgekosten beurteilt werden. Damit adressiert die Kommission die Frage, ob im Interesse der Gesellschaft besonders umwelt- und klimaschonend bzw. biodiversitätsfördernd produzierte Lebensmittel nicht im Gegenzug einer geringeren Besteuerung unterliegen sollten.

„Landwirtschaftsministerin Köstinger hat es nun in der Hand. Sie muss im Rahmen des in Ausarbeitung befindlichen GAP-Umsetzungsplans die notwendigen Schritte setzen, damit die Bio-Landwirtschaft in Österreich den steigenden Bedarf nach gesunden und umwelt- sowie klimaschonend produzierten Lebensmitteln entsprechen kann“, so Burtscher-Schaden abschließend.

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Viktoria Auer, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, +43 699 14 2000 82, viktoria.auer@global2000.at
Dr. Helmut Burtscher-Schaden, GLOBAL 2000 Umweltchemiker, +43 699 14 2000 34, helmut.burtscher@global2000.at

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