- 22.03.2021, 10:56:07
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ORF-Premiere für „kreuz und quer“-Doku „Die Ungläubigen vom Hindukusch – die bunte Kultur der Kalasha“
Am 23. März um 22.35 Uhr in ORF 2; danach: „Die heiligen Steine Polynesiens“
Utl.: Am 23. März um 22.35 Uhr in ORF 2; danach: „Die heiligen
Steine Polynesiens“ =
Wien (OTS) - Im Norden Pakistans lebt das Volk der Kalasha mit ihrer
jahrhundertealten Kultur. Sie praktizieren einen Mehrgottglauben, der
eng verbunden ist mit der Natur. Die verbesserte Infrastruktur bringt
zwar bessere Lebensbedingungen, aber auch den Islam in die einst
abgeschiedenen Dörfer. Wird es den Kalasha gelingen, ein modernes
Leben zu führen und zugleich an ihren alten Traditionen festhalten zu
können? Dieser Frage geht Sabiha Sumar in der neuen „kreuz und
quer“-Dokumentation „Die Ungläubigen vom Hindukusch – die bunte
Kultur der Kalasha“ am Dienstag, dem 23. März 2021, um 22.35 Uhr in
ORF 2 nach. Um 23.20 Uhr folgt die Dokumentation „Die heiligen Steine
Polynesiens“.
„Die Ungläubigen vom Hindukusch – Die bunte Kultur der Kalasha“ – ein
Film von Sabiha Sumar
Das Volk der Kalasha lebt in den drei Tälern Bumbaret, Birir und
Rumbur am Fuße des Himalaya, wo sie einen altindoeuropäischen,
polytheistischen Glauben praktizieren und ihre eigene Sprache
sprechen. Der Legende nach sind sie Nachkommen griechischer Truppen,
die sich während der Feldzüge Alexanders des Großen im Hindukusch
niedergelassen haben. Im Laufe der Geschichte wurde der Großteil der
Kalasha – von Muslimen meist als „Ungläubige“ angesehen –
zwangskonvertiert oder getötet. Inzwischen ist der Druck auf die
Kultur der Kalasha subtiler geworden.
Durch staatliche Schulen, den Tourismus und eine verbesserte
Anbindung an die pakistanischen Großstädte hat sich der Islam in den
einst abgeschiedenen Tälern der Kalasha immer weiter ausgebreitet und
wird zunehmend sichtbar. Eine Konvertierung zum Islam scheint für
viele junge Kalasha reizvoll und verspricht höhere
Ausbildungsmöglichkeiten, bessere Arbeitsbedingungen und einen Ausweg
aus der Armut. So sank ihre Zahl seit 1950 bis heute von 30.000 auf
gerade einmal 3.800. Der Erhalt der Kultur lastet nun vor allem auf
den Schultern der nächsten Kalasha-Generation. Wie sehen sie ihre
Zukunft? Können sie ein modernes Leben führen und gleichzeitig an
ihren – teilweise sehr aufwendigen – Traditionen festhalten? Oder
werden der Tourismus und der Druck, sich an die muslimische Mehrheit
anzupassen, dazu führen, dass die Kultur der Kalasha in den kommenden
Jahren ausstirbt?
„Die heiligen Steine Polynesiens“ – ein Film von Elaine Koller
Steine haben in der Jahrtausende alten Kultur Polynesiens eine
besondere Bedeutung erlangt. Aus ihnen wurden die Abbilder der
Geister der Ahnen geformt, sie galten als Bewacher heiliger Orte und
waren die Beschützer der Familie. Steine dienten als Baumaterial für
die Maraes, wichtige Stätten für Kultur und religiöse Zeremonien. Mit
der Kolonialisierung und Christianisierung Polynesiens durch die
europäisches Seefahrernationen im 18. Jahrhundert verschwanden die
Maraes unter Schutt und Erde. Heute machen sich Einheimische
gemeinsam mit Archäologinnen und Ärchäologen, Historikerinnen und
Historikern sowie Ethnologinnen und Ethnologen daran, die steinernen
Botschaften ihrer Vorfahren zu entschlüsseln und archaischen
spirituellen Vorstellungen auf den Grund zu gehen.
Woher die Maohi, so der Name der ursprünglichen indigenen Bevölkerung
Polynesiens, genau kamen, ist wissenschaftlich bis heute nicht
eindeutig geklärt. Früheste Funde lassen vermuten, dass die ersten
Siedler bereits 1.500 v. Chr. in speziell angefertigten
Holzkatamaranen von Westen her einige der Inseln erreichten. Die
Maohi glaubten an „Mana“. Es bezeichnet eine spirituelle Macht, die
gleichermaßen die jenseitige Welt der Götter und Ahnen als auch die
diesseitige Welt des täglichen Lebens durchdringt und untrennbar
miteinander verbindet. Die einzelnen Maohi-Clans verfügten jeweils
über eine eigene „Marae“, einen meist rechteckigen, eingefriedeten
Platz aus Steinen. Je nach gelebter Inselkultur erhoben sich darauf
auch Steinstatuen von Göttern und verdienstvollen Ahnen. Maraes
dienten weltlichen und religiösen Feiern und Zusammenkünften, sie
waren Orte des Lernens und Erinnerns. Der Film zeigt eine neue
spirituelle Verständigung zwischen den Polynesiern des 21.
Jahrhunderts mit den Maohi, die einst mit ihren Katamaranen zu
unbekannten Ufern aufbrachen.
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